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„Wer Angst hat, ist empfänglicher für Vorurteile“

 Dr. med. Bastian Willenborg, Chefarzt der Oberbergklinik Berlin/Brandenburg und Experte für Angsterkrankungen.

Atomkrieg, Überfremdung, sozialer Abstieg: Das Thema Ängste ist im Wahljahr präsent wie lange nicht. Doch warum fürchten Menschen sich überhaupt vor abstrakten Bedrohungen? Und wie beeinflusst Angst unsere Analyse- und Entscheidungsfähigkeit? Ein Gespräch mit Dr. med. Bastian Willenborg, Chefarzt der Oberbergklinik Berlin/Brandenburg und Experte für Angsterkrankungen.

„Wer Angst hat, blendet Untertöne aus und vereinfacht. Das kann dazu führen, dass ängstliche Personen empfänglicher für Vorurteile und Schwarz-weiß-Denken sind“, so Dr. Willenborg.

Herr Dr. Willenborg, sollten wir Angst vor einem Atomkrieg haben?

Nein – auch wenn diese Befürchtung nicht völlig aus der Welt gegriffen ist. Wer starke Angst vor einem Atomkrieg hat, sollte sich aber fragen: Wie realistisch ist es, dass ein solches Szenario wirklich eintritt? Und wie sehr sollte ich mich durch diese Wahrscheinlichkeit beeinflussen lassen? Häufig ist es so, dass die gefühlte Wahrscheinlichkeit deutlicher höher ist als die realistische.

Warum haben Menschen überhaupt Angst?

Angst ist die natürliche Reaktion des Körpers auf eine Gefahr. Angst versetzt den Organismus in Alarmbereitschaft und bereitet uns auf Kampf oder Flucht vor. Entwicklungsgeschichtlich ist Angst ein Vorteil, der uns hilft, zu überleben.

Was genau passiert in unserem Körper, wenn wir Angst haben?

Der Organismus schüttet Hormone aus, vor allem Adrenalin und Cortison. Es wird Energie zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig steigen Blutdruck und Herzfrequenz. All dies macht uns leistungsfähiger, damit wir unser Leben schützen können.

Warum sagt man dennoch, Angst sei ein schlechter Berater?

Emotionen sind per se weder gut noch schlecht. Sie haben immer eine Funktion. Die Angst macht da keine Ausnahme. In Situationen, in denen wir tatsächlich bedroht sind und wir rasch Entscheidungen treffen müssen, ist Angst sogar ein guter Berater. Wenn wir aber komplexe Zusammenhänge erkennen, analysieren und miteinander in Verbindung bringen müssen, ist das Gegenteil der Fall. Der Grund ist ganz einfach: Wer Angst hat, muss schnell entscheiden – und blendet Details aus.

Viele Menschen scheinen Angst zu haben, ohne dass ihr Leben akut in Gefahr ist.

Wenn wir uns tatsächlich in einer gefährlichen Situation befinden, ist die natürliche Angst-Reaktion des Körpers wichtig. Angst vor abstrakten Bedrohungen ist hingegen weniger günstig. Eine menschliche Fähigkeit ist es, sich auf unterschiedliche Situationen einzustellen. Das beinhaltet auch, dass man sich abstrakte Bedrohungen vorstellen kann. Diese Vorstellungen dann als wahrscheinliche Zukunft zu interpretieren, kann wiederum zu ausgeprägten Angstreaktionen führen. Haben die Betroffenen dann oft Angst, ohne dass eine reale Bedrohung besteht, kann es zu einer chronischen Erhöhung des Cortison- und Adrenalinspiegels kommen. So können Stress und, im schlimmeren Falle, anhaltende Ängste oder auch andere Erkrankungen entstehen.

Worin unterscheidet sich das Denken von Menschen mit vielen Ängsten von solchen, die nur selten Angst haben?

Wer Angst hat, blendet Untertöne aus und vereinfacht. Das kann dazu führen, dass ängstliche Personen empfänglicher für Vorurteile und Schwarz-weiß-Denken sind.

Neigen bestimmte Menschen eher zu Ängsten als andere?

Ja. Menschen, die unter Selbstwertproblemen leiden und ein starkes Sicherheitsbedürfnis haben. Deshalb neigen ängstliche Personen auch dazu, Sicherheit über Freiheit zu stellen.
Wer selbstbewusst ist und nach Freiheit strebt, hat deutlich seltener Ängste.

Am 24. September wird ein neuer Bundestag gewählt. Hat Angst in der Wahlkabine etwas verloren?

Nein. Gerade bei einer Wahl geht es darum, schwierige Zusammenhänge zu verstehen und Positionen abzuwägen. Angst ist dabei nur hinderlich. Bestimmte Parteien – insbesondere am rechten und linken Rand – versuchen im Wahlkampf jedoch Ängste zu schüren. Dessen sollten sich die Wähler bewusst sein.

Die Oberbergkliniken sind Ansprechpartner für Menschen mit Depressionen, Abhängigkeitserkrankungen, Burn-out, Zwangs-, Angst- und Panikstörungen sowie Traumafolgestörungen. In den Akutkliniken wird eine intensive, individuelle und innovative Psychotherapie angeboten. Im Vordergrund des Heilungsprozesses stehen das persönliche emotionale Profil des Patienten und der achtsame Umgang mit seinen inneren Ressourcen. Das Arzt/Therapeuten-Patienten-Verhältnis von nahezu 1:2 gewährleistet beste Therapiemöglichkeiten.

Die Kliniken sind an den Standorten Wendisch Rietz in Brandenburg, Hornberg im Schwarzwald und Extertal-Laßbruch im Weserbergland vertreten. Darüber hinaus bieten 21 zentral gelegenen Oberberg City-Standorte eine prä- und poststationäre psychotherapeutische Behandlung an. Die Oberbergkliniken bieten Hilfe bei der Kostenklärung an. Weitere Informationen finden Sie unter: www.oberbergkliniken.de
Die Oberbergkliniken sind ein Unternehmen der Oberberggruppe.

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