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UN Vertrag über « Verbot von Atomwaffen » angenommen

Heute, Freitag 7. Juli, kurz vor 11.00h Ortszeit, wurde an der UNO in New York die sog. « Nuclear Prohibition Treaty » von 122 Nationen formell angenommen, wobei trotz gewisser Bedenken auch die Schweiz zugestimmt hat. Damit werden Atom- waffen 72 Jahre nach ihrer Erfindung verboten. Der Vertrag steht für die Unter- zeichnung im September zur Verfügung.

Bis jetzt waren Nuklearwaffen die einzigen Massenvernichtungswaffen, die gemäss Völkerrecht noch nicht verboten waren. Dies obwohl ihre nicht diskriminierende Wirkung und die massiven humanitären Konsequenzen eines absichtlichen oder unbeabsichtigten Einsatzes allgemein bekannt waren. Biologische Waffen wurden 1972 und chemische Waffen 1992 verboten.

Auch wenn vorderhand die offiziellen Atommächte USA, Russland, China, England und Frankreich weiterhin an ihren Atomwaffen festhalten und auch Israel, Pakistan, Indien und Nordkorea sie momentan nicht aufgeben werden, wird der Vertrag zu einer weiteren Stigmatisierung dieser Massenvernichtungswaffen führen. Ebenfalls dürften die Interessen der beteiligten Rüstungsindustrie und die Milliardenbeträge welche bisher zum Unterhalt und zur Modernisierung der Atomwaffen notwendig waren jetzt hinterfragt werden.

Die « Nuclear Prohibition Treaty » wurde aufgrund des grossen Interesses der befürwortenden Nationen möglich. Sie sehen ihre Zukunft durch das Vorhandensein von Atomwaffen in einer ohnehin unsicheren Welt gefährdet und wissen, dass sie ihre Bevölkerungen bei einem Atomschlag nicht schützen könnten. Ebenfalls zeigen neue meteorologische Studien, dass selbst ein limitierter Nuklearkrieg bpsw. in Südasien durch enorme Rauchentwicklung und Staubaufwirbelung zu einer atmo- sphärischen Verdunkelung und durch Filterwirkung zu einer Lichtabsorption führen würde. Dies wiederum hätte einen signifikanten Temperaturabfall zur Folge mit einer Verkürzung der Wachstumsphase in Agrarländern der gesamten nördlichen Hemi- sphäre, was ein massive Hungersnot für bis zur einer Milliarde Menschen auslösen könnte.

Nachdem sich aber auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz als Institution für diese « Nuclear Ban Treaty » eingesetzt hat steht die Schweiz als Mutterland des Rotkreuzgedankens weiterhin dringend in der Pflicht, sich mit ihren diplomatischen Möglichkeiten für die Aechtung der Atomwaffen einzusetzen.

Die Internationalen Aerzte zur Verhütung eines Atomkriegs (IPPNW, International Physicians for the Prevention of Nuclear War, Friedens Nobelpreis 1985) haben sich seit ihrer Gründung 1980 für die Abschaffung der Atomwaffen engagiert und freuen sich über diesen Zwischenerfolg. Sie sehen sich mit diesem Vertrag ihrem Ziel näher, auch wenn es noch einige Jahre dauern wird, bis dieses erreicht sein wird.

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