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Interview mit Lisa 'Fitz

Folktreff Bonndorf, 10. Februar 2017

Lisa Fitz ist eine DER Größen im Bereich Kleinkunst, zahlreiche einschlägige Preise hat sie während ihrer Bühnen-Jahrzehnte empfangen. Sie ist Schauspielerin, mehrfache Buchautorin, Sängerin eigener Lieder und tritt als Kabarettistin derzeit mit ihrem Programm „WELTMEISTERINNEN – gewonnen wird im Kopf“ auf, das nächste Mal beim Folktreff in Bonndorf am 10. Februar 2017.

Interview:

Frau Fitz, was hat Sie zu dem Programm inspiriert?

Meine Umwelt. Das, was in der Welt passiert. Das alles ist meine Inspiration. Man brütet vor jedem neuen Programm über den Themen und dem Titel. Dann wird das Thema gesucht, das nach eigener Ansicht den Zeitgeist am ehesten trifft, das den Menschen vermittelt werden soll. Und dieses Thema bringe ich dann auf die Bühne.

Worum geht es im weitesten Sinn?

Nun, das sollten Sie sich am besten selber ansehen (lacht). Aber es gibt da zum Beispiel diese vier Frauen. Jede von Ihnen beurteilt die Gesellschaft und die Politik aus ihrer Perspektive. Die patente Putzfrau Hilde sieht sich als Opfer der Politik und der Umstände, die Journalistin Inge analysiert scharf den Spähskandal und die Folgen der Überwachung, Olga, die Agentin klärt über die politische Geostrategie der USA auf und Gerda Wimmer ist CSU Abgeordnete, Botschafterin Niederbayerns. Am Schluss kommt noch Lisa Fitz als quasi sie selbst aus dem Verkehrsstau und macht den Abschluss. So ist garantiert, dass sich die Zuschauer nicht langweilen. Und ganz wichtig - ich langweil mich auch nicht und hab so mal Urlaub von mir selbst.

Sissi Perlinger hat Sie einmal die Speerspitze des Frauenkabaretts genannt. Hören Sie das gerne?

Natürlich. Sissi und ich haben gemeinsam mit Kollegin Patrizia Moresco Jahr 2014/ 2015 über 40 Shows "Weiberpower pur" gespielt. Sissi denkt mindestens so klar wie ich und weiß genau, was sie sagt - und ich danke ihr für diese Formulierung.

Ist ‚Frauenkabarett‘ anders als das der Männer?

Auf jeden Fall ist es noch nicht so weit verbreitet. Kabarett war traditionell eher eine Männerdomäne. Männer haben Kabarett gemacht und die Welt erklärt während Frauen sich eher für andere Themen interessiert haben; Familie, Gesundheit und Erziehung, zum Beispiel. Das zeigt auch eine Studie, die ich vor einiger Zeit gelesen habe. Der zufolge haben 70 Prozent aller Frauen kein Interesse an Politik. Das kann ich so nicht bestätigen. In meinen Programmen sitzen zumindest mindesten so viele Frauen wie Männer. Frauen- und Männerkabarett kann man auch so nicht unterscheiden. Kabarett ist einfach nur immer individuell.

Welche Rolle spielte oder spielt für Sie die Emanzipation?

Eine große. Nehmen wir doch nur einmal die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen mit identischer Ausbildung und gleichen Jobs. US-Schauspielerin Jennifer Lawrence hat das schon thematisiert. Schauspieler bekommen leider heute noch oftmals wie selbstverständlich mehr Gage als ihre Kolleginnen. Das geht natürlich nicht. Auch da muss Gleichberechtigung herrschen.

Kay Lorentz hat einmal über seine Frau Lore (Gründerehepaar des Düsseldorfer Kom(m)ödchen, d. Red.) gesagt, solange sie vor der Tagesschau sitzt und schimpft, geht es ihr gut.‘ Ist es bei Ihnen ähnlich?

Ja, ich kann mich mächtig aufregen, wenn ich Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten in den Nachrichten sehe. Allerdings sehe ich das sehr ambivalent und ich bewege mich da gefühlsmäßig zwischen Unmut und Fassungslosigkeit.

Über was können Sie sich richtig aufregen?

Autofahrer! Wir sind ja viel auf Autobahnen unterwegs, wenn wir auf Tournee sind. Da machen mich Raser genauso sauer wie Trantüten.

Sie entstammen einer Bayerischen Künstlerdynastie, - der Großvater war schon Schriftsteller, Schauspieler und Bühnenautor, die Oma Opernsängerin. Ihr Vater war unter anderem dafür bekannt, wie er Franz-Josef Strauß imitiert hat. Und Ihr Sohn Nepo ist auch bereits ein gefeierter Kabarettist. Gibt diese Heimat besonders viel her fürs Kabarett?

Natürlich hat mich meine Familie immer schon inspiriert und ich begann ja auch schon sehr früh, als Moderatorin auf der Bühne zu stehen. Auch war es in meiner Familie völlig selbstverständlich, ein Instrument zu lernen. Aber erst mein rebellischer Charakter war eigentlich Ursprung für den Einstieg ins Kabarett.

Ihr ‚Landesvater‘ ist Seehofer, hätten Sie lieber Kretschmann?

Ich würde mich freuen, wenn unsere Politiker sich generell mehr um die sozialen Belange in unserem Land kümmern würden. Da ist es mir völlig egal, wer die Impulse setzt.

Sie gehen durchaus streng mit Kanzlerin Merkel ins Gericht. Inwiefern inspiriert Sie als Kabarettistin Donald Trump?

Na, da wollen wir mal abwarten, ob uns da nicht der Humor vergeht…! Auf jeden Fall wird durch seine Wahl genügend Stoff für uns Kabarettisten zu erwarten sein.

Mit Damen redet man angeblich nicht über ihr Alter. Sie haben sich im vergangenen Jahr aber nicht gescheut, zum 65-sten ein Interview zu geben. Was schätzen Sie an Ihrem Lebensalter?

Mein Selbstbewusstsein, beispielsweise. Jeden Zentimeter davon habe ich mir über all die Jahre erarbeitet.

Es gibt wahrscheinlich viele, die Sie um Ihre Vitalität beneiden. Wieviel Disziplin gehört dazu, ‚so dazustehen‘?

Ich mache Workouts seit ich 30 bin, rauche und trinke nicht (mehr) und achte bewusst auf meine Ernährung. Dafür braucht man schon Disziplin, das stimmt. Aber es hat keineswegs etwas mit Verzicht oder Miesepetrigkeit zu tun, wie viele immer denken, wenn sie das hören. Eigentlich ist es ganz einfach. Sieh Deinen Körper als Deinen besten Freund und behandele ihn genauso.

Haben Sie schon einmal an Ruhestand gedacht?

Ruhestand interessiert mich als Künstlerin eher wenig. Das klingt so nach Schrebergarten und Gemüsezucht... schon ein bisschen langweilig, finden Sie nicht? Ich liebe meinen Beruf über alles. Er kostet Kraft, aber gibt auch viel Kraft und gibt  Energie.

In Ihren Programmen treten Sie nicht zuletzt auch als Liedermacherin auf. Welche Bedeutung hat für Sie Musik als Kunstform und auch Transportmittel Ihrer Botschaft?

Ich nutze das Mittel der Musik, um mein Programm zu ergänzen und die Unterhaltung meines Publikums abzurunden. Und natürlich dient sie mir zum Transport meiner Botschaften.

Ist es Ihnen wichtig, die Menschen auch zum Lachen zu bringen?

Natürlich. Die Zuschauer kommen doch schließlich auch, um unterhalten zu werden. Sicher, das Programm soll auch zum Nachdenken anregen. Und je ernster eine Aussage ist, in desto mehr Komik verpackt man sie. Aber letztlich will ich dem Publikum einen schönen Abend bescheren.

Welche Form von Humor mögen Sie?

Eindeutig Humor mit Niveau.

Sie waren vor einigen Jahren (2012) schon einmal beim Folktreff in Bonndorf, damals mit einer der Vorpremieren zum Programm „Mut!“. Auf was freuen Sie sich besonders?

Ich freue mich auf die Herzlichkeit des Publikums und auf einen wunderschönen Abend auf der Bonndorfer Bühne.

Anhang: Lisa Fitz tritt mit ihrem aktuellen Programm
„WELTMEISTERINNEN – gewonnen wird im Kopf“ das nächste Mal auf
am 10. Februar 2017 (Einlass 19.30 Uhr, Beginn 20.30 Uhr, freie Platzwahl)
eim Folktreff in Bonndorf, in der Stadthalle, Schwimmbadstraße 6.
Vorverkauf bei der Touristinformation Bonndorf, Martinstraße 5, 79848 Bonndorf, 07703/ 7607.
Vorbestellung auch unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Eintritt: VVK 16 €, AK 19 €

Tags: Folk, Konzert

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