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Stromheizungen sind keine Alternative
Geschrieben von: Zukunft Altbau   
22. Februar 2010
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Landesprogramm Zukunft Altbau warnt vor hohen Heizkosten und Umweltbelastung
Stromheizungen verbrauchen hochwertige Energie. Im Vergleich zu anderen Energieträgern sind die Heizkosten meist höher. Prämie der KfW für Ausmusterung.
In Deutschland werden noch rund 1,4 Millionen Wohnungen mit Strom beheizt – zu einem guten Teil in älteren Häusern. Stromheizungen verursachen meist höhere Heizkosten und haben eine schlechte Umweltbilanz. Wer solch eine Heizung besitzt, sollte über eine Modernisierung der Heizungsanlage nachdenken, empfiehlt Claudia Rist vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg. Unter Stromheizungen versteht man vor allem Nachtstromspeicherheizungen, aber auch Elektroheizkörper und Infrarotheizungen. Der Abbau der Nachtstromspeicherheizungen wird vom Staat inzwischen finanziell unterstützt. Sinnvolle Tipps zum Austausch von Stromheizungen geben Gebäudeenergieberater aus der Region und Experten am kostenfreien Beratungstelefon von Zukunft Altbau: 08000 12 33 33.

Der weitaus größte Anteil der Stromheizungen besteht aus Nachtstromspeicherheizungen. „Die elektrischen Speicherheizungen werden nachts aufgeheizt. Dafür verbrauchen sie Strom. Tagsüber geben sie die Wärme wieder ab“, erklärt Dr. Volker Kienzlen, der Leiter der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA). „Den hochwertigen Energieträger Strom für die Bereitstellung niederwertiger Raumwärme zu verwenden, ist jedoch klimaschädlich und ineffizient.“ Bei der Herstellung von Strom gehen durchschnittlich zwei Drittel der eingesetzten Energie ungenutzt verloren. Daher verursacht eine Elektroheizung drei Mal mehr Treibhausgasemissionen als ein Gas-Brennwertkessel und sogar zehn Mal mehr als eine Holzpelletheizung.

Auch bei den Betriebskosten schneiden die Stromheizungen schlecht ab. „Viele Stromheizungen entwickeln sich zu einer regelrechten Kostenfalle“, so Volker Kienzlen. „Das gilt für Nachtstromspeicherheizungen, besonders aber für diejenigen Stromheizungen, die auch tagsüber Strom verbrauchen. Dazu gehören normale Elektroheizkörper und Infrarotheizungen.“ Nachtstrom kostet derzeit je nach Anbieter rund 13 Cent pro Kilowattstunde, Tagstrom durchschnittlich 19 Cent. Zum Vergleich: Für Gas liegt die Kilowattstunde bei sieben Cent, bei Holzpellets sind es um die fünf Cent. Auch die geringeren Anschaffungskosten von Stromheizungen können die höheren Betriebskosten nicht ausgleichen. Verbraucher sollten daher kritisch hinterfragen, wenn Elektroheizungen als kostengünstige Energiesparheizung angepriesen werden, rät Claudia Rist von Zukunft Altbau.

Umweltbelastung und hohe Kosten sind auch die Gründe, warum der Gesetzgeber die Verbreitung von Stromheizungen eingrenzt. Seit September geht die Energieeinsparverordnung EnEV 2009 vielen Stromheizungen an den Kragen. Vor 1990 installierte Nachtstromspeicherheizungen, die in Wohngebäuden mit mehr als fünf Wohneinheiten das einzige Heizsystem darstellen, sind ab 2020 verboten. Geräte, die nach 1990 in Betrieb gingen, müssen spätestens 30 Jahre nach Einbau deinstalliert werden.

„Auch in kleinen Gebäuden sollten Besitzer von Stromheizungen über Alternativen nachdenken.“, empfiehlt Rist. „Das lohnt sich finanziell und ist umweltfreundlicher.“ Eine gute Beratung für eine neue Heizungsanlage gebe es bei Gebäudeenergieberatern aus der Region. Sie wüssten, welches System für welches Haus geeignet ist. Ein Bonbon stellt der Staat für Wechselwillige bereit: Die KfW bezuschusst den Abbau und die fachgerechte Entsorgung von Nachtstromspeicheröfen mit 200 Euro pro abgebautem Gerät.

Zukunft Altbau informiert Wohnungs- und Hauseigentümer neutral über den Nutzen energieeffizienter Altbaumodernisierung und über Fördermöglichkeiten. Das Programm des Umweltministeriums Baden-Württemberg wird von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden- Württemberg (KEA) in Karlsruhe umgesetzt.
 

Kommentare  

 
+1 #1 WindenergieGerry 2010-12-12 09:55
Das Strom zu teuer zum Heizen ist, dürfte teilweise den Tarifen der Energieversorge r zuzuschreiben sein. Dass Strom aus Wind oft zur Verfügung steht, wenn ihn kein anderer braucht, dürfte man schon mal gehört haben. Siehe http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article9969906/Besser-verheizen-als-verschenken.html

Dass Südbaden mit überschüssigem Windstrom eher weniger Probleme hat, liegt daran, dass es schlichtweg in Baden weniger Windräder gibt.
Ist es denn nun sinnvoll, das Stromnetz massiv auszubauen, um Windstrom aus dem Norden ins Baadenland zu transportieren, oder wäre es vielleicht auch eine Alternative, wenn der eine oder andere energieintensiv e Betrieb sich ganz einfach ein neuen Standort dort sucht, wo günstige Windenergie zu finden ist...?
Auf jeden Fall dürfte es immer noch besser sein überschüssigen Windstrom mit einer Elektroheizung zu verheizen, als Ihn komplett verfallen zu lassen.
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