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Datscha, Gartenhaus und Schrebergarten
05. Juni 2010
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Wladimir Kaminer, Marina Rumjanzewa und Günter Oesterle beim Festival "buch & beet" auf der Landesgartenschau
Spießeridylle? Gartenzwergbiotop? Nein - der Schrebergarten ist das letzte wahre Paradies auf Erden. Das findet zumindest der Schriftsteller Wladimir Kaminer, der in der Berliner Kleingartenkolonie „Glückliche Hütten“ sein persönliches Idyll findet. Ein Jahr lang geht er dort mit Spaten, Häcksler und Gartenschere zu Werk und macht dabei täglich neue Erfahrungen und Bekanntschaften - auch mit den Vorschriften des Bundeskleingartengesetzes, gegen die er innerhalb kürzester Zeit fast ausnahmslos verstößt. Über sein "Leben im Schrebergarten" wird er am Donnerstag, 10. Juni, um 20 Uhr auf der Großen Bühne der Landesgartenschau Vilingen-Schwenningen im Rahmen des Festivals "buch & beet" hinreißend komisch erzählen. Kaminer, geboren 1967 in Moskau, lebt seit 1990 in Berlin. Er veröffentlicht regelmäßig Texte in Zeitungen und Zeitschriften und organisiert Veranstaltungen wie seine mittlerweile international berühmte „Russendisko“. Mit der gleichnamigen Erzählsammlung sowie zahlreichen weiteren Büchern avancierte er zu einem der beliebtesten Autoren Deutschlands.

Russisches Lebensgefühl vermittelt bereits am Nachmittag aber auch der literarische Spaziergang "Datscha & Gartenhaus" mit Marina Rumjanzewa, Prof. Günter Oesterle und Britta Dumke, der um 17 Uhr beim Treffpunkt Baden-Württemberg startet. Die Datscha - das ist der Inbegriff des russischen Sommers: Hier lebten die literarischen Figuren Anna Karenina und Oblomow, hier spielt Gorkis Stück „Sommergäste“. In ihrem hochgelobten Buch „Auf der Datscha“ erzählt die Journalistin Marina Rumjanzewa die Geschichte dieser Institution, anschaulich begleitet von Texten der russischen Literatur von Puschkin über Tschechow bis Dostojewski. Aber auch die deutschen Dichter, wie Wieland, Mörike, Hesse oder Droste von Hülshoff, entdeckten das Gartenhaus als Kreativquell für ihr literarisches Schaffen. Kenntnisreich beleuchtet der Literatur- und Kulturwissenschaftler Günter Oesterle die Geschichte des Gartenhauses und seine Bedeutung für die Künstler. Die Schauspielerin Britta Dumke vom Theater am Turm Villingen liest die Texte der vorgestellten Autoren.

 

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