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Wissensexplosion: Druckwelle neuer Fragen
06. April 2010
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Erzbistum Freiburg: Bioethik soll Schule machen - Fachtagung im Mai
Freiburg (pef). Werden Menschen „Selbstdesigner"? Dürfen Medikamente und medizinische Techniken nicht nur zum Heilen einer Krankheit eingesetzt werden, sondern auch zum Optimieren von Gesunden? Wird mit dem Ausweiten heilender Verfahren auf Gesunde eine entscheidende Grenze überschritten? Lassen sich Effizienz, Kontrolle, Schnelligkeit und Glück mit Pillen und Elektroden erreichen? Gibt es ein Grundrecht auf gesunde Kinder? Wird der Gentest künftig den Einstellungstest ersetzen? Die Wissensexplosion in der Gen- und Gehirnforschung verursacht eine Druckwelle neuer Fragen, die nun auch in den Schulen ankommt. Die Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg will das Bewusstsein für die Relevanz bioethischer Fragestellungen schärfen und knüpft deshalb ein „Netzwerk Bioethik“ (http://www.netzwerk-bioethik.de).

Netzwerk sucht Antworten: Dürfen wir alles, was wir können?
Wie aus einer am Montag (5.4.) von der Pressestelle der Erzdiözese in Freiburg verbreiteten Erklärung hervorgeht, sollen junge Menschen so die Möglichkeit bekommen, im Spannungsfeld unterschiedlicher Werte einen eigenen, begründeten Standpunkt zu bioethischen Fragen unserer Zeit zu entwickeln und diesen in den gesellschaftlich-wissenschaftlichen Diskurs einzubringen. Über welche faszinierenden molekularbiologischen Werkzeuge die Biologie als angewandte Wissenschaft verfügt und wie die Kenntnis über Vererbungsprozesse zum Eingriff in die Natur genutzt werden, ist Teil eines modernen Biologieunterrichts und kann im Schullabor praktisch erlebt werden. Mit einem immer detailreicheren Blick stoßen Forscher in neue Dimensionen von Machbarkeit vor. Damit verbunden ist eine wachsende Verantwortung des Menschen gegenüber der Natur und sich selbst. Dürfen wir alles, was wir können?

Diese Frage sprengt die Dimension einer einzelnen Fachdisziplin. Daher ist die Behandlung bioethischer Fragen auch fachübergreifend im Oberstufenlehrplan Biologie verankert. Doch es fehlt oft an geeigneten Materialien und konkreten Unterrichtsmodellen. Wie können Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schülern über eine fundierte naturwissenschaftliche Grundbildung hinaus beim Entwickeln eines eigenen Standpunkts in diesen Fragen unterstützen? Das „Netzwerk BioEthik“ als eine Initiative von Biologielehrern möchte hier ansetzten und Lehrkräfte ganz praktisch unterstützen: Mit Fortbildungen, Material und der Möglichkeit zu kollegialem Austausch.

Seminar für Lehrkräfte: Biologie, Religion, Philosophie und Gemeinschaftskunde
Dazu beitragen soll eine Tagung „Lebenswert? Bioethik in der Schule“, die in Kooperation mit der Katholischen Akademie Freiburg veranstaltet wird. Sie wird vom 10. bis 12. Mai mit den Positionen der aktuellen Debatten auseinandersetzen. Welche Argumente, Fragen und Perspektiven werden in der gesellschaftlichen Diskussion verhandelt? Wie lassen sich diese Positionen altersgerecht im Schulalltag umsetzen - um Schülerinnen und Schüler zu befähigen, an dieser Debatte teilzunehmen? Eingeladen sind alle interessierten Lehrkräfte - insbesondere der Fächer Biologie, Religion, Philosophie und Gemeinschaftskunde.

Die Akademie lädt die interessierte Öffentlichkeit zum Abendvortrag „Menschenwürde und Lebensbeginn“ von Prof. Dr. Schockenhoff am 11. Mai um 19.30 Uhr in die Wintererstraße 1 ein - im Rahmen der Tagung (Teilnehmerbeitrag 5 €; erm. 2,50 €). Ebenfalls besteht bereits um 9.00 Uhr die Möglichkeit, den Vortrag des Hamburger Juristen, Prof. Dr. Reinhard Merkel, zum rechtlichen Status des Embryos zu hören.

Weitere Informationen im Internetportal des Erzbistums Freiburg (www.ebfr.de) sowie bei der Schulstiftung der Erzdiözese: www.schulstiftung-freiburg.de/eip/pages/226_netzwerk_bioethik.php

Auf dem Programm stehen Fachvorträge von Dr. W. Beer (Evangelische Akademien, Berlin), PD Dr. Brenner (Universität Basel), Prof. Dr. R. Merkel (Universität Hamburg), Prof. Dr. M. Reth (Universität Freiburg), Dr. Georg Mildenberger (Universität Heidelberg) und Prof. Dr. E. Schockenhoff (Universität Freiburg) sowie Workshops zu Laborpraxis und Didaktik.


Freiburg - Veröffentlicht von pressrelations
 

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