| Auftakt zum Pilotprojekt „MRE-Netzwerk Hochrhein“ zu multiresistenten Erregern im Landkreis Waldshut |
| 21. Mai 2009 |
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Am 18.5.2009 fand auf Einladung des Landratsamtes Waldshut –Gesundheitsamt- in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Hochrhein die Auftaktveranstaltung zum Pilotprojekt „MRENetzwerk Hochrhein“ statt. Das „MRE-Netzwerk Hochrhein“ ist ein kreisweiter Zusammenschluss verschiedener Akteure aus den Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Pflege. Es beschäftigt sich mit der Versorgung von Menschen, die Träger multiresistenter Bakterien (MRE) sind. Zur Informationsveranstaltung in Waldshut eingeladen waren die Leitungen und Hygienebeauftragten aller Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Pflege im Landkreis Waldshut sowie die niedergelassene Ärzteschaft. Es kamen über 60 interessierte Personen. Das Gesundheitsamt freut sich über das rege Interesse an dem für die Zukunft des Gesundheits- und Pflegewesens so wichtigen Thema. Die Auftaktveranstaltung in Waldshut war erfolgreich. Sie war Teil des Projektes „Multiresistente Erreger Management Strategie Baden-Württemberg“, das vom Landesgesundheitsamt Baden- Württemberg im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Soziales initiiert wird. Den Startschuss hierzu gab am 11.5.2009 in Stuttgart Frau Sozialministerin Dr. Monika Stolz mit den Worten: „Wir brauchen zur Bekämpfung der Ausbreitung von antibiotikaresistenten Bakterien ein landesweit abgestimmtes Vorgehen aller Beteiligten!“ Dies soll durch Bildung regionaler Netzwerke erreicht werden. Der Landkreis Waldshut wurde als einer von fünf Pilotlandkreisen für das Projekt ausgewählt und hat nun die Aufgabe, mit Unterstützung des Landesgesundheitsamtes und der Universitätskliniken Erfahrungen mit der Netzwerkbildung zu sammeln, die der Strategieentwicklung und späteren landesweiten Umsetzung dienen sollen. Die Versorgung von Patienten in Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie der Alten- und Langzeitpflege wird durch die kontinuierliche Ausbreitung der Besiedelung mit multiresistenten Erregern (MRE) zunehmend beeinträchtigt. Der häufigste antibiotikaresistente Erreger in Deutschland ist der methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA). Träger von MRE haben oft eine schlechtere Prognose hinsichtlich ihres Krankheitsverlaufes. Eine Infektion mit MRE ist häufig verbunden mit verlängerten Klinikaufenthalten und zeitweiligen gravierenden Einschränkungen im persönlichen Leben. Für das Gesundheitswesen resultieren hieraus erhebliche zusätzliche Kosten für Diagnostik, Therapie und die Umsetzung unumgänglicher Hygienemaßnahmen, die von vielen Ärzten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen fast nicht mehr zu verkraften sind. Da Träger von MRE diese Bakterien zumeist auch nach Entlassung aus dem Krankenhaus längerfristig behalten, besteht ein nicht zu unterschätzendes Problem in der Koordination der erforderlichen Maßnahmen zwischen den beteiligten Versorgungseinrichtungen: Auch MRETräger müssen nach Behandlung im Krankenhaus ohne Einschränkung Zugang zur Nachsorge und zur ambulanten Medizin haben und dort angemessen versorgt werden. Gleichzeitig müssen die Behandelnden und Pflegenden dafür Sorge tragen, dass sich die multiresistenten Keime nicht auf andere Personen übertragen. Der Landkreis Waldshut möchte eine Vorreiterrolle in der Umsetzung eines regionalen MRENetzwerkes im ländlichen Raum übernehmen. Netzwerkarbeit ist aufgrund der Topographie des Landkreises, der dünnen Besiedelung in den Höhenlagen und der langen Fahrtstrecken nicht einfach. Im Rahmen des „MRE-Netzwerkes Hochrhein“ sollen dennoch Wege für eine intensive Zusammenarbeit gefunden werden. Ziel des „MRE-Netzwerkes Hochrhein“ ist es, möglichst viele Netzwerkpartner zu gewinnen und ein nachhaltiges Problembewusstsein für MRE vor allem bei den Gesundheitsakteuren in der Region, aber auch bei der Bevölkerung zu schaffen. Dies soll durch Fortbildungsangebote, Erfahrungsaustausch und Öffentlichkeitsarbeit erreicht werden. Das Gesundheitsamt Waldshut ist bereit, dabei die Rolle eines Koordinations- und Kompetenzzentrums übernehmen. In diesem Rahmen bietet das Gesundheitsamt unter der Nummer 07751/ 86-5101 auch ein MRE-Beratungstelefon für alle Betroffenen an. Dass das Problem der MRE den betroffenen Hygieneakteuren unter den Nägeln brennt, zeigt die spontane Bereitschaft von vielen bei der Veranstaltung vertretenen Einrichtungen, die Bereitschaftserklärung zur Teilnahme am Netzwerk zu unterschreiben. Auch zwei Akutkrankenhäuser des Landkreises, das Krankenhaus Bad Säckingen und die Lungenfachklinik St. Blasien, haben ihre Teilnahme an dem Projekt bereits zugesagt. Die Veranstalter hoffen, dass dies für weitere Einrichtungen ein Anreiz sein wird, sich dem Projekt ebenfalls anzuschließen. |



