| Solarsiedlungsplan „Hornacker“ |
| 05. Mai 2012 |
|
Der Solarsiedlungsplan „Hornacker“ von Architekt Disch wurde vom Gemeinderat und der Verwaltung als zukunftsweisend begrüßt, weil er – wie kein anderer – die Lärm-schutzproblematik mit der Garagenlösung „erfunden“ hat. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb jetzt wieder eine Mehrheit im Gemeinderat „Bedenken trägt“. Mit diesem Konzept haben (hätten) wir eine zukunftsfähige Lösung – es fehlen jetzt nur noch die passenden Probleme dazu: es sind die Garagen und Parkplätze! Dass es auf der gesamten Länge eine Lärmschutzwand geben muss, ist unbestritten – dass diese Vorgabe aber so elegant mit der Integration der Lärmschutzwand in die Gara-genanlage gelöst werden kann, ist ein interessanter Konzept-Bestandteil und wurde als solcher auch gelobt! Plötzlich aber scheint die Lösung mit Garagen und integrierter Lärmschutzwand zum Problem zu werden:
Das zukünftige Mobilitätsverhalten wird unterschätzt und oft nicht berücksichtigt. Da-bei ist dieses Thema bei anderen Stadtentwicklungskonzepten längst Bestandteil. In die Solarsiedlung werden Menschen einziehen, die ökologisch motiviert sind. Gerade hier ist damit zu rechnen, dass die zukünftigen Eigentümer und Bewohner sehr stark „Schweiz-orientiert“ sind, was die Arbeitsplätze anbelangt. In Basel werden nach und nach alle Pendlerparkplätze abgeschafft und auf den hervorragenden ÖPNV verwiesen. Nicht das Auto steht im Vordergrund, sondern das Mobilitätsangebot im weitesten Sinne, das da wäre: Haltestelle der Linien 38 und 7301 (Rippel), Haltestelle Linie 31 (Friedhof am Hörnli) und nicht zu vergessen die optimale Anbindung an das Velo-Netz Richtung Basel, Lörrach, Ortszentrum Grenzach und Wyhlen. 2 Die zweite Solarsiedlung auf dem Neufeld hat die dortigen Bewohner aufgeschreckt. Nicht wegen dem Konzept als solchem, sondern wegen des gültigen Bebauungsplans. Seien wir doch ehrlich: Herr Disch hätte (als Eigentümer und Bauherr) niemanden vorher fragen müssen! Seine Objekte sind - auch in ihrer ursprünglichen Variante - bebauungsplan-konform. Trotzdem hat der Bauherr eine Reduktion der Anzahl Geschosse für die Objekte am Allmendweg in Aussicht gestellt. Damit wären die Häuser niedriger als manche andere auf dem Neufeld. Das Solarsiedlungskonzept steht quasi in Konkurrenz zum Vorschlag „Schütt“, welcher noch unter BASF-Regie entstand. Dessen kleinteilige Gestaltung birgt eher die Gefahr der Gleichförmigkeit, als die Objekt- Vielfalt der Solarsiedlung. In Bezug auf die Anzahl Wohneinheiten sind beide Konzepte in etwa vergleichbar, sodass in beiden Fällen theoretisch mit dem gleichen Verkehrsaufkommen und Stellplatzbedarf zu rechnen ist. Die Stellplatzverordnung wird oder wurde in der Vergangenheit sehr oft ausgehebelt. Viele Bauherren haben sich per Antrag von den Festsetzungen vollständig oder teilweise befreien lassen – was man für sich selbst in Anspruch nimmt oder genommen hat, will man anderen jetzt nicht zubilligen! Seit 1975 kurvt man ungeniert vom Ortszentrum zum Neufeld und zurück – ob es den Anwohnern der Hauptstrasse, der Talstrasse und der Bettingerstrasse passt, ist und bleibt irrelevant. Es wurde sicher keiner der Anlieger gefragt. Doch der „Neuverkehr“ ist plötzlich unerträglich. Im Gegensatz zu den Bedenkenträgern wollen wir weiterhin beide Solarsiedlungskonzepte politisch unterstützen. Bündnis90/Die Grünen |


