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55 unbesetzte Lehrerstellen im Einzugsgebiet des Staatlichen Schulamtes Konstanz:

Vor der Arbeit steht die Ausbildung

FDP-Abgeordneter Keck wies schon frühzeitig auf Mängel in der Datenerfassung für die Lehrerversorgung hin

Radolfzell. Schon im September 2016 hatte der Landtagsabgeordnete der FDP im Wahlkreis Konstanz, Jürgen Keck, eine Anfrage an die Landesregierung gestartet, ob in der Region die Lehrerversorgung garantiert sei. Kultusministerin Dr. Eisenmann hatte damals mitgeteilt, dass für das Schuljahr 2016/2017 alle Planstellen besetzt werden konnten – mit Ausnahme von fünf im Bereich der Grund-, Werkreal- und Hauptschulen. Dass man sich auf diesen Werten allerdings nicht ausruhen konnte und die Situation damals schon nicht so optimal erschien, wie sie vom Ministerium dargestellt wurde, zeigte der Umstand, dass alle 44 für Krankheits-, Mutterschutz- und Elternzeitvertretung vorgesehenen Deputate recht bald nach dem Schuljahresbeginn eingesetzt waren und die Reserve damit aufgebraucht wurde.

Die knappen Bemessungen in der Lehrerversorgung hat nun Konsequenzen: Wie im SÜDKURIER (Singen) vom 11. September 2017 zu lesen ist, fehlen im Einzugsbereich des Schulamtes Konstanz insgesamt 55 Lehrer. Keck hatte bereits früh solche Entwicklungen erwartet, kritisierte er erst im März 2017 die „vorsintflutliche Datenerfassung im Hightech-Ländle“. Damals monierte der Abgeordnete auf Grundlage einer Antwort des zuständigen Ressorts, dass dieses in seiner Antwort zur Frage der Unterrichtsversorgung vor Ort nicht in der Lage gewesen sei, aktuelle Zahlen zu liefern. Dafür hätte es eine „aufwendige Erhebung an allen Schulen des Landkreises“ bedurft, lautete es aus Stuttgart, was Keck durchaus staunen ließ. Er erklärte damals, dass er eigentlich davon ausginge, in Baden-Württemberg „würden Daten aus den Schulen schon online ans Kultusministerium übermittelt und in modernen Computersystemen mit entsprechenden Programmen ausgewertet, damit die Ministerin fundierte Entscheidungsgrundlagen hat“.

Offenbar hat sich an der Methodik, die in Stuttgart zur Erfassung der Lehrerstellen herangezogen wird, bis heute nichts geändert: „Wenngleich die Bedarfe überall höher sind als erwartet, schreibe ich auch der veralteten Datenerhebung im Kultusministerium eine Mitverantwortlichkeit dafür zu, dass an Grund-, Haupt-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen im Bereich des Staatlichen Schulamtes Konstanz nun 37 Lehrer, an den Sonderschulen 18 fehlen. Man kann in Zeiten, in denen wir mehr Kinder im Schulunterricht versorgen müssen als erwartet, nicht mit stichprobenartigen Erhebungen die Zahl der benötigten Lehrer bestimmen. Hierfür bedarf es einer regelmäßigen, wöchentlichen Übermittlung der aktuellen Versorgungslücken, eine Hochrechnung auf Basis jährlicher, punktueller Erfassungen ist mittelalterlich – und kann vor allem keine Aussage über die kreisbezogenen Defizite liefern“.

Keck zeigt sich entrüstet, gleichzeitig aber wenig überrascht über die jetzige Situation: „Ich hatte bereits früh davor gewarnt, dass mit solch einer unzureichenden Übersicht über die Lage kein Ministerium ernsthaft planen kann. Die Unterrichtsversorgung ist nichts, mit dem man derart fahrlässig umgehen darf. Die Schüler und ihre Eltern haben Anspruch auf eine geordnete Unterrichtsversorgung. Man kann sich nun nicht auf Ausreden ausruhen, die ob der Tatsachen ohnehin nichts beschönigen: In der Erfassung, Verarbeitung und Berechnung von Lehrerstellen hat das zuständige Ministerium in Stuttgart versagt“, stellt der Abgeordnete abschließend fest.

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