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Abseites vom Hochrhein . . .

Meinungsfreiheit ©Gerald Kaufmann

Kritik am Bodensee-Onlineportal „SeeMoZ“

Mit Erstaunen reagiert der Konstanzer Journalist Dennis Riehle auf eine Entscheidung der Redaktion des selbsternannten „widerborstigen“ Online-Portals www.seemoz.de, wonach „ständige Autoren“, die regelmäßige Beiträge zur Veröffentlichung auf der mittlerweile rund um den Bodensee bekannten Webadresse liefern, nicht mehr befugt sind, ihre Sicht zu Artikeln anderer Publizisten auf der Website wiederzugeben.

Der 36-Jährige hatte sich wiederholt gewundert, dass seine auf der Nachrichtenseite in das Textformular eingegebenen Kommentare zu Beiträgen aus anderer Feder nicht mehr freigeschaltet wurden, sondern im „Nirvana“ verschwanden. „Nun habe ich SeeMoZ kontaktiert und erhielt beiläufig die Information, dass man sich intern einig darüber geworden sei, wonach ehrenamtliche Mitarbeitende, die wiederkehrend eigene Artikel an das Portal senden, nicht mehr berechtigt sind, Meinungen zu Publikationen der anderen Schreibenden abzugeben“.

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Wahlkreuzchen ©Gerald Kaufmann

So könnten erfolgversprechende Strategien aussehen

Gemeinsame Pressemitteilung der Universitäten Hohenheim und Potsdam

Zwei potenzielle Kanzler und zwei Königsmacher: Verhandlungsexpert:innen der Unis Hohenheim und Potsdam beleuchten mögliche Strategien für die Koalitionsverhandlungen.
 
Rot-Grün-Gelb, Schwarz-Grün-Gelb oder doch wieder eine große Koalition: Die Regierungsbildung wird in den nächsten Wochen nicht einfach werden. Aus Verhandlungssicht ist das gestrige Wahlergebnis für Prof. Dr. Uta Herbst von der Universität Potsdam und Prof. Dr. Markus Voeth von der Universität Hohenheim in Stuttgart eine spannende Situation und eine große Herausforderung. Zusammen leiten sie die Negotiation Academy Potsdam (NAP) und beschäftigen sich mit Verhandlungsstrategien und -taktiken, auf die es jetzt ankommen dürfte. Dies zeigte sich schon gestern Abend, als FDP und Grüne aktiv den ersten Schachzug machten und verkündeten, dass sie sich zunächst einmal untereinander abstimmen wollen, bevor sie in Verhandlungen mit den beiden großen Parteien eintreten.

Das Wahlergebnis vom 26. September 2021 macht verschiedene Koalitionsoptionen möglich: Eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP, eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und FDP sowie eine große Koalition aus SPD und CDU/CSU. Doch wie geht man die komplexen Verhandlungen am besten an? Sollten beispielsweise die Gespräche parallel oder nacheinander geführt werden?

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Kopf und Hirn ©Gerald Kaufmann

Politische Unverfrorenheit

Kommentar

Armin Laschet hat viele Fehler gemacht. Doch während man ihm seinen Lacher während der Flut ebenso wie sein falsches Falten des Wahlzettels verzeihen kann, ist seine politische Unverfrorenheit nach der Bundestagswahl unentschuldbar. Wenngleich es in Deutschland verfassungsrechtlich möglich ist und in der Praxis bereits umgesetzt wurde, wonach auch ein Zweitplatzierter Kanzler wird, gehört es zum Anstand und zur Selbstkritik, die Aussage des Wahlergebnisses unvoreingenommen zu interpretieren.

Die Union hat es sich bereits im Wahlkampf herausgenommen, den angeblichen Wählerwillen zu kennen. Und die Selbstherrlichkeit ihres Kandidaten nach Verkündung der ersten Hochrechnungen macht klar: Laschet darf schon deshalb nicht Kanzler werden, weil er seinen eigenen Anspruch über den Wunsch des Souveräns stellt. Denn letzterer hat deutlich gezeigt: CDU und CSU sollen nach 16 Jahren Angela Merkel in die Opposition.

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Ja oder Nein ©Gerald Kaufmann

Ich lasse mich vom „Wahl-o-mat“ nicht zum NPDler-machen!

Es ist zweifelsohne sinnvoll, die politische Bildung in Deutschland auch dadurch zu fördern, dass wir mit Information über Programme, Orientierungsmöglichkeiten über die Parteien und Entscheidungshilfen über das Kreuz auf dem Stimmzettel zu einer Mobilisierung von Wählern beitragen. Doch nicht zum ersten Mal ist der sogenannte „Wahl-o-mat“ in die Kritik geraten. Kann man mit 30 – 40 Fragen tatsächlich herausfinden, mit welcher politischen Kraft ein Nutzer des Angebots die größtmöglichen inhaltlichen Übereinstimmungen hat?

Zweifelsohne: Damit dieses interaktive Tool verwendet wird, muss es bedienerfreundlich sein. Da können nicht hunderte Positionen abgefragt werden, die eigentlich notwendig wären, um eine umfassende Vergleichsgrundlage zu schaffen. Unbestritten ist auch, dass man sich insofern in der „Wahl-o-mat“-Redaktion auf Thesen fokussieren muss, in denen sich die Parteien am stärksten unterscheiden, weil es nur so möglich ist, dem Benutzer ein abgestuftes Bild über die potenzielle Verbundenheit zu einzelnen politischen Richtungen zu liefern. Hierdurch erfolgt allerdings eine thematische Polarisierung, wesentliche Komplexe bleiben unbeachtet, weil sie nicht hinreichend der Differenzierung dienen.

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