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Delfintod nach Techno-Party – Tierschützer fordern Konsequenzen
Geschrieben von: Projekt Walschutzaktionen (ProWal)   
09. November 2011
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Schweiz/Hagen/Radolfzell - Kaum mehr als eine Woche nach der lautstarken Techno-Party im Connyland, die von Tierschützer-Protesten begleitet wurde, starb gestern in dem Schweizer Vergnügungspark das Delfin Männchen „Shadow“. Die beiden deutschen Tierschutz-Organisationen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und ProWal waren nach eigenen Angaben von einem Connyland-Mitarbeiter über den Delfintod informiert worden, der anonym bleiben will. Der zuständige Veterinärarzt im Kanton Thurgau, Paul Witzig, bestätigte gestern den Tod des Delfins gegenüber dem WDSF. Die Tierschützer fordern eine umgehende Obduktion und Veröffentlichung des Ergebnisses bezüglich des verstorbenen Delfins.

Bei der zwei Tage andauernden Techno-Party hatten Delfinschützer nach eigenen Angaben am Samstagabend Bodenvibrationen festgestellt und eine Lautstärke von fast 100 db (Dezibel) außerhalb des Party-Gebäudes gemessen, das in unmittelbarer Nähe der Delfinhalle liegt. Das entspräche in etwa dem Lärm eines Presslufthammers, so ProWal.

Jürgen Ortmüller, WDSF-Geschäftsführer: „Wir müssen davon ausgehen, dass durch den ohrenbetäubenden Lärm der zweitägigen Techno-Party das Immunsystem der sensiblen Meeressäuger stark beeinträchtigt wurde. ProWal und WDSF hatten dringend von der Party abgeraten, aber alle Warnungen wurden von der Zirkusfamilie Gasser und dem verantwortlichen Veterinärarzt Paul Witzig in den Wind geschlagen. Witzig sagte bei einer Vor-Ort-Begehung während der Veranstaltung: „Ich han nie behauptet, ich seig en Fachma für Delfin, ich kenne mich mit Tier allgemein e chli us.“ Wir können nicht verstehen, dass solch ein Tierarzt, der von Delfinen keine Ahnung hat, die veterinärmedizinische Aufsicht dort ausübt. Selbst der zuständige Regierungspräsident Kaspar Schläpfer des Kantons Thurgau, den wir im Sommer nach einer Inspektion des Delfinariums darüber informiert hatten, dass die Delfine bei über 40 Grad in der Sonne schmoren und in dem Plastikplanen-Delfinarium verbrennen, weil ein Tor zur schützenden Innenhalle mehrere Tage defekt war, unternahm nichts. Das muss jetzt Konsequenzen haben. Diese unglaubliche Ignoranz muss endlich abgestraft werden, damit das Delfinsterben im Connyland gestoppt wird. Jetzt ist auch die Politik gefordert, damit die im Nationalrat eingereichte Motion für ein Importverbot für Delfine in die Schweiz gesetzlich beschlossen wird.“

Die Zahl der verstorbenen Delfine erhöhte sich mit dem jetzigen Todesfall auf insgesamt sieben innerhalb der letzten drei Jahre, davon alleine drei Delfinbabys. Nach den Vorwürfen der Tierschutz-Organisationen im letzten Sommer gegenüber dem Connyland erhielten WDSF und ProWal vom Bezirksgericht Kreuzlingen auf Antrag des Connyland eine superprovisorische Verfügung die ihnen untersagt, von „Tierquälerei“ zu sprechen. Beide Organisationen legten Widerspruch ein über den bis heute nicht entschieden wurde.

Jürgen Ortmüller (WDSF): „Wir müssten unsere Tierschutz-Vorwürfe jetzt wiederholen, wenn sie uns von dem Schweizer Gericht nicht verboten worden wären. In keinem anderen Land Europas ist dies verboten, wenn Delfine unter mehr als fragwürdigen Umständen gehalten werden und wie die Fliegen wegsterben. Das ist ein Skandal in der sonst angeblich freiheitlichen Schweiz.“

Der Oscar-Preisträger Richard O’Barry, WDSF-Kuratoriumsmitglied, wird morgen in Wiesbaden mit dem Bambi-Preis geehrt. Er wiederholte gestern bezüglich des Connyland und der beiden verbliebenen deutschen Zoo-Delfinarien in Duisburg und Nürnberg in einer Pressemitteilung seine Empfehlung, keine Eintrittskarten für Delfinarien zu kaufen.

 
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