| FTTH Council Europe: Nur FTTH überwindet Kluft zwischen Stadt und Land |
| Geschrieben von: arcendo communications gmbh |
| 11. Oktober 2011 |
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BRÜSSEL - Nadia Babaali, Communications Director beim FTTH Council Europe, sieht eine zukunftssichere Breitbandversorgung vor allem auf dem Land als essenzielle Grundlage für wettbewerbsfähige und prosperierende Regionen in Europa. In ihrem Kommentar fordert Babaali gleiche Voraussetzungen für Stadt- und Landbewohner. "Wenn Sie dies auf dem Weg zur Arbeit in einem vollbesetzten Nahverkehrszug lesen, dann können Sie sich noch relativ glücklich schätzen. Denn Sie haben immerhin einen Sitzplatz ergattert - oder zumindest genügend Ellenbogenfreiheit, um eine Zeitung aufzuschlagen oder Ihr Smartphone zu bedienen. Das mit dem Glück ist, wie gesagt, relativ. Wenn Sie zum Beispiel in London wohnen, dann steht die Chance zwei zu eins, dass sie nun mindestens 45 Minuten Zeit zum Lesen haben. Vielleicht gehören Sie aber auch zu den 20 Prozent der Berufspendler, die nach Angaben des britischen Office of National Statistics jeden Tag mehr als eine Stunde zum Arbeitsplatz unterwegs sind. RegierungsstimulusSprechen wird man sicher auch über die neuen Pläne der Europäischen Kommission: Neun Milliarden Euro will man in der Etatperiode 2014 bis 2020 für Breitband-Kommunikation bereitstellen. Neue GeschäftsmodelleSchnelle Breitbandverbindungen kommen allen gesellschaftlichen Bereichen zugute. Am meisten profitiert man von der modernen Kommunikationstechnik aber auf dem Lande. Eine Studie, die im Auftrag des FTTH Council Europe durchgeführt wurde, stellt dies eindrucksvoll unter Beweis (1). Doch nach wie vor legen die Anbieter lieber noch eine weitere Leitung in ein dicht besiedeltes Gebiet - obwohl es dort schon schnelle Verbindungen und viele digitale Services gibt. Abseits der großen Metropolen hat der Kunde dann nur noch die Wahl zwischen antiquierten Kupferkabeln und Mobilnetzwerken. Wer also gegen den Trend FTTH in ländlichen Gebieten anbietet, kann wahrscheinlich eine höhere Anschlussrate im Verhältnis zur Einwohnerzahl erzielen, und er kann seine Services besser an den Mann bringen, zum Beispiel Internet-Fernsehen, HD-Filme zum Download oder Angebote aus dem Gemeinde- und Gesundheitsbereich. Es erschließen sich aber auch ganz neue Geschäftsmodelle. In Norwegen hat ein regionaler Energieversorger eine Tochtergesellschaft namens Altibox gegründet, die auch Gemeinden mit nur 300 oder 400 Haushalten an das FTTH-Netz anschließt. Altibox lässt die Kunden die nötigen Grabungsarbeiten selbst durchführen und hält so die Kosten niedrig. Das innovative Unternehmen hat mittlerweile in Norwegen einen Anteil am Breitbandmarkt von 13,4 Prozent und kann mit seiner Infrastruktur 70 Prozent aller Haushalte erreichen. Ein weiterer Vorteil der Highspeed-Kommunikation gerade in ländlichen Gebieten: Sie kann Wege verkürzen. In Nordschweden können Patienten bereits per Glasfaser-Anschluss medizinisches Personal konsultieren, ohne weite Strecken ins nächste Krankenhaus fahren zu müssen. High-Tech-Jobs auf dem DorfIn Nordschweden liegt auch die Gemeinde Hudiksvall. Dort werden die ökonomischen und sozialen Vorteile von FTTH-Netzwerken besonders deutlich. Als Reaktion auf den Bevölkerungsschwund hatte man bereits 2004 Glasfaser-Leitungen gelegt, um bessere Services anzubieten und die Region für Arbeitgeber attraktiv zu machen. Das Ergebnis war ein Wachstum von 6 bis 14 Prozent pro Jahr bei den Unternehmens-Neuansiedelungen. Und sogar das schwedische Forschungsinstitut ARCEO wählte Hudiksvall als Standort. Wollen wir ein Europa der prosperierenden Regionen oder ein Europa der Mega-Cities?Viele für die Entwicklung der europäischen Regionen richtungweisende Entscheidungen werden zurzeit getroffen. Auf den Open Days diskutiert und analysiert man die Budgetvorschläge der EU für 2014 bis 2020. Klare Bekenntnisse für Investitionen in die Erschließung ländlicher Gebiete und für die Glasfaser als Übertragungsmedium könnten auch Regionen abseits der Ballungsgebiete wettbewerbsfähig und erfolgreich machen. Die Open Days in Brüssel führen mehrere Tausend Teilnehmer aus europäischen Staaten zusammen, um die Auswirkungen der Digitalen Agenda auf ländliche Gebiete zu diskutieren. FTTH Council Europe: Das FTTH Council Europe ist eine Unternehmensorganisation mit dem Ziel, die Verfügbarkeit Glasfaser-basierender Ultra-High-Speed-Zugänge für Firmen und Privatkunden voranzutreiben. Das Council setzt auf diese Technologie, weil sie eine Fülle neuer Services ermöglicht - und damit mehr Lebensqualität, mehr Umweltschutz und mehr Wettbewerbsfähigkeit. Im FTTH Council Europe haben sich mehr als 150 Unternehmen zusammengeschlossen. www.ftthcouncil.eu |




