Dies ist die zweite Ausstellungstournee, die von der Kunsthalle Palazzo aus initiiert wird. Nach dem Modell von The artist in the (art) society 2009 wird sie von Anbeginn an im Kurtorenteam erarbeitet und bei den einzelnen Stationen regional kontextualisiert. Die Ausstellung Versteckte Öffentlichkeiten untersucht unschiedliche Momente der Wahrnehmung von öffentlichem Raum und die ihm inhärenten Strukturen, die das urbane Stadtbild prägen, als solche aber nicht notwendigerweise sofort sichtbar sind. KünstlerInnen hinterfragen die Strukturen, nach denen sich Öffentlichkeit konstruiert und die verschiedene politische und soziale Modelle implizieren aufgrund ihrer ästhetischen Auffälligkeit aber auch Willkürlichkeit. Wie können sichtbare Momente einer Stadt und ihres Umraumes auf das verweisen, was sich dahinter abspielt und den BetrachterInnen meist verborgen bleibt? Wie können unterschiedliche soziale, politische oder Tourismus orientierte Vorhaben an die Oberfläche der sich traditionell konservativ gerierenden Stadtbilder treten?
Versteckte Öffentlichkeiten analysiert jene Andersheit oder im Lacanschen Sinn die verkehrte Spiegelseite, die notwendig wird, um die gesamte Identität des Selbst mit seinen inneren Konflikten und Spannungen zu erfahren. Wie können Stadtmomente visualisiert und gleichzeitig deren Innen und Außen als Ganzes von oftmals nicht konsequent durchdachten Strategien der Organisation gezeigt werden?
Die KünstlerInnen der Ausstellung verweisen auf jene Dichotomie zwischen dem Sichtbaren und seiner eigentlichen Bedeutung für die Öffentlichkeit. Wie genau müssen äußere Strukturen beobachtet werden um die Inhalte der dahintersteckenden Realität(en) zu ergründen? Die künstlerischen Arbeiten der Ausstellung erproben Gegensichtweisen, die jene disharmonischen Momente aufgreifen, die sich erst bei einer genauen Auseinandersetzung mit den inhaltlichen Strukturen ergeben, um dadurch gesellschaftspolitische Barrieren hinter den architektonischen und sozialen Erscheinungsbildern zu ergründen. Der Photoapparat bzw. die Kamera sind dabei ihre Hilfsmittel zu Observation. Die verwendeten Medien Photographie bzw. Video mit ihrem scheinbar unmittelbaren Bezug zur Wirklichkeit scheinen geeignet für eine Hinterfragestellung der Blickeinstellung.
Eine Publikation ist am Ende der Tournee vorgesehen.
Dauer: 21. August bis 3. Oktober
Vernissage: Freitag 20. August, 18 Uhr
Ausstellungsgespräch mit den Kuratoren Samstag 21. August 14 Uhr
Fachsimpeln mit Laurence Bonvin, Walter Derungs, Jérôme Leuba, Walter Seid, Moderation: Andrea Domesle: Samstag 21. August 18:30–20.30, anschliessend Essen
Kuratorenteam: Dr. Walter Seidl (Wien), Dr. Andrea Domesle
Kooperationspartner: < rotor > Verein für zeitgenössische Kunst, Graz, G a l e r i j a Sk u c, Ljubljana
Weitere Stationen: Dezember 2010 < rotor > Verein für zeitgenössische Kunst, Graz, Vernissage Freitag, 3. Dezember 2010, 20 Uhr Dauer: 4. Dezember 2010 – 19. Februar 2011
2011: G a l e r i j a S k u c , L j u b l j a n a
2011/2012: Faculty of Art and Design at Jan Evangelista Purkyne University in Ústí nad Labem and Emil Filla Gallery, Ústí nad Labem
KünstlerInnen: Laurence Bonvin (*1967 Sierre, lebt in Lausanne und Berlin) Walter Derungs (*1970 Chur, lebt in Basel) Markus Dorfmüller (*1961 Düsseldorf, lebt in Hamburg) Esther Hiepler und Max Phillipp Schmid (leben in Basel) Sanja Ivekovic (* 1 9 4 9 Z a g r e b , lebt in Zagreb) Martin Krenn (*1970 Wien, lebt in Wien) Jérôme Leuba (*1970 Genf, lebt in Genf) Ivan Moudov (*1975 Sofia, lebt in Sofia) Tobias Zielony (* 1973 Wuppertal, lebt in Berlin) Warren Neidich (*1962 New York, lebt in New York) Walter Seidl (* 1973 Graz, lebt in Wien) Michaela Thelenová (*1969 Chomutov, lebt in Usti nad Labem) |