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Geschrieben von: Solar Consulting GmbH, Axel Vartmann   
01. Februar 2012
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Hausbesitzer sollten die Ausmusterung von Stromheizungen in Erwägung ziehen

Was tun, wenn man eine Stromheizung hat? Experten empfehlen eine energetische Haussanierung und eventuell auch einen Austausch der Heizung.
Stromheizungen haben eine schlechte Umweltbilanz und verursachen zu hohe Kosten. Hinzu kommt oft ein mangelnder Komfort älterer elektrischer Nachtspeicherheizungen. Hausbesitzer, die eine solche Wärmeversorgung nutzen, sollten ihre vier Wände rasch energetisch auf Vordermann bringen, rät Claudia Rist vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg. Ob dazu neben einer Dämmung gleich eine Ausmusterung des Heizsystems gehöre, solle im Einzelfall geprüft werden. Energieberater könnten hier wertvolle Entscheidungshilfe leisten. Elektrische Heizgeräte arbeiten vor allem in älteren unsanierten Häusern. Zu Stromheizungen zählen Nachtstromspeicherheizungen, Elektrozimmerofen und Infrarotstrahler. Ihre Anzahl ist beträchtlich: In Deutschland gibt es noch rund 1,4 Millionen Haushalte mit Elektroheizungen – meistens Nachtstromspeichersysteme. In Baden-Württemberg existieren noch 300.000 Haushalte mit Elektroheizungen. Das hat die Landesenergieagentur KEA im Jahr 2009 ermittelt.

Das Landesprogramm hat die wichtigsten Informationen zu Stromheizungen für Hausbesitzer zusammengestellt. Auskunft gibt es auch beim kostenfreien Beratungstelefon von Zukunft Altbau 08000 12 33 33 oder unter www.zukunftaltbau.de. Mangelnde Energieeffizienz: Stromheizungen sind ineffizient, da sie nur wenig mehr als ein Drittel der eingesetzten Primärenergie aus den Kraftwerken in Form von Raumwärme nutzen. „Öl- oder Erdgasheizungen erreichen dagegen leicht das Doppelte“, weiß Dieter Bindel, Vorsitzender des baden-württembergischen Landesverbands der Gebäudeenergieberater, Ingenieure, Handwerker (GIH). Moderne Brennwertheizungen schafften sogar über 80 Prozent. Die Treibhausgasemissionen liegen dementsprechend zwei- bis zweieinhalbmal so hoch – gegenüber Holzpelletheizungen sogar zehnmal so hoch. Zu hohe Kosten: Bei den Gesamtkosten sieht die Bilanz ebenfalls negativ aus. Zwar sind die Anschaffungskosten einer Stromheizung günstiger, da kein Heizkessel und keine Rohrleitungen benötigt werden. Doch die höheren Energiekosten fressen diese Ersparnis rasch wieder auf. Der Grund: Der Heizstrompreis liegt deutlich über dem anderer Energieträger. „Nachtstromheizungen aber besonders tagsüber laufende Heizgeräte und Infrarotstrahler können sich zu einer systematischen Kostenfalle entwickeln“, so Bindel.

Tag- und Nachtstrom zur Wärmeerzeugung kosten derzeit zwischen 14 und 17 Cent pro Kilowattstunde (kWh), der Preis von Ergas und Öl liegt bei acht Cent pro kWh. Für Haushaltsstrom sind derzeit etwa 23 Cent je Kilowattstunde zu bezahlen. Wer also eine Nachtstromheizung nutzt, zahlt das Doppelte für eine Kilowattstunde, bei einer Infrarotheizung mit Haushaltsstrom ist es sogar das Dreifache. Sind die Häuser mit Stromheizungen dann noch ungedämmt, wie das oft der Fall ist, schlagen die Kosten besonders stark zu Buche.

Nicht zukunftsfähig: Heizen mit Strom – noch in den siebziger und achtziger Jahren galt das als zukunftsweisend. So konnten große nächtliche Überkapazitäten aus Atomkraftwerken und Kohlemeilern verkauft werden, ohne die Kraftwerke aufwändig herunterzufahren. Günstige Tarife förderten die Nutzung von Heizstrom. Das ist inzwischen passé. Das Modell passt auch nicht mehr zum heutigen Energiemarkt. Dezentrale und leichter regelbare Kraftwerke in Kombination mit erneuerbarem Strom aus Wind und Sonne machen eine dauerhafte Überproduktion von Strom in der Nacht unwahrscheinlicher. Zu unkomfortabel und unflexibel: Bei Nachtstromheizungen kommt ein weiterer erschwerender Faktor hinzu. In der Nacht laden sich die Heizungen auf und geben durch eine meist keramische Speicherfüllung tagsüber die Wärme wieder per Luftstrom ab. Doch oft sind die Geräte schlecht regulierbar, die Heizluft ist trocken und verteilt den Hausstaub. Bei Infrarotstrahlern wird zwar etwas weniger Energie verbraucht, doch hier wird in der Regel normaler Haushaltsstrom genutzt. Was können Hausbesitzer tun, wenn sie eine Stromheizung haben? Auch Fachmann Bindel rät zu einer energetischen Modernisierung. Eine Dämmung der Gebäudehülle inklusive neuer Fenster senke den Energieverbrauch deutlich. Das reduziere die Höhe der Heizstromkosten. „Ein Energieberater soll dann analysieren, ob der Umstieg auf ein anderes Heizsystem lohnend ist. Wenn ja, sollte man das tun. Dann kann man seine Stromheizung für immer abschalten.“ Möglich ist etwa eine Sanierung zum Passivhaus mit Lüftungssystem und Wärmepumpe.

Manche Stromheizungen werden sogar per Gesetz zu Auslaufmodellen gemacht: Bei Wohngebäuden mit mehr als fünf Wohneinheiten sind Nachtstromheizungen ab 2020 verboten, wenn sie vor 1990 installiert wurden und dort das einzige Heizsystem darstellen. So ist es in der EnEV 2009 festgelegt. Später installierte Geräte müssen nach 30 Jahren ausgemustert werden.

Zukunft Altbau informiert Wohnungs- und Hauseigentümer neutral über den Nutzen energieeffizienter Altbaumodernisierung und über Fördermöglichkeiten. Das Programm des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg hat seinen Sitz in Stuttgart und wird von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) umgesetzt.
 

Kommentare  

 
0 #2 Infrarotheizung A.C.F 2012-02-02 11:50
Es stört mich sehr, dass immer von Wahrheit und Kostentranspare nz gesprochen wird, jedoch genau dies in wie oben genannten Artikeln nicht passiert.
Es werden immer nur EUROs per kWh genannt, und somit Preise per kWh von Strom, Gas Öl verglichen. Das ist eine Verfälschung dem Kunden gegenüber, der fachunkund ist. (einem Vergleich mit Äpfel und Birnen gleich). Bei der Betrachtung der Energie und kostenbilanz sind die gesamt verbrauchten kWh über die Heizperiode zu betrachten. Summe kWh mit entsprechendem Preis aus Gas, Strom, Öl. erst dann zeigt sich welches Heizsystem teuer oder günstig ist. Eine richtig dimensionierte Infrarotheizung läuft ein paar Stunden am Tag, der sogenannte höhere kWh Preis, relativiert sich dabei durch den geringen Gesamt-kWh verbrauch. Es ist meiner meinung nach eine verfälschte Panikmache kWh Preise zu vergleichen, anstelle die Gesamt-kWh-Preis Bilanz darzustellen. Lobbyismus wird dabei hochgehalten und der Endverbraucher zahlt wieder einmal die Rechnung.
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0 #1 Klimaschutz mit StromMarkus Alder 2012-02-02 07:28
Frankreich ersetzte ab 1974 die fossitlthermisc hen Kraftwerke durdch Kernkraftwerke. Durch den tieferen Strompreis wurden Elektroheizunge n interessant. So konnten die CO2- Emissionen um 30 % gesenkt werden. Bei sehr gut isolierten Gebäuden und in Regionen mit mildem Klima muss häufig nur punktuell, etwa im Bad oder im Eingangsbereich oder bei grosser Kälte geheizt werden, da lohnt sich eine aufwendige Heizung mit Ofen und Wasserkreislauf kaum. In der Schweiz setzt sich der Verein Kettenreaktion für eine vernünftige Klima- und Energiepolitik ein. :roll:
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