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Die Gärten der Kindheit
27. Mai 2010
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Ulla Lachauer, Urs Widmer, Feridun Zaimoglu und weitere Autoren beim Festival "buch & beet" auf der Landesgartenschau
Sucht man bei Schriftstellern nach ihren Vorstellungen von Glück, stößt man auf vielfältige Bilder vom Garten. Sei es die Erinnerung an die verwunschenen Traumgärten der Kindheit oder aber die handfeste Arbeit im Beet. All diese Facetten können beim Literaturfestival "buch & beet" auf der Landesgartenschau Villingen-Schwenningen noch bis zum 20. Juni erlebt werden. Am verlängerten Brückentags-Wochende erwartet die Besucher ein geballtes Programm.

"Mein Garten, das war der Matsch nach dem Regen und ein Versteck an der Hecke, das nur mir gehörte", erinnert sich die Autorin Ulla Lachauer in ihrem Buch "Der Akazienkavalier". Am Donnerstag, 3. Juni liest sie um 19.30 Uhr (Treffpunkt Baden-Württemberg) gemeinsam mit dem Autor Thomas Vogel ("Der Park, in dem sich Schicksale kreuzen"). Lachauer arbeitet als Dokumentarfilmerin und wurde mit ihrem Buch "Paradiesstraße", der Lebensgeschichte einer ostpreußischen Bäuerin, zur Bestsellerautorin, Vogel war Leiter der Kulturredaktion des SWR Tübingen.

Hortensien, Mohn und Frauenschuh, Lilien und Pelargonienen - erst durch Pflanzenjäger wurden europäische Gärten zu blühenden Paradiesen. Kej Hielscher stellt am Freitag, 4. Juni, um 18.30 Uhr (Treffpunkt Baden-Württemberg) mit den Schriftstellern Adelbert von Chamisso und Alexander von Humboldt zwei jener Männer vor, die oft unter Lebensgefahr ferne Länder bereisten, um das "grüne Gold" zu erbeuten.

In den Vorstellungen vieler Kulturen ist das Paradies ein blühender Garten, und jeder irdische Garten ist somit immer auch ein Ausdruck der Sehnsucht nach diesem verloren gegangenen Glück. Sechs Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Teilen der Welt haben eigens zum Festival "buch & beet" über ihren „Garten der Kindheit“ geschrieben. Maria Cecilia Barbetta, Artur Becker, Sudabeh Mohafez, Ilma Rakusa, Tzveta Sofronieva und Feridun Zaimoglu wurden allesamt mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert-Bosch-Stiftung ausgezeichnet. Gewürdigt werden damit herausragende literarische Leistungen von Autoren, die deutsch schreiben, deren Muttersprache jedoch eine andere ist. Am Samstag, 5. Juni, stellen die Autoren ihre Texte nachmittags in fünf Privatgärten in Villingen-Schwenningen vor, um 20 Uhr dann gemeinsam auf der Großen Bühne der Landesgartenschau. Moderiert wird der Abend von dem Schwarzwälder Autor José F. A. Oliver, der auch den Text von Maria Cecilia Barbetta vorstellen wird, die leider nicht zur Lesung kommen kann. Die Texte sind als Beilage der Mai-Ausgabe des „Literaturblatts Baden-Württemberg“ erschienen und auf der Gartenschau kostenlos erhältlich. Lesung und Publikation wurden von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert.

Der Studiengang "Architektur und Design" an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart hat zum Festival unter Leitung von Prof. Peter Litzlbauer mehrere Raumskulpturen für das Gartenschaugelände entworfen, die zum Sitzen bei einzelnen Lesungen einladen. Die Schauspielerin Barbara Stoll führt beim Eröffnungsspaziergang am Sonntag, 6. Juni, um 14.30 Uhr unter dem Motto "Blühender Unsinn" amüsant und querbeet durch die Gärten der Weltliteratur (Start beim Treffpunkt Baden-Württemberg). Stoll war in mehreren "Tatort"-Folgen zu sehen, seit 1995 ist sie die deutsche "Stimme" des Kulturkanals "ARTE" und kündigt dort, wie auch im SWR, unverwechselbar Filme und Sendungen an.

Urs Widmer, geboren 1938 in Basel, gilt als einer der „verblüffendsten und erfolgreichsten Schweizer Schriftsteller der Generation nach Frisch und Dürrenmatt“ (FAZ). Am Montag, 7. Juni, stellt er um 19.30 Uhr im Treffpunkt Baden-Württemberg seinen Roman „Herr Adamson“ vor. Auch in seinem jüngsten Buch zeigt er sich wieder als Meister grotesk-überbordender Fanstasie.

 

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