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Ein Künstler im Umkreis der „Höll“-Maler

Sonderausstellung Hans Brasch im Kreismuseum St. Blasien:

Bis zum 12. Juni 2017 zeigt das Kulturamt des Landkreises Waldshut im Museum St. Blasien eine Ausstellung zum Werk von Hans Brasch. Präsentiert werden Porträts, Landschaften und Stillleben. Die Sonderausstellung und das Museum sind dienstags bis sonntags von 14:30 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Landrat Dr. Martin Kistler sagte, er freue sich sehr, die Ausstellung mit Werken von Hans Brasch im St. Blasier Museum vorstellen zu dürfen. Das Museum habe einen eindeutigen Auftrag: Es solle vor allem Themen in den Vordergrund stellen, die mit der Raumschaft St. Blasien in Verbindung stehen. Dies sei bei der neuen Ausstellung ohne jeden Zweifel der Fall. Der Landrat dankte den beiden Leihgebern für ihre Bereitschaft, Kunstwerke und Unterlagen von und zu Hans Brasch für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung zu stellen: „Ich freue mich sehr, dass Hans Brasch, der etliche Jahre auf dem Dachsberg gelebt und gearbeitet hat, dank dieser Ausstellung wieder im Südschwarzwald präsent ist!“ Kulturreferent Dr. Jürgen Glocker ergänzte, dass ohne Hans Brasch, dem noch nie eine Einzelausstellung im Südschwarzwald gewidmet worden sei, die Malerkolonie „Höll“ nicht komplett sei: „Der Landkreis Waldshut und insbesondere die Raumschaft St. Blasien haben gewissermaßen einen weiteren Höllmaler hinzugewonnen.“ Er ergänze das Schaffen von August Babberger, Rudolf Gudden und Robert Hoffmann ganz wesentlich.

Hans Brasch wurde am 2. April 1882 in Karlsruhe geboren. Er starb am 13. Mai 1973 in Murrhardt bei Stuttgart. Brasch absolvierte ein Studium an der Kunstgewerbeschule sowie an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Ludwig Schmid-Reutte und Friedrich Fehr. In den Jahren zwischen 1904 und 1908 war Brasch Meisterschüler bei Hans Thoma, was auch in der Ausstellung deutlich wird. Es folgten Studienaufenthalte in Paris und Genf bei Ferdinand Hodler. Ab 1913 lebte der Künstler in Frankfurt am Main und diente später als Soldat im Ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg lernte er Goethes Farbenlehre kennen und näherte sich zugleich der Anthroposophie an. Die eine wie die andere Lehre vermittelte ihm wichtige Impulse. Hans Brasch spezialisierte sich auf Porträts, malte aber auch Blumenbilder, Berg- und Waldlandschaften in klaren Formen und expressiver Farbgebung. Ab 1920 lebte er in der Raumschaft St. Blasien, genauer gesagt: oberhalb der „Höll“ in Urberg. Von Braschs Anwesen ging ein Pfad steil nach unten. In 20 Minuten konnte er die Künstlergemeinschaft „Höll“ erreichen, in der seine Kollegen August Babberger, Rudolf Gudden und Robert Hoffmann lebten und arbeiteten. Der Erwerb eines uralten Bauernhauses auf dem Dachsberg ermöglichte Hans Brasch nicht nur, wie bereits erwähnt, das Studium der Farbenlehre Goethes, sondern vor allem die Beschäftigung mit der Natur. Auch wandte er sich von der Ölmalerei ab und probierte unterschiedliche Techniken aus. Das Aquarell bot ihm die Möglichkeit, den großen Reichtum von Atmosphäre und Stimmungen einzufangen.

Beim Pressetermin im Museum St. Blasien konnten Landrat Dr. Kistler und Kulturreferent Dr. Glocker außerdem zwei Porträts, die das Ehepaar Josefine Burger-Bächler und Emil August Burger-Bächler aus Höchenschwand/Waldshut zeigen, der Öffentlichkeit vorstellen. Bei den genannten Bildern handelt es sich um eine Schenkung aus der Schweiz. Der Landrat bedankte sich herzlich bei den anwesenden Schenkern. Nicht zuletzt wurde auch eine Neuerwerbung aus dem Jahr 2016 vorgestellt. Es handelt sich um ein kleines Ölgemälde von Hans Thoma: „Ländliche Szene“. Das undatierte Bild ergänzt ab sofort die Dauerausstellung im Museum, in der neben mehreren, zum Teil großformatigen Werken von Franz Xaver und Herrmann Fidel Winterhalter auch das Ölbild „Waldshut“ (1870) von Hans Thoma zu sehen ist.

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