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Bestürzung über Tod eines Hais im Aquarium des Stanglwirt

Promi-Hotel Stanglwirt beklagt Hai-Tod – Tierschützer protestieren – Hai-Haltung soll gestoppt werden

Geschützter Schwarzspitzen Riffhai im Biohotel-Stanglwirt  (ProWal/WDSF-Privatfoto)Die deutschen Meeresumweltschutz-Organisationen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und ProWal protestierten im Juni bereits gegenüber dem „Bio-Hotel Stanglwirt“ in Going/Tirol gegen die Haltung eines geschützten Schwarzspitzen Riffhais in einem 28 Kubikmeter-Aquarium der Hotel-Sauna. Die Eigentümerfamilie Hauser des Promi-Hotels reagierte schnell und veranlasste den umgehenden Transfer des Zwei-Meter-Hais in den Aquazoo Schmiding, nachdem verschiedene Aquarien in Deutschland und Österreich eine Aufnahme abgelehnt hatten. Nach einem dreistündigen Transport verstarb der Hai am vergangenen Montag. Bereits vor einem halben Jahr war ein anderer Hai in dem relativ kleinen Aquarium von dem jetzt verstorbenen Tier totgebissen worden. Bereits in der Transportkiste war der Hai ins Koma gefallen. Helfer bemühten sich in Schmiding 12 Stunden lang vergeblich um das Überleben des Tieres. WDSF und ProWal kritisieren die Umstände des Transports und dass sie trotz ihres Angebots in die Abwicklung des Transfers nicht eingebunden wurden. Sie vermuten nun Transportmängel, die zum Stress-Tod des Hais geführt haben.

Der Meeresbiologe Robert Hofrichter (Geschäftsführer der Organisation „mare-mundi“), hatte auf Wunsch des Stanglwirts die Transportvorbereitungen begleitet. In einem Gespräch mit dem WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller teilte Hofrichter gestern mit, dass der Hai bereits vor dem Transport verletzt und blind gewesen sei. Eine Einschläferung hätte dem Tier Leid erspart, so Hofrichter.

Die Tierschutz-Organisationen WDSF und ProWal hatten die Hotel-Miteigentümer Maria Hauser vorsorglich darauf hingewiesen, dass ein Transfer des etwa 12 Jahre alten Tieres Risiken berge und nicht übereilt realisiert werden solle, da es erforderlich sei, dass sich Experten mit dem Transport befassen müssten. Die beiden Geschäftsführer Jürgen Ortmüller (WDSF) und Andreas Morlok (ProWal) hatten sich in einem Schreiben an Maria Hauser Ende Juni „ganz klar gegen eine Unterbringung des Hais im Aquazoo Schmiding“ ausgesprochen und das geplante Becken als „Badewanne“ bezeichnet, weil die vorgesehenen 400 Kubikmeter beispielsweise nur einer Fläche von etwa 10 x 20 Meter bei 2 Meter Tiefe entsprächen und damit zu klein sei, um mit anderen bereits in Schmiding gehaltenen Schwarzspitzen Haien untergebracht zu werden.

Da eine Auswilderung nach der 12-jährigen Gefangenschaft nach Aussagen der Tierschutz-Organisationen zum sicheren Tod des Tieres geführt hätte, hatten sie eine Unterbringung in einer Anlage wie beispielsweise im Meereszentrum Fehmarn mit rund 3000 Kubikmeter Wasser vorgeschlagen.

Die Transportvorbereitung des Tieres wurden nach Angaben von Maria Hauser vom Stanglwirt der Artenschutzorganisation „Sharkproject Austria“, dem Aquaristen Kurt Hofbrucker und dem Meeresbiologen Robert Hofrichter übertragen. Das Sharkproject besteht nach eigener Aussage überwiegend aus Tauchern, die sich „in der freien Natur in der Beobachtung und im Umgang mit diesen Tieren einiges an Wissen und Erfahrung aneignen konnten“, wie sie in einer Stellungnahme zum geplanten Hai-Transfer schreiben. Sharkproject hatte darauf hingewiesen, dass die Überlebenschance beim Transfer des Hais von der Dauer des Transports abhängig sei. Daher wählte der Stanglwirt nach eigener Aussage den relativ kurzen Transferweg nach Schmiding. Warum nicht auch die zuständige Amtsbehörde über den Transport informiert wurde, konnte Frau Hauser vom Stanglwirt bisher nicht beantworten.

ProWal und WDSF bemängeln, dass sie über das Transportdatum nicht informiert worden waren und dass bei der Transportvorbereitung kein Veterinärmediziner zugegen war. Die Wetterbedingungen seien am Todestag mit knapp 30 Grad Hitze völlig ungeeignet für einen stressarmen Transfer des Tieres gewesen. Für solch einen Transport hätten außerdem Spezialisten aus den USA angefordert werden müssen, so wie es im Meereszentrum Fehmarn üblich sei, selbst wenn ein Hai nur von einem Becken in ein Nachbarbecken gebracht werde, so die beiden Organisationen. Frau Hauser, die sich über den Tod des Hais sehr betroffen zeigte, sagte gegenüber dem WDSF nun eine Autopsie des Hais zu, da auch Fragen zur Medikamentengabe nicht eindeutig beantwortet werden konnten.

Über die zukünftige Nutzung des Aquariums herrscht in der Eigentümerfamilie des Hotel Stanglwirt Uneinigkeit. Während sich der Vater, Balthasar Hauser, für weitere Haianschaffungen ausspricht, setzt sich seine Tochter Maria dafür ein, dass das nun verwaiste Becken ohne Haie und nur noch mit Korallen und bunten Zierfischen aus einer Zucht bestückt werden soll.—

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