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Beim Haussanieren auch auf die Wohnbedürfnisse im Alter achten
Geschrieben von: Solar Consulting GmbH, Axel Vartmann   
01. Juni 2010
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Seit 1. Mai gibt die KfW für altersgerechtes Umbauen finanzielle Zuschüsse
Barrierefreie Wohnungen werden künftig stärker nachgefragt, da sich die Bevölkerungsstruktur ändert: Es wird weniger Kinder geben und mehr Senioren.
Die Deutschen werden immer älter. Aus diesem Grund steigt die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen. „Bei einer Haussanierung lohnt es sich deshalb, neben der Reduzierung des Energieverbrauchs gleichzeitig auch barrierereduzierende Maßnahmen zu ergreifen“, sagt Claudia Rist vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg. „Das reduziert die Kosten für das altersgerechte Umbauen, erhöht den Wohnkomfort und steigert die Attraktivität beim Verkauf.“ Der Bedarf ist groß: Mehr als drei Viertel der Hausbesitzer wollen auch im Alter in ihrem Wohneigentum bleiben, ergab im Frühjahr eine repräsentative Umfrage. Seit Mai werden von der Förderbank KfW jetzt auch altersgerechte Umbaumaßnahmen bezuschusst. Bisher gab es nur Darlehen. Auskunft über Sanierungsfragen gibt es beim kostenfreien Beratungstelefon von Zukunft Altbau: 08000 12 33 33.

In zwanzig Jahren werden rund 30 Prozent aller Deutschen über 60 Jahre alt sein. Das ist eine Folge der demografischen Entwicklung: Das durchschnittliche Lebensalter steigt, die Kinderzahl sinkt. Im häuslichen Bereich führt das zu gewandelten Bedürfnissen. Kommen im Alter gesundheitliche Einschränkungen hinzu, können etwa Wohnräume auf mehreren Ebenen, Schwellen, Griffe oder Schalter zu einem unüberwindlichen Hindernis werden.

„Der eigene Wohnraum sollte möglichst lange für die Bewohner uneingeschränkt nutzbar sein. Das ist eine Frage des Komforts“, sagt auch Carmen Mundorff von der Architektenkammer Baden-Württemberg. „Bei einer ohnehin anstehenden Sanierung lohnt es sich daher, Barrierefreiheit von Beginn an mit einzuplanen. So hat man nur einmal Schmutz im Haus. Billiger als eine spätere Ausführung wird es außerdem, da die Handwerker und Planer bereits da sind.“ Badezimmertüren etwa sollten nach außen aufgehen, um genug Aktionsradius im Sanitärbereich zu haben, und mittels eines Steckschlüssels von außen zu entriegeln sein.

Hier hilft die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW. Die Förderbank des Bundes unterstützt beispielsweise die Anpassung von Badezimmern, den Einbau von Aufzügen, die Überbrückung von Treppenstufen oder die Verbreiterung von Türen. Die Förderung erfolgt über ein zinsgünstiges Darlehen oder seit 1. Mai bei selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern und Eigentumswohnungen wahlweise über einen Zuschuss. „Ab einer Investition von 6.000 Euro wird ein Zuschuss von fünf Prozent der förderfähigen Kosten gewährt, maximal 2.500 Euro pro Wohneinheit“, so Carmen Mundorff.

Hausbesitzer sollten sich bei Bedarf frühzeitig ein Gesamtkonzept aus energetischen Sanierungsmaßnahmen und barrierereduzierenden Schritten erstellen lassen, rät Claudia Rist von Zukunft Altbau. Je nach Situation lohne es sich, zusätzlich zum qualifizierten Gebäudeenergieberater einen Planer aus dem Bereich barrierefreies Bauen hinzuzuziehen. Weitere Informationen erhalten Hausbesitzer auch auf der Internetseite des Landesprogramms: www.zukunftaltbau.de (Rubrik Gebäude/weitere Themen).

Die erste bundesweite Umfrage unter Hauseigentümern zu Wohnwünschen im Alter hat kürzlich Folgendes ergeben: Die Befragten bevorzugen das bequeme und möglichst lange Wohnen im eigenen Haus. Gefragt nach der Bereitschaft zur Barrierereduzierung bestätigte ein Viertel der Befragten, eine solche innerhalb der nächsten ein bis vier Jahren ins Auge zu fassen, ein weiteres Viertel hat es bereits vollzogen. Die repräsentative Meinungserhebung befragte 1.040 Hauseigentümer und wurde vom Bauherren-Schutzbund in Zusammenarbeit mit dem Verband Wohneigentum und dem Institut für Bauforschung Hannover durchgeführt.

Zukunft Altbau informiert Wohnungs- und Hauseigentümer neutral über den Nutzen energieeffizienter Altbaumodernisierung und über Fördermöglichkeiten. Das Programm des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg wird von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) in Karlsruhe umgesetzt.
 

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