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KKH: Wer Ruhe bewahrt, ist auf der sicheren Seite

Ob auf dem Zwetschgenkuchen, dem Grillfleisch oder an der Limonade: Derzeit schwärmen wieder vermehrt Wespen aus auf der Suche nach Nahrung. Im August und September erreichen Wespenvölker ihre maximale Größe. „Rücken sie uns Menschen auf die Pelle, kann das ganz schön an den Nerven zerren“, sagt Christiane Cranz vom KKH-Serviceteam in Oranienburg. „Dennoch sollte niemand nach Wespen schlagen oder ihren Nestern zu nahe kommen. Denn fühlen sie sich bedroht, reagieren sie aggressiv und stechen dann häufig zu.“ Wespenstiche können sehr schmerzhaft sein und eine Schwellung, Juckreiz sowie Brennen auslösen, sind aber in der Regel ungefährlich.

„Lassen Sie Wespen am besten in Ruhe, schieben Sie sie höchstens sanft beiseite, dann sind Sie auf der sicheren Seite“, empfiehlt Christiane Cranz. Wer meint, Wegpusten sei eine sanfte Methode, um die Plagegeister zu vertreiben, der irrt. Denn das in der Atemluft enthaltene Kohlendioxid macht sie aggressiv. Bewährt hat sich, Wespen mit einer speziellen Futterquelle abzulenken wie überreife Weintrauben einige Meter vom Esstisch entfernt.

Wer Wespenstichen vorbeugen möchte, sollte beim Essen und Trinken im Freien achtgeben, beispielsweise Getränke in Flaschen und Dosen mit Strohhalm trinken. Weiter wichtig:

  • Speisereste am Mund insbesondere auch von Kindern abwischen.
  • Haut mit einem Insektenschutzmittel flächendeckend schützen.
  • Auf Haarspray, Parfüm, duftende Shampoos oder Deos möglichst verzichten, da intensive Gerüche Insekten anlocken. Und Vorsicht: Auch Schweiß zieht Insekten an.
  • Äpfel, Birnen und andere Früchte rechtzeitig ernten und Fallobst aufsammeln, da sich Wespen gern daran aufhalten.
  • Beim Barfußlaufen durch Gras aufmerksam sein.
  • Bei Gartenarbeiten möglichst lange Hosen, langärmelige Oberteile und Kopfbedeckung tragen.

Hat doch einmal eine Wespe zugestochen, die Einstichstelle sofort mit Eiswürfeln, Kältekompresse oder Leitungswasser kühlen. Das beugt Juckreiz vor. Lindernd wirken auch aufgelegte Zwiebelscheiben sowie kalte Umschläge mit Essig oder essigsaurer Tonerde. Die Entzündung lässt sich mit speziellen, kühlenden Cremes oder Gels hemmen. Ernst zu nehmen ist ein Insektenstich am oder im Mund, da er zu einer starken Schwellung und zu Erstickungsgefahr führen kann. In solch einem Fall umgehend den Notarzt rufen.

Gefährlich können Wespenstiche vor allem für Menschen sein, die auf Insektengifte allergisch reagieren. Schwillt bei ihnen beispielsweise die betroffene Gliedmaße stark an, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Treten lebensbedrohliche Reaktionen wie Atemnot, Schwindel oder Herzbeschwerden auf, ist umgehend ein Notarzt zu alarmieren. „Insektengift-Allergiker sollten in der Sommerzeit stets ein Notfall-Set mit sich führen“, rät Cranz. „Es enthält unter anderem eine Adrenalin-Spritze, falls Kreislaufprobleme auftreten. Die Kosten hierfür übernehmen – bis auf die gesetzliche Zuzahlung – die Krankenkassen.“

Tags: Vorsorge

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