Tag des Wassers am 22.03.2017 – Motto „Wasser – Abwasser“

Der heutige Weltwassertag steht unter dem Motto: „Wasser – Abwasser“. Zu diesem Anlass zeigt das Landratsamt im Eingangsbereich des Hauptgebäudes, Kaiserstraße 110, eine kleine Ausstellung mit vielen Bildern zu diesem Thema. Da das Landratsamt am Mittwoch, 22.03. nur für angemeldete Besucher geöffnet ist, kann die Ausstellung auch am anschließenden Donnerstag und am Freitag während der Öffnungszeiten besichtigt werden.

Weltweit fließt 80% des Abwassers ungereinigt und ohne Weiterverwendung zurück ins Ökosystem. 663 Mio. Menschen haben noch immer keinen Zugang zu sauberen Trinkwasserquellen und sind so dem Risiko einer Erkrankung an Cholera, Ruhr und Typus ausgesetzt.

In Deutschland und bei uns im Landkreis hat die Abwasserbeseitigung ein sehr hohes Niveau erreicht. 97,8 % der Einwohner des Landkreises sind an leistungsfähige kommunale Kläranlagen angeschlossen. 45 solcher Kläranlagen gibt es im Landkreis. Doch es werden immer weniger. Im Jahr 1995 lag die Anzahl noch bei 65. Mit der Stilllegung kleiner Anlagen, die nicht ganz an die Reinigungsleitung von großen Kläranlagen herankommen, kann die Belastung der Gewässer reduziert werden. Da kleine Kläranlagen oft an kleinen, empfindlichen Gewässern liegen, kommt diesem Trend eine besondere Bedeutung zu.

Neben der klassischen Abwasserbehandlung in Kläranlagen, steht auch die Regenwasser- behandlung im Fokus. Der Umgang mit Regenwasser hat sich in den letzten Jahren deutlich geändert. Früher war das Ziel, das auf befestigten Flächen abfließende Niederschlagswasser auf kurzem Weg in die Mischwasserkanalisation oder direkt ins Gewässer einzuleiten. Die heutige, naturverträgliche Niederschlagswasserbehandlung führt über die zentrale oder dezentrale Versickerung über die belebte Bodenschicht. So kann den negativen Auswirkungen, wie z.B. der Erhöhung der Hochwasserabflüsse oder der Verringerung der Grundwasser- neubildung, entgegengewirkt werden.

Die Trinkwasserversorgung im Landkreis stellen die Gemeinden und Zweckverbände sicher. Für den vorsorgenden Grundwasserschutz hat das Landratsamt 177 rechtskräftige Wasserschutzgebiete ausgewiesen. Die hohe Anzahl der Schutzgebiete – so viele hat kein anderer Landkreis im Land - zeigt die dezentrale Versorgungsstruktur. Für die Wasserversorgung werden zahlreiche Quellen aber auch Tiefbrunnen genutzt. Mit der Klimaerwärmung nehmen die Trockenheitsperioden zu. Deshalb dient es der Versorgungssicherheit, wenn in einem Versorgungsgebiet neben Quellwasser auch Tiefbrunnenwasser zur Verfügung steht. Tiefbrunnen sind gegenüber Trockenheitszeiten deutlich weniger anfällig als Quellen.

Tags: Natur

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