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08. April 2011
Neuer Kulturbus als Bürgerservice
Veranstalter bieten verschiedene Events an und ein Bus bringt die Bürger zu Kulturereignissen in anderen Gemeinden.
BONNDORF. Zwar nicht zu neuen Ufern, wohl aber zu neuen Orten brechen Kulturschaffende aus der Region auf. „Die Raumschaft bietet so viele kulturelle Leckerbissen“, so die Initiatorin des neuen „Kulturbusses“, Gudrun Deinzer. Da sei es einfach schade, „wenn viel verpufft, weil die Leute nicht davon wissen oder nachts die weiten Wege scheuen“.
Die Idee, verschiedene Veranstaltungsorte per Bus miteinander zu verbinden, kam der Vorsitzenden des Bonndorfer Folktreff, als ein Bürgermeister bei ihr anfragte, ob sie nicht auch ein paar Events für seine Gemeinde organisieren könnte. Zwar könnten Veranstaltungen in Nachbargemeinden eigene nicht ersetzen, aber wunderbar ergänzen, so Deinzer.
Dem Bonndorfer Schultes, Michael Scharf, gefiel diese Idee sehr gut und er unterstützte sie zunächst mit der Zusammenkunft von Bürgermeistern aus der Region. Schnell wurde man sich einig und die Veranstalter von Events in Wutöschingen, Grafenhausen, Löffingen, Schluchsee und eben Bonndorf trafen sich zur Organisation eines Kulturbusses im Bonndorfer Rathaus. In Vesenmayer-Reisen wurde ein Partner gefunden, der die Idee unterstützt und auf eigenes Risiko die Fahrten von den Gemeinden zu einzelnen Veranstaltungen übernimmt. Michael Scharf sagte die Finanzierung des ersten Flyers zu. Und die erste Fahrt ist bereits geplant. Sie führt am 25. Juni zum Bluesabend von Netzer und Scheytt nach Wutöschingen in die Klosterschüer.
Zusätzliche Gemeinden haben Interesse bekundet. Ühlingen-Birkendorf wird sich ab 2012 beteiligen. Später wird möglicherweise auch Lenzkirch mitmachen.
„Das schöne an dem Modell ist“, so Deinzer, dass alle profitierten. Der Veranstalter kann so mit Kulturinteressierten rechnen, die sonst die Fahrt scheuen würden. Die Gemeinden hätten die Möglichkeit, via Kulturbus ihren Bürgern ein Plus an Kultur anzubieten, ohne große Kosten. Jede Gemeinde zahlt für die Abholung von Bürgern einen Betrag von jeweils 50 Euro. Der Fahrgast kann die Kulturbuskarten bei den üblichen Vorverkaufsstellen seiner Gemeinde erwerben, das sind beispielsweise Touristinformationen oder das Rathaus. Der Preis für den Fahrgast beträgt neben dem Eintrittspreis für die Veranstaltung gerade mal zwei Euro.
Zunächst soll pro Jahr jeder Veranstaltungsort zwei Mal angefahren werden, wobei das je nach Terminplan und Absprache variieren kann. Die Vorstellungen suchen die Veranstalter gemeinsam aus. Die waren sich zwar einig, dass eine perfekte Terminkoordination wegen der vielen verschiedenen Aspekte, die bei der Planung zu berücksichtigen sind, nicht wirklich klappen wird. Allerdings wird man sich gegenseitig keine Konkurrenz machen. Wenn am selben Tag zwei verschiedene Veranstaltungen stattfinden, wird keine angefahren.