Aufbruchstimmung: Zahl der Neugründungen im Südwesten steigt um 40 Prozent

Verfasst von Wirtschaftsregion Südwest GmbH am . Veröffentlicht in Lörrach

Alexander Maas ©Wirtschaftsregion-Südwest-GmbH

Erster „Startup Monitor“ für die Regionen Südlicher Oberrhein und Hochrhein vorgestellt

Auch jenseits der großen Städte wird erfolgreich gegründet. Dies geht aus den Ergebnissen des ersten regionalen „Startup Monitor 2021“ für die Regionen Südlicher Oberrhein und Hochrhein hervor. Die umfassende Studie wurde kurz vor Weihnachten von der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM), der Wirtschaftsförderung Region Freiburg e. V. (WRF), der Wirtschaftsregion Südwest GmbH (WSW) und startUp.connect Ortenau zusammen mit dem Bundesverband Deutsche Startups e. V. vorgestellt. Für die Erstellung der Studie wurde eine Umfrage durchgeführt, an der 72 Start-ups aus den Regionen Südlicher Oberrhein und Hochrhein teilgenommen haben. Im Fokus der meisten Gründerinnen und Gründer steht das Thema Nachhaltigkeit.

Trotz der Coronapandemie lag die Zahl der Neugründungen im Südwesten im Jahr 2020 deutlich über dem Vorjahr 2019. Mit einem Anstieg von 40 Prozent liegt dieser im Südwesten über der bundesweiten Zunahme von 13 Prozent. „Im Südwesten ist eine hohe Dynamik im Bereich der Start-ups zu spüren, es herrscht eine gewisse Aufbruchstimmung“, sagt Alexander Maas, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Südwest GmbH. Insgesamt erfolgten in Baden-Württemberg von 2019 bis Mitte 2021 754 Startup- Neugründungen, dies entspricht einem Anstieg von 19 Prozent.

Als Start-ups werden innovative, wissensintensive und oftmals technologiebasierte Gründungen bezeichnet, die in Zeiten von Klimawandel, globaler Migrationsströme oder Pandemien versuchen, Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu geben. Start- ups sind die regionalen Unternehmen der Zukunft: In den Regionen Südlicher Oberrhein und Hochrhein beschäftigen 24 Prozent der Start-ups mehr als fünf Mitarbeitende, bundesweit liegt diese Quote bereits bei 43 Prozent. 86 Prozent der regionalen Start-ups planen jedoch, im kommenden Jahr neue Stellen zu schaffen. „Die Start-ups sind im Vergleich nicht nur zahlreicher, sondern auch weiblicher – der Anteil der Gründerinnen liegt mit 24 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 18 Prozent“, so Yannick Haldenwanger von startUp.connect Ortenau.

Die Regionen Südlicher Oberrhein und Hochrhein zeichnen sich durch eine besondere Stärke in den Feldern Umwelttechnologien, Ernährung, Industrie sowie Medizin aus. „In der Region Freiburg können die meisten Neugründungen – jede fünfte – im Bereich der Gesundheitswirtschaft verzeichnet werden“, so FWTM-Geschäftsführerin und WRF- Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme. „Mit fünf Fraunhofer Instituten und dem Hahn- Schickard-Institut für Mikroanalysesysteme bietet Freiburg im Bereich der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung die optimalen Voraussetzungen für Start-ups und innovative Gründungen.“ In den Kreisen Waldshut und Lörrach entfallen die Hälfte der Neugründungen auf die Bereiche Ernährung und Medizin. Im Ortenaukreis bewegen sich mehr als ein Viertel der Neugründungen in den Branchen Ernährung und Industrie. Die regionalen Start-ups kooperieren häufiger mit Unternehmen, die Quote liegt bei 72 Prozent. Im bundesweiten Vergleich sind es nur 65 Prozent.

Der Südwesten sticht zudem mit seinem Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit hervor: Insgesamt 37 Prozent verschreiben sich in ihrem Handeln vollständig der sogenannten Green Economy. Bundesweit liegt die Quote bei 24 Prozent. Start-ups im Südwesten wünschen sich mehr als in anderen Regionen Deutschlands organisches Wachstum und strategische Investoren. Die Start-ups in der Region zeigen, dass sich Wachstum und Nachhaltigkeit nicht ausschließen, sondern gemeinsame Ziele sein können: Im Hinblick auf potenzielle Investoren gaben 40 Prozent der befragten Gründerinnen und Gründer an, dass das Thema Nachhaltigkeit für sie ein wichtiges Kriterium ist. Mehr als jedes zweite Start-up (rund 53 Prozent) bewertet das lokale Ökosystem positiv. Während die Anziehungskraft für Talente gegenüber vergleichbaren Regionen positiv hervorsticht, fehlt es an bezahlbaren Büroflächen.

„Start-ups bringen Innovation in die Praxis und schaffen so zukunftssichere Arbeitsplätze. Damit werden sie immer mehr zur treibenden Wirtschaftskraft in Deutschland“, sagt Jannis Gilde vom Bundesverband Deutsche Startups. „Der vorliegende Report zeigt beispielhaft, dass auch jenseits der Metropolen zukünftig gerade in der Fläche große Potenziale für Start-up-Gründungen schlummern. Für Regionen wie den Südlichen Oberrhein und den Hochrhein ist es dabei wichtig, Gründungen in der Breite zu fördern, die eigenen Stärken weiterzuentwickeln und sich gezielt mit anderen Ökosystemen zu vernetzen.“

„In den nächsten Wochen wird die WSW die detaillierten Ergebnisse der Studie über ihre Social Media Kanäle bei Facebook und Linkedin vorstellen“ so Geschäftsführer Alexander Maas. Der „Startup Monitor 2021“ kann kostenfrei online unter Mediathek eingesehen werden.

Über den Deutschen Startup Monitor
Der Deutsche Startup Monitor (DSM) wird seit dem Jahr 2013 aufgelegt. Ziel des DSM ist es, die Start-up-Forschung voranzubringen, das Ökosystem in all seinen Facetten abzubilden und neue Impulse zu setzen. Gemeinsam mit seinen Partnerinnen und Partnern hat der Bundesverband Deutsche Startups e. V. in den vergangenen Jahren den DSM zu einer international anerkannten Untersuchung ausgebaut.

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