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Gründungsmisere statt Gründerzeit

Allen Berichten über erfolgreiche IT-Start-ups zum Trotz – Deutschland steckt in einer Gründungsmisere. Schon das vierte Jahr in Folge verzeichnen die IHKs weniger Gespräche mit angehenden Unternehmern. Außerdem sinkt die Zahl der Menschen im besonders gründungsintensiven Alter zwischen 25 und 45 Jahren. Dabei müsste die Gründungsneigung deutlich steigen, damit der Mittelstand in Deutschland eine gute Zukunft hat. Ein positives Signal kommt von Gründern mit Migrationshintergrund. Hier sehen die IHKs einen Aufwärtstrend.

Immer weniger Interesse an der Existenzgründung

Drei Prozent weniger Gespräche mit Gründern in spe verzeichneten die IHKs im Jahr 2014 (insgesamt 227.703) – der dritte Negativrekord in Folge seit Beginn der IHK-Gründungsstatistik im Jahr 2002. Stark sank die Zahl derer, die aus der Arbeitslosigkeit heraus ihrer IHK ein Konzept vorlegten. Viele qualifizierte Fachkräfte gehen zudem lieber den sicheren Weg einer gut dotierten Festanstellung – die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt begrenzt das Gründungsgeschehen. Immerhin kamen mehr Gründer zur IHK, die weniger aus Mangel an Alternativen, sondern aus unternehmerischem Antrieb den Weg in die Selbstständigkeit gehen wollen, darunter auch viele IT-Start-ups. Doch dieser Trend ist zu schwach, als dass er die abwärts gerichtete Gesamtentwicklung ins Positive drehen könnte.

Gründer/-innen mit Migrationshintergrund beleben das Wirtschaftsgeschehen

Mittlerweile hat fast jeder fünfte Teilnehmer an IHK-Gründungsberatungen einen Migrationshintergrund – fünf Prozentpunkte mehr als im Jahr 2007. Diese potenziellen Gründer sind in der Regel gut vorbereitet und sehr motoviert.

Wirtschaftspolitischen Dreiklang anstreben

Die derzeitige Wirtschaftspolitik ist alles andere als Werbung für Unternehmertum: ein Mehr an Bürokratie, das Unternehmen etwa durch Mindestlohn, Entgeltgleichheitsgesetz und Regulierungen bei Zeitarbeit sowie Werkverträgen droht. Nötig sind ein wirksamer Bürokratieabbau, bessere Finanzierungsbedingungen – und eine Willkommenskultur für Unternehmer.

        Bürokratiehürden beseitigen: Das vom Bundestag beschlossene Bürokratieentlastungsgesetz enthält gute Ansätze: So sollen beispielsweise die Grenzbeträge für die Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten um jeweils 20 Prozent auf 600.000 Euro Umsatz beziehungsweise 60.000 Euro Gewinn steigen. Dies würde ca. 1.000 Gründer pro Jahr entlasten – für den Einzelnen gut, angesichts von rund 300.000 Gründern aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Nach IHK-Erfahrungen wollen zudem nahezu alle Gründer einen „Service aus einer Hand“. Ein wichtiger Schritt zu den von der Bundesregierung angekündigten One-Stop-Agenturen wäre es, wenn alle Bundesländer den IHKs ermöglichen, Gewerbeanzeigen auch rechtsgültig zu bearbeiten. So erhielten Gründer ein Komplettpaket aus Beratung und rascher Anmeldung des Start-ups. Auch sollten Bund, Länder und Kommunen es ermöglichen, innerhalb eines Monats ein Unternehmen inklusive aller erforderlichen Genehmigungen zu gründen.

        Finanzierung verbessern – Start-ups Rückenwind geben: Seit anderthalb Jahren warten Start-ups auf das im Koalitionsvertrag angekündigte Wagniskapital-Gesetz. Nötig ist ein Steuerrecht, das beim Investoreneinstieg sowie beim Anteilseignerwechsel Verluste vollständig berücksichtigt. Denn innovative Gründungen sind durch lange Anlaufphasen und oft sehr unsicheren Markterfolg geprägt. Zudem muss die Politik mit mehr Nachdruck Doppelbesteuerungen vermeiden, um verstärkt ausländische Investoren anzuziehen. Andernfalls läuft Deutschland Gefahr, in puncto Wagniskapital Entwicklungsland zu bleiben.

        Willkommenskultur für Unternehmen schaffen: Mehr Welcome Center, bessere Willkommensstrukturen und auch mehr Sprachkurse für Selbstständige würden Zuwanderern den Einstieg erleichtern. Wir brauchen ein Klima, in dem sich alle Unternehmer wohl fühlen. Dazu müssen alle gesellschaftlichen Akteure stärker über Selbstständigkeit informieren, insbesondere die Schulen.

Ansprechpartner: Dr. Marc Evers, DIHK Berlin, Telefon 030 20308-1508

Tags: Mindestlohn

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