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Neue Wohnungen und eine unerwartete Entdeckung
15. März 2012
Neue Wohnungen und eine unerwartete Entdeckung im Haus „Zum Roten Krebs“, Gerbergasse 52

Das historische Wohn- und Geschäftshaus an der Gerbergasse 52 in Basel ist unlängst umgebaut worden. Die bestehenden Wohnungen wurden im Grundriss angepasst und vergrössert. Beim von der Kantonalen Denkmalpflege begleiteten Umbau ist überraschenderweise auch die komplette Wandbemalung eines Zimmers aus dem 17. Jahrhundert entdeckt und in der Folge fachgerecht restauriert worden.

Das Haus zwischen Gerbergasse 52 und Gerbergässlein 21 reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Seit 1355 trägt es den Namen „Zum Roten Krebs“ und gehört zum Altstadtbereich, der sich ab dem Mittelalter entlang dem Birsig bildete. Das Haus war stets im Besitz von Handwerkern, ab dem 18. Jahrhundert gehörte es vorwiegend Handelsleuten. Bis 1990 hatte hier die Metzgerei Lüthy ihr Geschäft. Vor Kurzem hat das Gebäude, das der Stadtbild-Schutzzone angehört, einen neuen Eigentümer gefunden. Dieser liess es vom Architekturbüro Heeb Schranz insbesondere für die Nutzung als Wohnhaus umfassend umbauen. Grundidee des Umbaus waren die Öffnung des Hofs und die Anbindung des Hinterhauses über die bestehende Laube, was zu originellen Wohnungsgrundrissen führte. Die oberen Wohnungen werden durch einen neuen, anstelle eines alten Latrinenturms eingebauten Lift erschlossen.

Aufgrund der unterschiedlichen Nutzungen ist die historische Ausstattung des ansehnlichen Gebäudes weitgehend verschwunden. So hatte bei den Umbauarbeiten niemand mit der Entdeckung von Wandmalereien gerechnet. Sie überziehen die Wände eines relativ kleinen Raums auf der Hofseite, der – wie die gotischen Fenstergewände belegen – schon im 14. oder 15. Jahrhundert bestanden hatte. Im 17. Jahrhundert wurden die Wände ganzflächig bemalt: am unteren Rand mit einem Steinsockel, darüber mit einem phantasievollen, an eine Marmorierung erinnernden Muster. Ein abschliessender Blattfries charakterisiert den Raum als Gartensaal. Auf jeder Wand malte der Künstler zwei in Grautönen gehaltene halbrunde Nischen, in denen Steinvasen mit Girlanden stehen. Die Henkel der einen Vase bestehen aus den Hälsen von zwei Schwänen, die den Bauch des Gefässes mit ihren Flügeln umfassen. Als Vorbild könnte ein Druck von Johanna Sibilla Küsel gedient haben – einer Enkelin von Matthäus Merian –, die in Augsburg als Kupferstecherin tätig war.

Die für Basel einzigartigen Malereien sind durch die Restauratoren Gregor und Vincent Mahrer sorgfältig restauriert worden und geben so dem Raum seinen ursprünglichen Charakter zurück.

 

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