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Folktreff Bonndorf bietet „Die andere Nacht der Saiteninstrumente“

(die Red.)

Bonndorf – Inspirierend fanden die Läufer beim Freiburg-Marathon die Musik von exil46, so sehr dass sie in ihrem Wahnsinnslauf die Hände hoben und Beifall klatschten. Instrumentat total, neu, belebend, rockig mit klassischen Zügen. – Kein Wunder, die Streicherinnen sind im Kammerorchester Freiburg daheim. Für Ihr CD-Release wählten sie harte Kerle: Cello of Hell, drei Wahnsinnsjungs, die auf E-Celli Hardrock vom feinsten performen, da bleibt kein Auge trocken und kein Haar am Bogen. Auch sie sind Vollprofis, vom Kammerorchester Basel.

Genau die Kombination kommt nun zum Folktreff nach Bonndorf, am 15. September. „Ich habe vorher so etwas noch nicht erlebt und bin mir sicher, Bonndorf auch noch nicht“, sagt dazu die Folktreff-Vorsitzende Gudrun Deinzer. Noch selten habe sie ein Konzert so fasziniert und das sollte auch Bonndorf erleben können.

Eher wiegend, mit poppigen und rockigen Elementen, aber auch ungarische Tanzmusik könne man hervorhören in der ersten Hälfte des Konzertabends beim Folktreff mit exil46. „Zwei Streicherinnen treffen auf zwei Schlagzeuger und rocken und rocken gemeinsam“, heißt es auf der Musikerplattform museek.de. „Ruhige, von der Klassik inspirierte Passagen wechseln sich mit treibenden Rhythmen und coolen Breaks.“ Das Einsortieren in eine Schublade falle allerdings schwer, die Songs zu raffiniert und weit weg vom Rock-Einerlei. Druckvolle Energie, wie fröhliche Leichtigkeit bestimmen gleichermaßen ihre Performance. Sicher zu viel strapaziert ist der Begriff „virtuos“, bei dieser Gruppe dränge er sich aber auf, heißt es aus dem Folktreff. Immerhin weiß man das zu untermauern: Den US-Preis „The Akademia Music Award in der Kategorie „Best Instrumental“ sackte exil46 beispielsweise 2016 ein.

Die zweite Hälfte des Konzertabends wird strenger: „Nobody hits the strings harder-he’s a monster“ (Niemand schlägt die Saiten härter, er ist ein Monster), lässt Detlef von den Cell of Hell über sich verbreiten. Sein Thai-Kollege Ekki behauptet, seinen Bogen wie ein Schwert zu benutzen, auch „Sushi-Backbeat-Hacker“ sei er gewissermaßen. Und der dritte Streicher Joonas lässt sich als Pitbull titulieren, der die Menschen brennen lässt. Die eigenen Songs dieser sich augenzwinkernd martialisch gebenden Streicher heißen Braindead, Stinky Tofu oder auch Black Curry. Dazwischen gibt es neben Metallica auch Bach und Vivaldi. „Ihr eigener Stil voller Selbstironie lässt sich treffend mit Ironic Metal beschreiben“, heißt es im Fachmagazin Plan B. Und wenn sie sich selbst klassifizieren und das ausnahmsweise ernsthaft tun, heißt es da: „Wir kommen aus vier verschiedenen Ländern und haben mit unseren klassischen Wurzeln unterschiedlichste musikalische Einflüsse, welche wir in der Band auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Sollten wir eine Band aus dem Bereich Metal nennen, ist aber sicher Metallica unser größtes Vorbild.“

Folktreff Bonndorf,
15. September 2017, 20.30 Uhr
“The Other Nights of Strings”
exil46 und Cell Of Hell
Foyer der Stadthalle
Eintritt: 14 Euro. Karten bei der Touristinfo, Martinstraße 5, Bonndorf, 07703/ 7607 oder unter www.folktreff-bonndorf.de.

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