Deutsch-türkische Wirtschaftsbeziehungen: Gesprächsfaden nicht abreißen lassen

Mit Interesse und Sorge blickt die deutsche Wirtschaft auf das Türkei-Referendum am 16. April 2017 zur Einführung eines Präsidialsystems. Laut der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer (AHK Türkei) zeigen deutsche Unternehmen derzeit eine abwartende Haltung und prüfen mögliche Auswirkungen des Referendums auf ihre Geschäftsentwicklungen vor Ort.

Türkische Zentralbank muss Lira stabilisieren

Der Putschversuch im vergangenen Jahr und die darauffolgenden Aktionen der türkischen Behörden, insbesondere die vielen Entlassungen, haben ihre Spuren in den deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen hinterlassen. Schon 2016 wurden die Anfang des Jahres prognostizierten deutschen Exportzuwächse deutlich verfehlt: Statt der erwarteten fünfprozentigen Steigerung gab es einen Rückgang um zwei Prozent. Während in den ersten sechs Monaten die deutschen Ausfuhren noch um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegten, brach der Exportumsatz im zweiten Halbjahr 2016 um 5,7 Prozent ein. Hauptursache hierfür war die starke Abwertung der türkischen Lira – eine Folge der politischen Turbulenzen. Für den deutschen Export in die Türkei ist es daher hilfreich, dass die türkische Zentralbank dieser Entwicklung mithilfe geeigneter finanzpolitischer Maßnahmen gegensteuert.

Beratungsangebote zur Abschätzung von Risiken nutzen

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag geht für 2017 von einem weiteren Rückgang der deutschen Exporte um fünf Prozent (minus 1,6 Milliarden Euro) aus. Auch für die türkische Wirtschaft insgesamt ist die Prognose eher ernüchternd. Ihre beachtlichen BIP-Wachstumsraten von 2010 (9 Prozent) und 2011 (8 Prozent) konnte die türkische Wirtschaft zwar schon in den vergangenen Jahren nicht mehr wiederholen, die Aussichten für 2017 sind laut der internationalen Ratingagentur Fitch mit 2,4 Prozent BIP-Wachstum aber noch einmal um einiges verhaltener. Für deutsche Unternehmen birgt die schwächelnde türkische Wirtschaft große Unsicherheiten. Deshalb sollten Betriebe verstärkt Beratungsangebote, beispielsweise die der AHK Türkei, zur Risikoabwägung bei Investitionsentscheidungen nutzen. Bei Schwierigkeiten in Hinblick auf Handelsabwicklungen oder bei der Beantragung von Arbeitserlaubnissen und Aufenthaltsberechtigungen konnte die AHK Türkei in jüngster Zeit bereits erfolgreich Unterstützung leisten.

An der Türkei als Wirtschaftspartner festhalten

Mit mehr als 6.800 auf dem türkischen Markt aktiven deutschen Unternehmen und einem durch Deutschland aufgebauten Kapitalstock von mehr als zehn Milliarden Euro hat die deutsche Wirtschaft große Hoffnungen in den türkischen Markt gesetzt. Die momentane Investitionszurückhaltung – insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen – ist zweifelsohne nachvollziehbar. Dennoch sollte die deutsche Wirtschaft insgesamt an der Türkei als Wirtschaftspartner festhalten – nicht zuletzt aufgrund des Potenzials, das sich aus der demografischen Entwicklung und dem damit zusammenhängenden starken Binnenkonsum in der Türkei ergibt. Auch die zahlreichen gigantischen Infrastrukturprojekte, an denen die Türkei trotz schwächelnder Wirtschaft festhält, könnten deutschen Unternehmen in Zukunft interessante Aufträge einbringen. Dazu zählen Bauvorhaben wie der dritte Flughafen in Istanbul, die längste Hängebrücke der Welt über die Meerenge der Dardanellen oder die „Marmara-Autobahn“ zur nördlichen Umgehung Istanbuls.

Grubes Abtritt

Jan 31, 2017 455
Voreingestelltes Bild
Nicht nur den Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV) hat der erklärte sofortige Rücktritt vom…

Deutscher Mühlentag in der Museumsmühle im Weiler

Jun 02, 2017 365
Landkreis Waldshut, Klaus Hansen
Am Pfingstmontag, 05. Juni, ist der Deutsche Mühlentag 2017. Aus diesem Anlass wird auch…

Sieg mit kleinen Schönheitsfehlern

Jan 25, 2017 397
Voreingestelltes Bild
Fernbusbahnhof am Stuttgarter Flughafen beim erstmals durchgeführten ADAC…

SVP fordert parlamentarische Untersuchung zum Fall Lips/Meyer

Apr 25, 2017 266
Die in den vergangenen Tagen publik gemachten Vorkommnisse bei der Kantonspolizei…

EU-Städte und -Regionen wollen Allianz für die Zukunft der Kohäsionspolitik gründen

Mai 20, 2017 345
cor.europa.eu
Mit Blick auf die künftigen Verhandlungen über den EU-Haushalt ruft der Europäische…

Globaler Modemarkt: Top-Exportnationen nach Kleidungsstücken

Mär 15, 2017 399
Voreingestelltes Bild
Deutschland mischt immer mit Berlin - Niemand exportiert weltweit mehr Textilien als…

Ausgaben für Lebensmittel: Industrieländer sparen am Essen

Mai 22, 2017 381
Berlin - Bei unseren monatlichen Ausgaben stellen die Kosten für Wohnen und…

Über 150 Kilogramm Fleisch geschmuggelt

Mai 04, 2017 274
Bildquelle Grenzwachtkorps
Schweizer Grenzwächter haben in Basel einen grösseren Fleischschmuggel aufgedeckt. In der…
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen