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Ehemaliger HABO-Sprecher kehrt in die Kirche zurück

Konstanz. Der ehemalige Sprecher der Humanistischen Alternative Bodensee (HABO), Dennis Riehle, ist in die evangelische Kirche zurückgekehrt. Zu seinem Wiedereintritt wurde er in seiner Heimatgemeinde in Litzelstetten im Rahmen eines Gottesdienstes begrüßt. Der 32-Jährige hatte 2012 die Kirche verlassen und anschließend den Zusammenschluss säkular orientierter Menschen gegründet, der sich unter anderem für kirchenkritische Beiträge im Veranstaltungsprogramm des Konstanzer Konziljubiläums stark machte. Den Wiedereintritt begründet Riehle mit den Erfahrungen in der atheistischen Szene, die ihn in den letzten Jahren geprägt hätten.

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„Kirche wird sich verändern“

Erzbischof Burger setzt neue Diözesane Leitlinien in Kraft

Freiburg (pef). Die Erzdiözese Freiburg will sich an der Zukunft ausrichten und sich den gesellschaftlichen Veränderungen und Herausforderungen stellen: Erzbischof Stephan Burger hat dazu am Donnerstag (29. Juni) neue Diözesane Leitlinien (DLL) in Kraft gesetzt. Sie beschreiben die Entwicklungsmöglichkeiten für die nächsten zehn Jahre, benennen den Grundauftrag und verdeutlichen Grundhaltung und Werte im Erzbistum Freiburg. „Die Leitlinien wollen einen Rahmen aufzeigen, der eine Zukunftsentwicklung möglich macht“, sagte Erzbischof Burger im Festgottesdienst zur Einführung der Diözesanen Leitlinien am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus im Freiburger Münster. Dabei sind die DLL nicht als ein umfassendes Handbuch der pastoralen Arbeit zu verstehen, sondern als ein Leitungs- und Führungsinstrument für eine verstärkte Reflexion des kirchlichen Handelns.

„Fragen der heutigen Zeit beantworten“

Im Vorwort der DLL beschreibt Burger selbst, warum das Erzbistum Freiburg die Pastoralen Leitlinien aus dem Jahr 2005 weiterentwickelt hat: „Wir verschließen die Augen nicht vor der zuweilen auch schmerzlichen Wirklichkeit, der wir uns zu stellen haben.“ Er begreift die Realität als Zeichen der Zeit, die im Licht des Evangeliums gedeutet werden müsse: „Wie die Zukunft aussehen wird, wissen wir heute noch nicht. Gewiss ist nur, dass sich die Kirche verändern wird.“

Erzbischof Burger ist überzeugt, dass es einer neuen Weichenstellung bedarf, wenn die Kirche auf die Fragen der heutigen Zeit Antworten finden will, die am Evangelium Maß nehmen: „Wir sind gehalten, unseren Beitrag einzubringen. Verstehen wir unseren Beitrag als geistlichen Weg, so werden sich neue Perspektiven eröffnen, wie wir als Kirche unsere Sendung leben können.“

Mehrmonatiger Beratungsprozess

Die Diözesanen Leitlinien sind das Ergebnis eines zweijährigen Beratungsprozesses im Erzbistum Freiburg. Der erste Entwurf war auf Basis der Gesprächsprozesse im Erzbistum Freiburg (Diözesanversammlung Freiburg 2013 und Karlsruhe 2014) und in Deutschland („Im Heute glauben“ 2011 - 2015) erarbeitet und im Oktober 2016 zur Diskussion gestellt worden. Zahlreiche Rückmeldungen aus der ganzen Erzdiözese Freiburg führten zu einem zweiten Anhörungsentwurf. Dieser wurde am 1. April von den diözesanen Räten und der Kirchensteuervertretung in einer gemeinsamen Sitzung diskutiert. Die Beratungen ergaben weitere Verbesserungsvorschläge, die Eingang in die finale Fassung fanden.

Erzbischof Burger dankt allen, die an der Entwicklung der Diözesanen Leitlinien mitgewirkt haben: „Mit welchem Engagement dies geschah, ist für mich sehr ermutigend, denn darin wird deutlich: Nach wie vor ist vielen die Zukunft unserer Kirche ein großes Herzensanliegen. Dies ist für uns alle ein Grund, auf den Geist der Kraft, der Liebe und Besonnenheit zu vertrauen!“

Herausforderungen und Optionen

Die Diözesanen Leitlinien gehen der Kernfrage nach, was es bedeutet, heute als Christin oder Christ an Gott zu glauben. Sie zeigen auf, dass bei der Suche nach zukunftsfähigen Antworten angesichts der gesellschaftlichen und kirchlichen Situation unserer Zeit drei große Herausforderungen erkennbar geworden sind:

Wie können wir unsere Beziehung zu Gott so leben, dass sie uns trägt und auch bei anderen die Frage nach Gott weckt?
Wie können wir in der Vielfalt, die unsere Gegenwart ausmacht, in der Nachfolge Jesu leben?
Wie können wir entschieden und profiliert dazu beitragen, dass das Evangelium unsere Gesellschaft inspiriert?

14 Prinzipien und 21 Konkretionen

Zu diesen Fragen wurden in den Diözesanen Leitlinien Prinzipien und Konkretionen ausgearbeitet. 14 Prinzipien sollen Grundlage für alle Entscheidungen sein. In 21 Konkretionen werden Schwerpunktsetzungen genannt, die sowohl mit Abschiedsprozessen als auch mit Neuaufbrüchen verbunden sind. Das Leitwort „Christus und den Menschen nah“ zeigt, dass das Evangelium Richtschnur allen Handelns ist.

Die Diözesanen Leitlinien sind Rahmen für den Einsatz aller, die in der Erzdiözese ehrenamtlich oder hauptberuflich im pastoralen und caritativen Dienst, in der Bildungsarbeit, in der Beratung oder in der Verwaltung tätig sind. Sie zeigen die Zielrichtung an und lassen innerhalb eines vorgegebenen Rahmens Freiraum für Entscheidungen und Ausgestaltungen, die der jeweiligen Situation angemessen sind. Details vor Ort möchte Erzbischof Burger ausdrücklich nicht regeln, sondern Raum für vielfältiges eigenes Engagement schaffen.

Die Diözesanen Leitlinien können hier heruntergeladen werden: www.ebfr.de/DLL

Über Jesus‘ Moral im Newsletter der Landesregierung

KOMMENTAR

Ministerpräsident Kretschmann ist ein engagierter und überzeugter Christ. Wiederholt bekannte er sich zu seinem Glauben, machte seine Nähe zu den Kirchen auch in seinem politischen Handeln deutlich, als er ihre Vertreter zu hochrangigen Begegnungen einlud und ihre Rechte und Meinungen besonders hervorhob. Nicht unkritisch wurden seine wohlwollenden Worte, aber auch die oftmals einseitig wertschätzenden Gespräche mit den Konfessionen wahrgenommen, die verdeutlichten, dass dem baden-württembergischen „Landesvater“ das enge Miteinander mit den Kirchen wichtig ist.

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Wenn sich ein MdL um Pfarrstellen sorgt…

Die FDP hat in Sachen Kirche und Staat ein ambivalentes Verhältnis in Baden-Württemberg. Nicht zuletzt bei der vergangenen Landtagswahl waren es Kandidaten der Liberalen, die sich im Vorfeld bei den klassischen „Wahlprüfsteinen“ trotz einer Programmatik für Humanismus für eine große Nähe zwischen Klerus und Politik ausgesprochen hatten – und dabei nicht selten allergisch auf Nachfragen reagierten, wie es denn mit einem freiheitlichen Grundrechtsverständnis vereinbar sei, den Säkularismus nur auf dem Papier zu leben, im eigenen Interesse aber durchaus die Verbundenheit mit den Glaubensgemeinschaften zu suchen. Immerhin scheint es innerhalb der Partei doch ganz erhebliche Unterschiede in der Auffassung darüber zu geben, wie eng man mit weltanschaulichen Gruppierungen zusammenarbeiten soll, wenn man sich doch gleichzeitig für größtmögliche Unabhängigkeit des Einzelnen einsetzen möchte.

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