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  • 29. Juni 2010

Das Gebäudeensemble der Markthalle neu im Denkmalverzeichnis

Von Tiger Gironimo

Der Regierungsrat die Aufnahme des höchst bedeutsamen Architekturensembles der Markthalle ins kantonale Denkmalverzeichnis beschlossen. Diese Denkmalschutzmassnahme war bereits im Vorbereitungsstadium des aktuellen Umnutzungsprojekts geplant und im Bebauungsplan für das Areal berücksichtigt worden.


Die Basler Markthalle wurde 1928/1929 nach Plänen des Architekten Hans Eduard Rychner (1891-1934) und des Ingenieurs Alfred Adolf Goenner (1885-1929) erbaut. Die Einführung eines Grossmarkts für Obst und Gemüse war damals eine schweizerische Pionierleistung. Der Bau kam in zentraler städtischer Lage zu stehen. Der Gebäudekomplex umfasst die grosse Kuppelhalle im Zentrum und eine Randbebauung, die bewusst schlicht gehalten ist, um die städtebaulich wirksame Erscheinung der monumentalen Kuppel zu fördern. Derzeit wird bekanntlich durch die Firma Allreal ein Umnutzungs- und Umbauvorhaben realisiert, welches den schutzwürdigen Altbestand wieder seiner Bedeutung gemäss zur Darstellung bringt und mit einem Turmhaus von Diener&Diener am Steinentorberg einen neuen Akzent hinzufügt.

Die gewaltige Kuppel über achteckigem Grundriss hat 27 Meter Höhe und 60 Meter Spannweite. Kräftige Gurte betonen die acht Segmente des Zentralbaues, der von einer grossen Laterne bekrönt wird. Dies konnte 1929 durch das damals fortschrittlichste System der Schalenbauweise realisiert werden. Armierter Beton, der sowohl Druck- als auch Zugkräfte aufzunehmen vermag, ermöglichte die enorme Spannweite und die Reduktion des Materialquerschnitts der Kuppelsegmente auf ein Minimum.

Die architekturhistorische und geschichtliche Bedeutung des 1928-1930 errichteten Basler Markthallenkomplexes ist ausserordentlich vielschichtig, es handelt sich insbesondere um ein von der Baukonstruktion her hochbedeutendes, typologisch wichtiges Zeugnis aus einer frühen Blütezeit des entwickelten Betonbaues und um einen städtebaulich prominenten Architekturakzent mit der zu ihrer Entstehungszeit weltweit drittgrössten Kuppelkonstruktion.

Das Ensemble der Basler Markthalle stellt in seinem überlieferten Bestand ein hochrangiges Baudenkmal dar, das aufgrund seines insbesondere architektur- und technikgeschichtlichen, baukünstlerischen und wirtschaftshistorischen Zeugniswertes schutzwürdig ist.


Ressort: Uncategorised