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Noch mehr atomares Risiko am Hochrhein

Vier der fünf Schweizer AKW's stehen in der Grenzregion am Hochrhein. Das grenznahe AKW Leibstadt hat einen störanfälligen Siedewasserreaktor und in Beznau läuft das älteste und damit eines der gefährlichsten AKW der Welt. Im grenznahen Würenlingen steht das große "Atomforschungszentrum" der Schweiz, ein atomares Zwischenlager für leicht, mittel- und hochradioaktiven Müll und eine Castorhalle wie in Gorleben. Dazu kommt in Würenlingen ein Verbrennungsofen für radioaktiven Müll mit einem hohen Schornstein für radioaktive Abgase. Und wo sucht die Nationale Genossenschaft zur Lagerung radioaktiver Abfälle, NAGRA, nach einem Endlager für hochradioaktiven Müll? Selbstverständlich im Grenzgebiet am Hochrhein und es gibt viele Hinweise, dass dieses Endlager im grenznahen Züricher Weinland auch realisiert werden soll, obwohl die dortigen "endlagerfähigen" Gesteinsschichten im internationalen Vergleich extrem dünn sind.

Während in der Innerschweiz zumindest ein Ende des Schrottreaktors in Mühleberg im Jahr 2019 geplant ist, wird sich nach aktuellen Informationen das atomare Risiko am Hochrhein noch vergrößern.

Das „Technikmuseum“ die beiden Reaktoren im AKW Beznau werden im Gegensatz zum AKW Mühleberg nicht etwa abgestellt, sondern für 700 Millionen Franken aufgehübscht.
Und heute melden die Schweizer Medien, dass die Atommüllzwischenlager in der ZWILAG in Würenlingen fast voll sind und darum ausgebaut werden sollen.

"Die bisherige Halle biete Platz für rund 6000 Fässer und 160 Container. Eingelagert seien bereits 5000 Fässer und 120 Container.(...)Weil das Bundeszwischenlager in absehbarer Zeit voll sein werde, liefen bereits seit einiger Zeit die Antragsarbeiten für die Bewilligung eines Erweiterungsbaus. (...) Geplant sei der Bau einer neuen Halle neben der bereits bestehenden. Die neue Halle soll Platz für 480 Container bieten. Damit würde sie in der alten Halle Platz für 3000 weitere Fässer schaffen. Das PSI rechnet mit Investitionskosten in Höhe von 7 Millionen Franken.“, berichtete die Aargauer Zeitung am 19.05.14.

„Eine Frage sollte unter europäischen Nachbarn möglich sein“, meint BUND-Geschäftsführer Axel Mayer. „Wie wäre die Reaktion der Schweizerinnen und Schweizer, wenn die Situation genau umgekehrt wäre?“ Stellen Sie sich vor: „Die Nordschweiz wäre atomanlagenfrei, genau so wie es in Südbaden heute ist. Und Deutschland würde seine Atomanlagen und das atomare Risiko im Grenzgebiet zur Schweiz konzentrieren? Welche Debatten und Emotionen würde das auslösen?“ Es ist ein europäisches Phänomen, dass Hochrisikoanlagen gerne an die nationalen Grenzen gesetzt werden um nationale Vorteile zu genießen und die Risiken international zu verteilen.

Atomare Risiken kennen keine Grenzen und Radioaktivität unterscheidet weder im sogenannten Normalbetrieb noch bei Atomunfällen zwischen den Nationalitäten. Berechtigte Sorgen der Nachbarn dürfen nicht ignoriert werden und die betroffenen Menschen dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen.

„Atommüll muss gut und sicher gelagert werden. Aber wenn dies wieder grenznah geschehen soll, dann müssen zumindest die Hochrisikoreaktoren in Beznau abgestellt werden. Ein ständiger Ausbau des atomaren Risikos, immer in Grenznähe, ist unerträglich.“ sagt BUND Geschäftsführer Uli Faigle

    Axel Mayer, Geschäftsführer, BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein
    Uli Faigle, Geschäftsführer, BUND-Regionalverband Hochrhein

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