Zum Hauptinhalt springen
Regionalportal und Internetzeitung für Pressemeldungen!
  • 16. Mai 2008

Polizei verteilt eine Million Anti-Klau-Anhänger fürs Auto

Von Tiger Gironimo

Mobile Navigationsgeräte sind heiß begehrtes Diebesgut - Initiative soll Fahrzeugbesitzer sensibilisieren
Stuttgart - Rund drei Millionen Deutsche besitzen ein Navigationsgerät. Doch die multimedialen Wegweiser genießen nicht nur bei Autofahrern eine hohe Popularität. Auch für Diebe sind sie eine heiß begehrte Ware. Denn die Zahl der gestohlenen Navigationsgeräte ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Allein im Jahr 2006 wurden bundesweit über 40.000 Navis aus Kraftfahrzeugen geklaut.

Einhergehend mit der großen Verbrauchernachfrage und dem starken Anstieg der Verkaufszahlen bei Navigationsgeräten ist auch bei den Fallzahlen beim Diebstahl aus Kfz mit Zielrichtung Navigationsgeräte in den letzten Jahren in Baden-Württemberg eine signifikante Zunahme zu verzeichnen. Während 2005 lediglich 1.151 Fälle registriert wurden, verdoppelten sich die Diebstähle im Jahr 2006 bereits auf 2.442 Fälle. Mit 4.271 Fällen im Jahr 2007 fiel die Zuwachsrate etwas geringer als im Vorjahr aus. Die Aufklärungsquote lag bei lediglich 8,5 %.
Als bevorzugtes Stehlobjekt wurden in 70 % der Fälle im Jahr 2007 portable Navigationsgeräte, in 1.283 Fällen fest eingebaute Navigationssysteme festgestellt.
Regionale Diebstahlsbrennpunkte sind in Baden-Württemberg die Ballungszentren im Rhein-Neckar-Gebiet und im Mittleren Neckarraum sowie die Bereiche entlang der Rheinschiene (Karlsruhe, Rastatt, Offenburg, Freiburg).

Nun rüttelt die Polizei mit einer bundesweiten Initiative Autofahrer wach. Hierzu gehört auch der Anti-Klau-Anhänger. Ihn verteilt die Polizei eine Million Mal an Autofahrer in ganz Deutschland. Der Anhänger wird am Rückspiegel angebracht. Von außen signalisiert er einem potentiellen Dieb klar: Hier ist nichts zu holen. Auf der Innenseite findet der Fahrer eine Checkliste mit wichtigen Tipps, an die es zu denken gilt, bevor er das Auto verlässt. Ein Plakat und ein neues Faltblatt mit einem Navi-Pass zum Ausfüllen und weiteren Tipps zum Schutz rund ums Kraftfahrzeug helfen, Diebe rechtzeitig auszubremsen.

Gerade auf Großraumparkplätzen, in Parkhäusern, an Flughäfen, aber auch in Wohngebieten nutzen Diebe die Sorglosigkeit der Autofahrer, die ihr mobiles Navigationsgerät - wenn auch versteckt - im Auto lassen. Routinierte Täter benötigen nur wenige Sekunden, um einen Pkw zu knacken. Und sie kennen alle gängigen Verstecke. Wer dann auch noch die Halterung des mobilen Wegweisers an der Innenscheibe oder der Armatur belässt, lädt Langfinger geradezu ein.
Dabei weiß die Polizei: Der Entschluss, in ein Auto einzubrechen, ist eng verknüpft mit den Erfolgsaussichten, die mit einer Tat verbunden sind. Deshalb ist es wichtig, dem potentiellen Täter klar zu machen, dass dort nichts zu holen ist. Mit dem speziell dafür entwickelten Anti-Klau-Anhänger erhält der Täter das deutliche Signal: Einbruch lohnt sich nicht.

Mobile Navigationsgeräte sind in der Regel nicht automatisch versichert. Die Kfz-Versicherung trägt zwar die Schäden, die ein Autoknacker am Fahrzeug hinterlässt. Doch Fahrzeugteile, die nicht fest in den Wagen eingebaut sind, wie mobile Navigationsgeräte, sind bei einem Diebstahl nicht mitversichert. Der Autofahrer bleibt also auf diesem Schaden sitzen.

Sowohl für fest eingebaute als auch für mobile Navigationsgeräte gilt: Tragen Sie die wichtigsten Daten in den Navi-Pass ein. Dieser findet sich im Faltblatt "Bremsen Sie Diebe rechtzeitig aus!" zum Schutz rund ums Kraftfahrzeug. Dort bietet die Polizei auch einen Pass für Autoradios, CD-Player und weitere technische Geräte an. Werden diese geklaut, erleichtern die Daten der Polizei die Fahndung nach den Tätern und die Zuordnung von aufgefundenem Diebesgut.

Wichtige Tipps zum Schutz vor Navi-Klau:

  • Lassen Sie Ihr mobiles Navigationsgerät nicht im Fahrzeug. Erfahrene Diebe kennen jedes Versteck.
  • Entfernen Sie auch die Halterung des Navis an der Innenscheibe bzw. den Armaturen. Denn Diebe öffnen Autos auch, wenn sie lediglich die Halterung eines Navis von außen sehen.
  • Nehmen Sie alle abnehmbaren Bedienteile und die Daten-CD des Navis mit.
  • Stellen Sie Ihr Fahrzeug möglichst auf bewachten Parkplätzen, in einer Garage oder wenigstens an einer beleuchteten Stelle ab.
  • Codieren Sie Ihr Navigationsgerät mit der Eigentümer-Identifikations-Nummer (EIN). Nähere Hinweise zur Vergabe der EIN finden Sie unter www.polizei-bw-ein.de
  • Oder notieren Sie sich die individuelle Nummer des Navigationsgeräts. Wenn es keine hat, kennzeichnen Sie das Gerät selbst mit einem individuellen Zeichen.
  • Tragen Sie Daten wie die individuelle Nummer, den Hersteller oder Typ des Navigationsgeräts in den Navi-Pass ein.
  • Fotografieren Sie das Navigationsgerät.
  • Informieren Sie die Polizei, wenn Personen zu ungewöhnlichen Tageszeiten Fahrzeuge ableuchten.

Das Faltblatt "Bremsen Sie Diebe rechtzeitig aus!" mit dem Navi-Pass und aktuellen Tipps in Sachen Navi-Klau erhalten Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle und im Internet unter www.polizei-beratung.de . Dort finden sich auch weitere Informationen zum Thema.


Ressort: Uncategorised