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01. Februar 2011
Jahresbilanz der Gelben Engel: Drastischer Anstieg der Pannenfälle in Baden-Württemberg
ADAC warnt vor Selbstreparatur von Hybrid- und Elektrofahrzeugen
Der ADAC Württemberg warnt Besitzer von Elektro- und Hybridautos vor eigenmächtigen Reparaturen. „In diesen Fahrzeugen befinden sich Bauteile mit sehr hohen Spannungen. Anstelle der üblichen 12 oder 24 Volt werden bis zu 400 Volt eingesetzt“, verdeutlichte Harry Kellner, Leiter Kfz-Technik des ADAC Württemberg, bei der Jahrespressekonferenz der Gelben Engel am 1. Februar im Straßenwachtstützpunkt Stuttgart-Plieningen. „Deshalb sollten nur Personen mit spezieller Ausbildung Reparaturen vornehmen“, sagte Kellner.
Der ADAC hat deshalb sämtliche 1 700 Straßenwachtfahrer in Deutschland im vergangenen Jahr geschult: ybirdfahrezuegn, eigenmäcDurch diese Ausbildung zu „Hochvolt-technikern“, beziehungsweise zu „elektrotechnisch unterwiesenen Personen“ sind seit Ende des Jahres alle Gelben Engel so qualifiziert, dass sie Pannenhilfe an Elektro- und Hybridfahrzeugen leisten können. „Obwohl die Menge an Elektro- und Hybridautos momentan mit bundesweit 40 000 Fahrzeugen noch sehr gering ist, müssen wir bereit sein“, erläuterte Reimund Elbe, Pressesprecher des ADAC Württemberg, den wichtigen Schritt.
Der Club präsentierte in Stuttgart Pannenhilferekordzahlen für Baden-Württemberg und Deutschland. Im Bundesland rückten die Gelben Engel und deren Straßendienstpartner insgesamt 481 264 aus – ein drastischer Anstieg um rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rekordtag in Baden-Württemberg war der 27. Dezember 2010 mit rund 3 500 Einsätzen.
Bundesweit rückten die Gelben Engel zu 4,25 Millionen Hilfseinsätzen aus – ein Plus von über acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Häufigste technische Ursache für Pannen, zu denen die Straßenwacht gerufen wurde, waren defekte oder leere Batterien. Über 900 000 Mal wurde bundesweit Starthilfe geleistet. Als störanfällig erwiesen sich auch Zündanlagen und Reifen, gefolgt von Anlasser und Lichtmaschine. Aber nicht immer, wenn der ADAC gerufen wurde, lag es an einem Defekt am Auto. Fast 100 000 Autofahrer brauchten Hilfe, weil sie sich ausgesperrt hatten. Rund 25 000 Mal konnte die Weiterfahrt durch eine „Kraftstoffspende" ermöglicht werden. In 186 000 Fällen half der ADAC am Unfallort, sicherte die Straße ab oder leistete erste Hilfe.
Bundesweit gesehen waren die Pannenhelfer im Durchschnitt alle acht Sekunden im Einsatz. 84,4 Prozent aller liegengebliebenen Autos konnten vor Ort wieder flottgemacht werden.
Am meisten Einsätze im württembergischen Gebiet fuhren die „Gelben Engel“ im Jahr 2010 in der Region Stuttgart (152 392), gefolgt den Gebieten Ulm/Aalen/Heidenheim (31 581), Heilbronn/Schwäbisch Hall (30 475), der Bodenseeregion (25 140) und der Region Göppingen/Schwäbisch Gmünd (14 694). Im hohen vierstelligen Bereich lag die Pannenhilfeanzahl unter anderem in den Regionen Villingen-Schwenningen/Bad Dürrheim (9 247) und Tübingen/Reutlingen (7 968) und Ludwigsburg (7 496).
Bei der ADAC-Straßenwacht in Baden-Württemberg sind aktuell 190 Gelbe Engel beschäftigt. Und der Club schafft zusätzliche Arbeitskräfte: Im Jahr 2011 sollen weitere Straßenwachtfahrer eingestellt werden.