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Habemus typographiam!

Erasmus MMXVI: Typografie-Wettbewerb

Barfüsserplatz/Greifengasse beim Brückenkopf/Klybeckstrasse bei der Kaserne 17. August bis 23. August 2015

Am vergangenen Montagvormittag hat sich die Jury* inkl. Vertretung der Publikumsstimme für den Schriftentwurf der in Basel lehrenden Amerikanerin Katharina Wolff (*1952) entschieden. Über 800 Personen nahmen im Vorfeld an der Online-Abstimmung teil.

Zur Wahl standen vier Erasmus MMXVI-Schriftentwürfe von renommierten Typografinnen und Typografen. Alle Eingaben zeugten von einem hohen Grad der Auseinandersetzung mit der Zeit des Erasmus sowie seiner Schriften, so unterschiedlich sich die Vorschläge auch präsentierten. Ausschlaggebend für den Entscheid zugunsten von Wolffs Vorschlag war die Eigenständigkeit des Fonts. Der stempelhafte Charakter sowie der harmonische Rhythmus dieser Schrift liessen Publikum wie Fachjury schliesslich für dieses Projekt votieren. Zudem dürfte die Wiedererkennbarkeit der vektorisierten Neuinterpretation einer Renaissance-Antiqua für diesen Entwurf gesprochen haben.

Der Schriftsatz mit der auf der Handschrift des Erasmus‘ basierenden kaligrafischen Kursivschrift wird die gesamte Ausstellungsästhetik bestimmen. Die Ausstellung im Historischen Museum Basel – Museum für Geschichte sowie an ausgesuchten Standorten im Basler Stadtraum wird vom 20. Mai bis zum 25. September 2016 stattfinden. Mittels Free Download im Internet soll der Font zudem ab Mai 2016 Einzug in den digitalen Alltag des Publikums halten, sodass er auch über die Ausstellungsdauer hinaus Anwendung finden kann. Mit dem Ausstellungsprojekt Erasmus MMXVI (Sommer und Herbst 2016) möchte das Historische Museum Basel wie andere Basler Institutionen dem Humanisten Erasmus von Rotterdam (um 1466/69–1536) und seinen wegweisenden Ideen ein «ephemeres» Denkmal setzen.

Anlass zur Umsetzung des Vorhabens Erasmus MMXVI im kommenden Jahr gibt das 500-Jahr-Jubiläum der 1516 bei Johann Froben in Basel gedruckten Erasmus-Übersetzung des griechischen Neuen Testaments (Novum instrumentum). Dieses Werk beförderte die Reformation entscheidend und gilt als Meilenstein der Basler Buchdruckgeschichte. Das Projekt entsteht als Kooperation des HMB mit der fängt Wolffs Kursivschrift Dynamik und Rhythmus der persönlichen Handschrift des Erasmus ein.

Katharina Wolff – geboren 1952 in Chicago. Studium an der Northern Illinois University sowie an der Kunstgewerbeschule Basel. 1982–1991 Lehrtätigkeit in den USA (Institute of Design, School of the Art Institute of Chicago). Seit 2000 Dozentin für Schrift an der Schule für Gestaltung Basel und seit 2006 an der Zürcher Hochschule der Künste. Lebt und arbeitet in Basel.Am vergangenen Montagvormittag hat sich die Jury* inkl. Vertretung der Publikumsstimme für den Schriftentwurf der in Basel lehrenden Amerikanerin Katharina Wolff (*1952) entschieden. Über 800 Personen nahmen im Vorfeld an der Online-Abstimmung teil.

Zur Wahl standen vier Erasmus MMXVI-Schriftentwürfe von renommierten Typografinnen und Typografen. Alle Eingaben zeugten von einem hohen Grad der Auseinandersetzung mit der Zeit des Erasmus sowie seiner Schriften, so unterschiedlich sich die Vorschläge auch präsentierten. Ausschlaggebend für den Entscheid zugunsten von Wolffs Vorschlag war die Eigenständigkeit des Fonts. Der stempelhafte Charakter sowie der harmonische Rhythmus dieser Schrift liessen Publikum wie Fachjury schliesslich für dieses Projekt votieren. Zudem dürfte die Wiedererkennbarkeit der vektorisierten Neuinterpretation einer Renaissance-Antiqua für diesen Entwurf gesprochen haben.

Der Schriftsatz mit der auf der Handschrift des Erasmus‘ basierenden kaligrafischen Kursivschrift wird die gesamte Ausstellungsästhetik bestimmen. Die Ausstellung im Historischen Museum Basel – Museum für Geschichte sowie an ausgesuchten Standorten im Basler Stadtraum wird vom 20. Mai bis zum 25. September 2016 stattfinden. Mittels Free Download im Internet soll der Font zudem ab Mai 2016 Einzug in den digitalen Alltag des Publikums halten, sodass er auch über die Ausstellungsdauer hinaus Anwendung finden kann. Mit dem Ausstellungsprojekt Erasmus MMXVI (Sommer und Herbst 2016) möchte das Historische Museum Basel wie andere Basler Institutionen dem Humanisten Erasmus von Rotterdam (um 1466/69–1536) und seinen wegweisenden Ideen ein «ephemeres» Denkmal setzen.

Anlass zur Umsetzung des Vorhabens Erasmus MMXVI im kommenden Jahr gibt das 500-Jahr-Jubiläum der 1516 bei Johann Froben in Basel gedruckten Erasmus-Übersetzung des griechischen Neuen Testaments (Novum instrumentum). Dieses Werk beförderte die Reformation entscheidend und gilt als Meilenstein der Basler Buchdruckgeschichte. Das Projekt entsteht als Kooperation des HMB mit der Universitätsbibliothek Basel, dem Kunstmuseum Basel sowie der Basler Papiermühle in Zusammenarbeit mit der Universität Basel und der Evangelisch Reformierten Kirche Basel-Stadt.

Ausgehend vom typografischen Erbe Italiens hat Katharina Wolff eine humanistische Schrift neuer Ausprägung entworfen, deren Grossbuchstaben sich an der antikrömischen Capitalis monumentalis orientieren, während sie die Minuskeln von den frühen italienischen Druckschriften abgeleitet hat. Die Kursivschrift ihrerseits basiert auf der Cancellaresca corsiva, die sich aus den Manuskripten italienischer Kanzleischreiber entwickelte. Erasmus’ Präferenz für diese Schrift hat nicht zuletzt deren Siegeszug als moderne humanistische Druckschrift begünstigt. Der Federführung des 16. Jahrhunderts nachempfunden, fängt Wolffs Kursivschrift Dynamik und Rhythmus der persönlichen Handschrift des Erasmus ein.

Katharina Wolff – geboren 1952 in Chicago. Studium an der Northern Illinois University sowie an der Kunstgewerbeschule Basel.1982–1991 Lehrtätigkeit in den USA (Institute of Design, School of the Art Institute of Chicago).Seit 2000 Dozentin für Schrift an der Schule für Gestaltung Basel und seit 2006 an der Zürcher Hochschule der Künste. Lebt und arbeitet in Basel.

Keynotes zu Erasmus von Rotterdam

um 1466/69
Geburt als uneheliches Kind in Rotterdam, Kindheit und Jugend in Gouda, Deventer und ’s-Hertogenbosch, 1486 Eintritt ins Kloster Steyn bei Gouda
1495–1499
Studium der Theologie in Paris
1499–1506
Aufenthalte in England und den Niederlanden
1506–1509
Aufenthalt in Italien, Erwerb des Doktortitels in Turin
1509–1511
Aufenthalte in England bei Thomas Morus
1515
Ernennung zum Kaiserlichen Rat
1516
Publikation des Neuen Testaments im griechischen Urtext mit lateinischer Übersetzung bei Johannes Froben in Basel. Wohnt im Haus zum Sessel am Totengässlein 1 und 3.
1522–1529
Erasmus wohnt im Haus zur alten Treu am Nadelberg 15, 17, 19
1529
Aufgrund der Reformation in Basel wechselt Erasmus ins katholische Freiburg i. Br. unter habsburgische Herrschaft.
1535
Erasmus kehrt nach Basel zurück. Er wohnt bei Hieronymus Froben an der Bäumleingasse 18.
1536
Erasmus stirbt im Haus zum Luft an der Bäumleingasse 18 und wird im Münster beigesetzt. Sein Erbe geht an Bonifacius Amerbach.Der Nachlass wird 1661 zusammen mit dem Amerbach-Kabinett von der Stadt Basel angekauft und ab 1671 im Haus zur Mücke und später im Museum an der Augustinergasse öffentlich ausgestellt. Die Amerbach-Sammlung bildet den Grundstock der heutigen Basler Museen.

Erasmus und die Typographie

Erasmus hat mit zahlreichen Druckern und ihren Setzern in ganz Europa zusammengearbeitet, wobei er ab 1516 einen Grossteil seiner Erstausgaben in Basel von Johann Froben herausgeben liess. An der typografischen Gestaltung schien Erasmus viel zu liegen, wie bereits am Manuskript von Cambridge (1503) deutlich wird. Diese Druckvorlage nimmt eine Schlüsselstellung für das Verständnis von Erasmus’ typografischem Bewusstsein ein. Mit diesem Manuskript versuchte sich der Humanist – noch vor seinem Italienaufenthalt 1506 – erfolgreich als Typograf. Er versah seinen Text mit gestalteten Initialen und gliederte diesen in offensichtlich durchkomponierte Blöcke.

1514 kam Erasmus erstmals nach Basel. Während seines dritten Englandaufenthaltes war ihm Ende 1513 eine Basler Version seiner eigenen Adagia, einer kommentierten Sammlung von antiken Sprichwörtern, zugespielt worden. Diese von ihm nicht genehmigte Kopie seines Werkes stützte sich auf die bei Aldus Manutius in Venedig gedruckte Version von 1507 (in-octavo) / 1508 (in-folio). Die Basler «Raubkopie» zeugte davon, dass der ihm bis dahin unbekannte Drucker fähig war, sowohl in eleganten lateinischen Lettern als auch in griechischen Schriftzeichen zu drucken. Wohl auf Grundlage dieses ersten Eindrucks liess Erasmus 1516 bei Froben unter anderem seine kritische Edition des griechischen Neuen Testaments drucken, ein fundamentales Werk, zu dem Erasmus durch ein von ihm 1505 veröffentlichtes Manuskript des Lorenzo Valla mit Anmerkungen zum neutestamentlichen griechischen Text angeregt wurde.

Schlüsselwerke des Erasmus

1500
Adagia (Ausgaben 1508–1536)
1503
Enchiridion (Zweitauflage 1518 mit grosser Verbreitung)
1504
Panegyricus
1505
Adnotationes in Latinam Novi Testamenti interpretationem Vallae (Edition des Manuskripts von Lorenzo Valla) ab
1506
Übersetzungen und Ausgaben griechischer und lateinischer Klassiker
1511
Moriae encomium / Lob der Torheit
1516
Novum instrumentum / Das Neue Testament (überarbeitete Auflagen 1519, 1522, 1527 und 1535)
1517
Querela pacis / Die Klage des Friedens
1517–1524
Paraphrasen
ab 1518
Colloquia / Gespräche
1519–1536
Kirchenväterausgaben
1524 & 1526
Diatribe und Hyperaspistes
1533/34

* Die Fachjury bestand aus Christine Christ-von Wedel (Historikerin, Erasmus-Expertin und Trägerin des Wissenschaftspreises der Stadt Basel), Lars Müller (Verleger und Gestalter, Zürich), Julien Notter (Notter + Vigne, Lausanne), François Rappo (ECAL, Lausanne), Martin Sommer (Leiter Weiterbildung Typografie + Grafik an der Schule für Gestaltung Basel) und Marcel Henry (Kurator Erasmus MMXVI — HMB). Hinzu kam die Publikumsstimme.

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