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Osteoporose-Mittel unter Verdacht
Geschrieben von: HPP Deutschland e.V.   
12. März 2010
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US-Behörde prüft Meldungen über spontane Knochenbrüche nach Bispohosphonat-Behandlungen
Würzburg - Schon seit einigen Jahren wird immer wieder vereinzelt gemeldet, dass einige Patientinnen, die über mehr als 5 Jahre hinweg mit Bisphosphonaten behandelt werden, zwar zunächst eine Verbesserung Ihrer Osteoporose erleben; im Laufe von länger andauernden Therapien kommt es aber offenbar immer wieder zu unerklärlichen spontanen Knochenbrüchen - und zwar ohne größere äußere Einflüsse wie Sturz oder Unfall.

Nachdem vor kurzem der US-Sender ABC auf dieses Phänomen hingewiesen hatte, greifen inzwischen auch andere Medien die Meldung auf. Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA behält die Vorkommnisse nach eigenen Angaben im Auge, möchte aber noch keine Warnung aussprechen, sondern zunächst untersuchen, ob es möglicherweise Zusammenhänge zwischen langfristigen Therapien mit bestimmten Bisphosphonaten und spontanen Frakturen geben könnte.

Gleichgewicht zwischen Knochenauf- und Abbau
Während ein gesunder Knochen sich ständig selbst erneuert, indem er von speziellen Zellen (Osteoklasten) teilweise abgebaut und von anderen Zellen (Osteoblasten) wieder neu aufgebaut wird, ist diese Balance bei der Osteoporose und anderen Formen der Knochenschwäche gestört. Die Wirkstoffgruppe der Bisphosphonate greift hier ein, indem sie die Aktivität der Osteoklasten - und damit den Knochenabbau - bremst.

Rein theoretisch besteht aber die Möglichkeit, dass bei einigen Patienten, nicht nur die abbauenden Knochenzellen, sondern auch die aufbauenden Osteoblasten in ihrer Arbeit behindert werden. In diesem Fall könnte sich der Knochen auch nicht mehr selbst erneuern und könnte bei längerer Behandlung zunehmend spröde werden.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass bei Patienten mit der Knochenschwäche- Erkrankung Hypophosphatasie (HPP) schon länger vor dem Einsatz von Bisphosphonaten gewarnt wird. Die HPP kann bei erwachsenen Patient/innen einer Osteoporose zum Verwechseln ähnlich sehen, allerdings liegt hier ein Enzymdefekt zugrunde, der einen gesunden Knochenaufbau verhindert.

Aus diesem Anlass weist der Patientenverband HPP Deutschland e.V. zum einen darauf hin, dass die Erforschung der relativ seltenen Hypophosphatasie wichtige Erkenntnisse auch für die so genannten „Volkskrankheiten“ wie Osteoporose und Rheuma liefern kann.

Zum zweiten schließt sich HPP e.V. der Forderung der FDA an, Patient/innen mit erkennbar verringerter Knochendichte genau zu diagnostizieren, um mögliche schädliche Folgen einer vorschnell verordneten langfristigen Behandlung mit Bisphosphonaten zu vermeiden. Offenbar ist nicht für jede/n Patient/in eine langfristige Behandlung mit Bisphosphonaten die einzig richtige und beste Lösung.

Genaue Diagnose entscheidend
Denn in der Tat können eine verringerte Knochendichte und eine erhöhte Knochenbrüchigkeit verschiedene Ursachen haben. Schon für die „normale“ Osteoporose sind mehrere verschiedene Faktoren im Gespräch (mehrere genetische Ursachen, Ernährung, Bewegungsmangel). Es sollten aber stets auch andere stoffwechselseitige Ursachen, wie etwa ein Defekt der alkalischen Phosphatase, in Erwägung gezogen werden.

Dankenswerterweise beschäftigen sich inzwischen schon einige engagierte Osteologen (www.dv-osteologie.org) mit diesem Phänomen, allerdings ist noch immer zu wenigen Ärztinnen und Ärzten bekannt, dass die alkalische Phosphatase, die bei vielen Patient/innen routinemäßig ermittelt wird, eine wichtige Rolle für die Knochengesundheit spielt.

Der Patientenverband HPP e.V. bedauert dies und rechnet entsprechend mit einer signifikanten Anzahl an bislang unentdeckten Fällen von Hypophosphatasie.


Würzburg - Veröffentlicht von pressrelations
 

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