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Pilzvergiftung: Nur ein Arzt kann helfen

Johanniter raten von „alten Hausmitteln“ ab
Immer mehr Menschen gehen wieder selbst Pilze sammeln. Doch besonders für Laien kann dieses Hobby schnell gefährlich werden.Freiburg - Herbstzeit ist Pilzzeit. Viele Sammler zieht es jetzt in den Wald, wo es nach einem eher trockenen Spätsommer jetzt doch noch eine ergiebige Pilzsaison geben könnte. Beim Sammeln ist aber Vorsicht geboten: Für Laien ist es oft schwierig, bekömmliche Speisepilze von giftigen Pilzen zu unterscheiden. Von den rund 10 000 Großpilzarten, die man im Wald finden kann, sind nur etwa 1 000 genießbar.

Wer trotz der Regel „Nur nehmen, was man kennt“ versehentlich doch einen ungenießbaren Pilz erwischt, kann im schlimmsten Fall eine Pilzvergiftung erleiden. Auslöser sind Pilzgifte, von denen manchmal bereits kleinste Mengen ausreichen, um schwere Vergiftungserscheinungen hervorzurufen.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe erinnert deshalb an die wichtigsten Regeln, die bei einer Pilzvergiftung Leben retten können: „Wer nach einem Pilzessen an Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Schweißausbrüchen leidet, sollte sofort den Rettungsdienst rufen“ rät  Claudia Franz, Ausbildungsleiterin der Johanniter in Freiburg. Die Symptome können auch erst Stunden nach der gefährlichen Mahlzeit auftreten.

Wirksame Hausmittel gegen eine Pilzvergiftung gibt es nicht, nur ein Arzt kann professionelle Hilfe leisten. In keinem Fall sollten die Betroffenen durch Salzwasser oder Milch versuchen, Erbrechen herbeizuführen. Die Methode „Finger in den Hals“ ist allenfalls kurz nach dem Pilzverzehr sinnvoll. „Notruf unter 112 und Ruhe bewahren, das sind die besten Hilfsmittel. Wer nach einem Pilzessen bewusstlos wird, gehört in die stabile Seitenlage“ empfiehlt Franz.

Ärzte können durch Reste der Pilzmahlzeit oder durch das Erbrochene die Art des Giftes feststellen und damit die geeigneten Gegenmaßnahmen einleiten. Deswegen empfehlen die Johanniter, Proben für den Notarzt bereit zu halten.

Auch wenn eine Gift-Informationszentrale in der Nähe ist, sollten Betroffene auf keinen Fall selbst dorthin fahren. Das ist zu gefährlich, denn der Zustand von Menschen mit Vergiftungen kann sich jederzeit verschlechtern. Auch ein „Beruhigungsschluck“ aus der Hausbar ist gefährlich, denn Alkohol kann die Wirkung des Pilzgiftes verstärken.