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Energie und Umwelt - Abseites vom Hochrhein . . .

2020, mitten in der Pandemie, hat Christian Katzer die Geschäftsführung von Ärzte ohne Grenzen Deutschland übernommen. „Eine turbulente Zeit“, sagt er. Beim Lebenretten helfen Ärzte ohne Grenzen auch Uhren von NOMOS Glashütte – bereits seit zehn Jahren baut die Manufaktur Uhren zugunsten der Nothilfe. Foto: Barbara Sigge/MSF

„Gesundheit darf nicht vom Portemonnaie abhängen!“

50 Jahre Ärzte ohne Grenzen (MSF): Beim Lebenretten braucht die 1971 in Paris gegründete Hilfsorganisation selbst Hilfe. Einen Beitrag dazu leisten Spenden, aber maßgeblich auch Uhren von NOMOS Glashütte: Der Chef der deutschen Sektion im Interview.

GLASHÜTTE –  Menschenleben retten – das geht auch mit mechanischen Armbanduhren: Bereits im zehnten Jahr kooperiert die Uhrenmanufaktur NOMOS Glashütte mit Ärzte ohne Grenzen, baut Uhren für die Nothilfe, stets erkennbar an der roten Zwölf. Christian Katzer, Chef von Ärzte ohne Grenzen Deutschland, über die Zusammenarbeit, über den 50. Geburtstag von Ärzte ohne Grenzen und Herausforderungen für seine Organisation in Zeiten von Corona.

Herr Katzer, 1971 wurde Ärzte ohne Grenzen in Paris gegründet, in diesem Jahr also gibt es Ärzte ohne Grenzen schon 50 Jahre. Ein Grund zu feiern?

Ja und nein. Natürlich ist es ein Grund zu feiern, dass Ärzte ohne Grenzen so viele Jahre offenbar vieles richtig gemacht hat und gute Arbeit leistet. Andererseits ist es besorgniserregend, dass wir immer noch so dringend gebraucht werden und die Not weltweit immer noch so groß ist.

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kkw ©Gerald Kaufmann

Rückbau von Fessenheim läuft mit bloss minimalen Vorsichtsmassnahmen

Die Electricité de France hat dem Trinationalen Atomschutzverbands (TRAS) mehr als 100 Dossiers zu den Sicherheitsvorkehrungen für den Rückbau des Atomkraftwerks Fessenheim überstellt. Die Entfernung der Brennstäbe läuft nach Plan. Die EDF erfüllt nur in minimalem Ausmass die von der Aufsichtsbehörde verlangten Risikovorkehrungen; bei der Sicherheit und bei der Transparenz bestehen grosse Lücken.

Der Schweizer Experte Dr. André Herrmann, ehemalige Präsident der Eidgenössischen Strahlenschutzkommission, hat die von der EDF übermittelten Dossiers analysiert. «Es zeigt sich, dass viele Schwachstellen, die seit dem Unfall von Fukushima von der französischen Aufsichtsbehörde kritisiert wurden, auch beim Rückbau ohne Sicherheitsvorkehrungen hingenommen werden.» 

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Massnahmenplan zur Senkung der Pestizidbelastung zeigt keine Wirkung

Pestizid-Belastung im Wasser des Limpach (SO)

Der Limpach (Kanton Solothurn) enthält einen wahren Pestizidcocktail. Die Grenzwerte von 15 Pestiziden sind bis zu 11-fach überschritten. Das zeigt die Auswertung der Analyseergebnisse, deren Herausgabe das Amt für Umwelt gegenüber der Sonntagszeitung verweigert hatte, durch die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU). Der Massnahmenplan, den der Kanton Solothurn zur Senkung des Pestizidrisikos seit 2018 anwendet, zeigt bisher keine Wirkung. Der Limpach ist seit 20 Jahren ein massiv belastetes Gewässer und ist es weiterhin. Die Pestizidverbots- und die Trinkwasserinitiative zeigen den Ausweg. Die AefU empfehlen 2xJA zu den Initiativen am 13. Juni 2021.

Das Amt für Umwelt des Kantons Solothurn hatte zuerst nur die LandwirtInnen im Limpachtal über die Belastung des Wassers des Limpach informiert, nicht aber die Bevölkerung. Dies berichtete die Sonntagszeitung im April. Der Presse wollte das Amt für Umwelt die Analyseergebnisse nicht veröffentlichen. Dazu brauchte es ein Gesuch der Grünliberalen Partei Kanton Solothurn um Akteneinsicht, welche gemäss Öffentlichkeitsprinzip möglich ist. Nach einem Gespräch der Grünliberalen und der AefU mit dem Umweltamt gab die Behörde die Analyseresultate heraus. Sie zeigen: Der Massnahmenplan, den die Solothurner Regierung nach Vorgaben des Bundes 2018 beschlossen hat, ist am Limpach bisher wirkungslos. Die Massnahmen sollen das Pestizidrisiko aus der Landwirtschaft bis 2025 um 50 Prozent senken. 2019 belasteten zehn Pestizide das Wasser des Baches übermässig. 2020 waren es 15 landwirtschaftliche Spritzmittel.

Seit Jahren dieselben Pestizide 

Die AefU zeigen nun auch auf: Seit neun Jahren ist das Bachwassers wiederholt in unzulässiger Konzentration mit den Herbiziden Chloridazon und Metamitron verschmutzt. Diese sind für Wasserorganismen sehr giftig. Schon 2011 überschritten die beiden Spritzmittel den Grenzwert. Das ist 2020 noch immer so. Auch die gemessene Konzentration des umstrittenen und vermutlich Krebs auslösenden Herbizids Glyphosat lag und liegt bis zu sechsfach über dem Grenzwert.

Gefährliches Cypermethrin: Bis zu 11-fach über dem Grenzwert

Am massivsten überschiesst im Limpach aber das Insektizids Cypermethrin den Grenzwert: Die im Bachwasser gemessene Konzentration liegt bis zu 11 Mal höher als erlaubt. Cypermethrin kann die menschlichen Organe schädigen und steht im Verdacht, die Fruchtbarkeit oder sogar das Kind im Mutterleib zu schädigen. Die Substanz ist zudem äusserst toxisch für Wasserorganismen. 

Cypermethrin wirkt in kleinen Gewässern wie dem Limpach schon in minimen Konzentrationen. Entsprechend tief muss der Grenzwert angesetzt sein. Nur sehr wenige Labors können diesen aber überhaupt kontrollieren, denn es braucht dazu eine Spezialanalytik. 

Dasselbe gilt für Chlorpyrifos: Auch dieses Insektizid können die Labors erst seit kurzem mit der notwendigen Sensibilität messen. Im Limpach ist die zulässige Konzentration zeitweise mehr als vier Mal überschritten. Chlorpyrifos steht im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken und die Entwicklung des Gehirns bei Kindern zu beeinträchtigen. Die Substanz ist zudem sehr giftig für Wasserorganismen und ein starkes Fischgift.[1]

Die Hoffnung der Behörden erfüllt sich nicht von selbst

Im Jahr 2000 schrieb das Amt für Umwelt im Bericht «Zustand Solothurner Gewässer» im Kanton Solothurn: «Durch die fortschreitende ökologische Ausrichtung der Landwirtschaft» könne «damit gerechnet werden, dass sich der Zustand» auch des Limpachs «(...) zumindest leicht verbessern wird». 20 Jahre später ist klar: Es hat sich sehr wenig verändert. Wie viele Bäche in der Schweiz ist auch der Limpach noch immer übermässig mit Pestiziden kontaminiert. Der Pestizidmix ist sogar noch breiter geworden.

Jetzt handeln und 2xJA stimmen

Dies lässt sich jetzt ändern. Mit 2xJA zur Pestizidverbotsinitiative und zur Trinkwasserinitiative am 13. Juni 2021 kann die Bevölkerung einen wirksamen Schutz von Wasser, Boden und Gesundheit verlangen. Damit würde endlich auch der Limpach wieder zu einem wertvollen, lebendigen Gewässer. 

21 Wiedehopfpaare brüten inzwischen wieder auf der DBU-Naturerbefläche Oranienbaumer Heide. Nistkästen haben den Vögeln geholfen: 2018 nutzten die Hälfte der Paare die vorgefertigten Heime für ihre Aufzucht. © Hans-Joachim Fünfstück/piclease

DBU Naturerbe zählt Wendehals und Wiedehopf und zeigt Pflegeerfolge

Internationaler Tag der Artenvielfalt

Osnabrück. Die Ohren gespitzt, mit Fernglas, Klangattrappe und Datenbogen ausgestattet besuchten sie im Laufe von vier Jahren neun DBU-Naturerbeflächen vor allem im östlichen Sachsen-Anhalt mit insgesamt rund 9.000 Hektar (ha). Die Fachleute der Kartierbüros erfassten jeweils von Ende Februar bis Ende Juli mehrere Tage und Nächte, wie viele Brutvogelarten und -paare auf acht ehemaligen Truppenübungsplätzen und einem Teil der Bergbaufolgelandschaft Goitzsche leben. Ihre Auftraggeberin: die gemeinnützige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, das DBU Naturerbe, Eigentümerin von insgesamt 71 Flächen mit rund 70.000 ha in zehn Bundesländern. Zum Internationalen Tag der Artenvielfalt am 22. Mai stellen die Naturschützer jetzt ihre Auswertungen zu den gesammelten Daten vor. „Die Ergebnisse der Brutvogelkartierungen zeigen die Bedeutung der Flächen des Nationalen Naturerbes für den Natur- und Artenschutz in Sachsen-Anhalt aus Sicht der Vogelkunde“, betont DBU-Generalsekretär Alexander Bonde.

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