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TÜV-Tipp Benzinsparen

Teil 1: Fahrweise

Paderborn -  Die Umwelt und gleichzeitig den Geldbeutel schonen? Das ist leichter, als man denkt. Wer einige Tipps beachtet und seine Fahrweise etwas anpasst, der kann als Autofahrer bis zu 20 Prozent Kraftstoff sparen. Michael Schlüting, Leiter der TÜV-STATION Paderborn 1 (An der Talle), verrät im ersten Teil der zweiteiligen Serie die drei hilfreichsten Tipps und Tricks zur Fahrweise, um den Spritverbrauch zu reduzieren.

Optimale Drehzahl

Den größten Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch hat der Fahrstil. Das beginnt schon beim Starten des Motors: Den Wagen sollte man nicht lange warm laufen lassen, sondern sofort losfahren. Auch das Schaltverhalten macht einen Unterschied. „Unmittelbar nach dem Anfahren sollte in den zweiten Gang geschaltet werden. Ein Hochschalten in den jeweils nächsten Gang empfiehlt sich bei etwa 2.000 Umdrehungen“, sagt Schlüting. „Gleichzeitig sollte man so wenig wie möglich runterschalten.“ Beim Fahren liegt der optimale Drehzahlbereich je nach Fahrzeugtyp zwischen etwa 1.500 und 2.000 Umdrehungen. „Hier ist das Verhältnis von Kraftstoffverbrauch und -nutzen am besten“. Wer entsprechend fährt, wird daher den Unterschied schnell in seinem Geldbeutel feststellen.

Ruhig mal abschalten

Neuere Autos verfügen bereits häufig über eine Abschaltautomatik. Zu Recht, denn ein Motor verbraucht auch im Leerlauf Sprit. Bei älteren Modellen lohnt es sich, sofern die Batterie ausreichend stark ist, ab einer Wartezeit von 20 Sekunden an roten Ampeln den Motor abzuschalten. „Dann muss aber bei schlechten Sichtverhältnissen darauf geachtet werden, ob das Abblendlicht mit ausgeht. Im Zweifelsfall den Zündschlüssel direkt wieder auf Zündung drehen, um das Licht einzuschalten“, sagt Schlüting.

Vorausschauendes Fahren

Besonders wichtig ist vorausschauendes Fahren, um kurzfristige Sprints und harte Bremsmanöver zu vermeiden. Der TÜV-Experte rät: „Wer bereits in der Entfernung die Ampel auf Rot umspringen sieht, sollte rechtzeitig den Fuß vom Gas nehmen und die motoreigene Bremswirkung nutzen.“ Gerade für modernere Wagen mit automatischer Schubabschaltung ist dies empfehlenswert, denn das System unterbricht die Kraftstoffzufuhr, wenn das Gaspedal nicht betätigt wird. „Eine gleichmäßige Fahrweise, das sogenannte ‚Mitschwimmen im Verkehrsfluss‘, hilft, sparsamer und entspannter ans Ziel zu kommen.“ Vor allem auf Autobahnen und Schnellstraßen ist zudem eine konstante Geschwindigkeit einem ständig wechselnden Fahrtempo vorzuziehen. Schlüting: „Wer häufig bremsen und wieder beschleunigen muss, verbraucht mehr Kraftstoff als ein Fahrer mit gleichmäßigem Tempo.“ Im zweiten Teil der Tippserie wird Michael Schlüting verraten, welchen Einfluss Fahrzeugteile und elektronische Extras auf den Verbrauch haben – und wie sich durch den richtigen Umgang mit diesen zusätzlich Kraftstoff einsparen lässt.

Teil 2: Fahrzeugoptimierung

Geld sparen und dabei Mutter Natur etwas Gutes tun – mit ein paar Tipps bekommt das jeder Fahrzeughalter hin. Im ersten Teil erklärte Michael Schlüting, Leiter der TÜV-STATION Paderborn 1 (An der Talle), welchen Einfluss die Fahrweise auf den Spritverbrauch hat. Im zweiten und letzten Teil der Serie verrät er vier weitere nützliche Tricks zu Fahrzeugoptimierung und -handhabung, mit denen sich zusätzlich Kraftstoff sparen lässt.

Möglichst wenig Rollwiderstand

Einen großen Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch haben die Autoreifen. „Je geringer der Rollwiderstand der Räder ist, desto besser für den Spritverbrauch“, erklärt Schlüting. „Bei Leichtlaufreifen ist der Widerstandniedriger, dadurch kann Kraftstoff eingespart werden“. Für Vielfahrer können sie sich lohnen.

Aber auch für Besitzer konventioneller Reifen hat der TÜV-Experte einen Tipp: „Man sollte immer für ausreichend Druck sorgen. Bereits 0,5 bar zu wenig im Reifen erhöhen spürbar den Kraftstoffverbrauch“. Besser ist es, den Reifendruck etwas höher zu halten. „Bis zu 0,3 bar extra können dem Reifen nicht schaden, senken aber den Rollwiderstand und somit den Verbrauch“, weiß Schlüting.

Außerdem sollte beim Kauf auf das seit 2012 vorgeschriebene EU- Reifenlabel geachtet werden. Mit diesem geben die Hersteller an, welchen Effizienzklassen die Reifen in puncto Kraftstoffverbrauch, Nasshaftung und Rollgeräusche zuzuordnen sind.

Keinen unnötigen Ballast mitnehmen

Mehr Masse bedeutet auch einen höheren Energieaufwand, um den Wagen in Bewegung zu setzen. Schon 100 Kilogramm zusätzlich an Bord erhöhen den Verbrauch um bis zu 0,3 Liter pro 100 gefahrene Kilometer. Außen angebrachtes Zusatzgewicht, wie Dachboxen oder Fahrradträger, schlägt zusätzlich zu Buche. Außerdem erhöhen solche Geräte den Luftwiderstand. Somit muss mehr Sprit zur Fortbewegung verbraucht werden. „Jeder sollte abwägen, ob der ungenutzte Fahrrad- oder Dachträger spazieren gefahren werden muss. Auf Dauer summieren sich auch hier die Mehrkosten“, weiß Schlüting. „Wer stattdessen sofort auf voller Leistung die Temperatur reguliert, verbraucht in kurzer Zeit auch entsprechend viel Kraftstoff.“

Klimaanlage und Co. richtig nutzen

Sitzheizung, Gebläse, Soundsystem und Beleuchtung – mit dem erhöhten Strombedarf elektronischer Extras steigt auch der Kraftstoffverbrauch des Autos. „Besonderen Einfluss hat zum Beispiel die Klimaanlage. Hier schwankt der Mehrverbrauch stark: Im Extremfall verlangt sie bis zu zwei Liter auf 100 Kilometer zusätzlich“, so der TÜV-Experte. „Auch der Standheizungsbetrieb kostet extra. Die Höhe des Spritbedarfs hängt dabei immer von Fahrzeug, Geräteeigenschaften und den Klimatisierungsbedingungen ab.“ Allerdings ist die Nutzung der Heiz- bzw. Kühlanlage trotzdem ratsam: Wer bei konstant angenehmer Innenraumtemperatur unterwegs ist, fährt nämlich aufmerksamer und damit sicherer.Deshalb will die richtige Handhabung der Klimaregulierung gelernt sein: „Im Sommer kann es beispielsweise vorkommen, dass man in einen brütend heißen Innenraum steigt. Hier am besten die Fenster weit öffnen und vor dem Einsatz der Klimaanlage gut durchlüften“, rät Schlüting. In vielen Fahrzeugen sorgt heute bereits eine vollautomatische Klimaregelung für gleichbleibende Temperatur und erspart einem so das ständige „Nachregeln“.

Übrigens: Bei hoher Geschwindigkeit ist die Klimaanlage den geöffneten Fenstern vorzuziehen. „Offene Fenster und Schiebedächer haben einen negativen Einfluss auf die Aerodynamik des Wagens. Dadurch erhöht sich auf Schnellstraße und Autobahn der Verbrauch und man spart gegenüber der Klimaanlage gar nichts“, so der TÜV-Experte. Sparpotenzial nutzen Wer alle Tipps und Tricks beachtet, kann seinen jährlichen Kraftstoffverbrauch deutlich reduzieren, bis zu 20 Prozent sind möglich. Doch am meisten spart natürlich, wer für kurze Strecken mal auf den Wagen verzichtet und die Sonntagsbrötchen zu Fuß oder mit dem Fahrrad holt. „Bei diesem Tipp ist der Spritverbrauch mit Abstand am geringsten“, bemerkt Schlüting.

TÜV-STATION Paderborn 1 (An der Talle)
An der Talle 7
33102 Paderborn

Tags: Auto

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