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Islands Walfangpläne in der Kritik - 1250 Wale sollen sterben

Radolfzell - 1250 Wale sollen laut scheidendem isländischen Fischereiminister Einar Gudfinnsson in den kommenden fünf Jahren getötet werden. Die Vergabe dieser hohen Fangquote ruft heftigste Proteste in Island selbst und auch international hervor.

Der deutsche Delfin- und Walschutzaktivist Andreas Morlok (42) aus Radolfzell verurteilt die isländischen Walfangpläne aufs Schärfste: „Der isländische Fischereiminister muss die Wale hassen. Eine der letzten Amtshandlungen seiner kollabierenden Regierung war der Beschluss einer so hohen Fanquote. Noch letztes Jahr betrug diese Quote 40 Zwergwale und nun sollen 100 Zwergwale und 150 Finnwale, die auf der Roten Liste stehen, jedes Jahr getötet werden. Das hat mit wissenschaftlichem Walfang und Forschung nichts mehr zu tun.

Die Nachfrage nach Walfleisch ist im eigenen Land sehr gering, denn die Kühlhäuser sind voll und nicht verkaufbares Walfleisch wird auf den Mülldeponien entsorgt. Lukrativ scheint nur noch der Verkauf ins Ausland zu sein, denn zuletzt wurden 60 Tonnen Finnwalfleisch nach Japan exportiert. Dass der Fang von bedrohten Finnwalen und der kommerzielle Handel von Walprodukten zwischen Ländern durch das Walfangmoratorium verboten ist, interessiert die Isländer nicht sonderlich, denn sie legten vorbehaltlich ihr Veto gegen dieses international gültige Abkommen ein."

Als Reaktion wird der Tierschutzaktivist nun scharfe Geschütze auffahren. Morlok: „Seit Monaten fordere ich die isländische Regierung auf, das Massaker an den Walen einzustellen. Ohne Erfolg. Die isländische Regierung scheint nach dem Bankenkollaps und der Beinahestaatspleite immer noch nur die Sprache des Geldes zu verstehen. Ich werde nun Maßnahmen einleiten, welche die isländische Wirtschaft sehr hart treffen werden. Ein Netzwerk von 200 Tierschutzorganisationen mit mehr als 100 000 Mitgliedern, das Wal- und Delfinschutzforum (WDSF) und auch der Walschützer und Biologe Norbert Kochhan mit seiner 13 000 Mitglieder starken Walschutzinitiative unterstützen meine Walschutzkampagnen und wir werden versuchen, Island zum Einlenken zu zwingen."

Welche Maßnahmen das sein werden, lässt der Tierschützer offen. Dass sie aber durchaus erfolgreich verlaufen könnten, sieht man daran, dass durch „gewisse Maßnahmen" das Delfinarium in Soltau im letzten Jahr geschlossen wurde.

Unterstützung aus Berlin erwartet der Walschützer nicht. Morlok: „Die Bundesregierung wird keine wirksamen Maßnahmen zum Schutz der Wale vor Islands Gewässern einleiten, obwohl sie das leicht könnte. Sie befindet sich eh in einem Dilemma, denn sie kann ja nicht glaubwürdig den Walfang anderer Länder verurteilen, wenn sie selbst duldet und unterstützt, dass Wale und Delfine zu kommerziellen Showzwecken für Delfinarien noch immer eingeführt werden dürfen. Die Bundesregierung trägt ja damit selbst aktiv zur Ausplünderung der Meere bei. Meine Hoffnungen setze ich eher auf eine neue und vernünftigere Regierung in Island und auch auf Brüssel. Das fast bankrotte Island mit seiner kollabierenden Währung, die im Ausland nicht mehr gehandelt wird, strebt einen raschen EU-Beitritt an. Mir wurde schriftlich zugesagt, dass die EU nur Länder in die Gemeinschaft aufnehmen wird, die keinen Walfang betreiben. Die einzige Branche, die in Island noch Mitarbeiter einstellt, ist das Arbeitsamt. Die Walfänger werden sich wohl bald dort melden müssen."

Andreas Morlok, Delfin- & Walschutzaktivist

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