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10. Juni 2026
Wann sich Elektro-Lkw für Unternehmen lohnen
Kostenvergleichsrechner und Faktencheck unterstützen bei Investitionsentscheidungen
Steigende Energiepreise, hohe Mautkosten und Klimaschutzanforderungen stellen Unternehmen mit Lkw-Flotten vor wichtige Investitionsentscheidungen. Wann sich der Umstieg vom Diesel- auf einen Elektro-Lkw wirtschaftlich lohnt, hängt stark vom jeweiligen Einsatzprofil ab. Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) unterstützt Speditionen, Unternehmen und Kommunen im Land deshalb mit zwei neuen Angeboten: dem Kostenvergleichsrechner für E-Lkw zur Berechnung der Gesamtbetriebskosten und dem Faktencheck E-Lkw mit Informationen zu Technik, Reichweite und Ladeinfrastruktur. Beide Angebote sind ab sofort kostenfrei auf der Website der KEA-BW verfügbar:
www.kea-bw.de/nachhaltige-mobilitaet
Der Straßengüterverkehr bleibt für viele Branchen in Baden-Württemberg unverzichtbar – vom Handel über die Industrie bis zu kommunalen Unternehmen. Gleichzeitig steht er unter hohem Kosten- und Modernisierungsdruck.
Batterieelektrische Lkw können hier bereits heute in unterschiedlichen Anwendungsfällen eine wirtschaftliche Alternative zum Diesel-Lkw sein. Entscheidend ist dabei der Blick auf die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) über den Nutzungszeitraum hinweg. Dazu zählen unter anderem Kosten für Anschaffung, Energie beziehungsweise Kraftstoffe, Wartung, Versicherung, Maut, Steuern, Restwerte und gegebenenfalls Investitionen in Ladeinfrastruktur. Ein Beispiel des neuen KEA-BW-Rechners: Im Fernverkehr wirken sich die Kraftstoffkosten besonders aus – hier ist Strom knapp ein Drittel günstiger als Diesel. Bei den Gesamtkosten pro Kilometer im Beispielszenario liegt der E-Lkw damit bei 1,08 Euro im Vergleich zum Diesel-Lkw mit 1,21 Euro.
Wann rechnen sich E-Lkw?
Der Kostenvergleichsrechner der KEA-BW macht diese Kostenfaktoren sichtbar. Das digitale Tool vergleicht E-Lkw und Diesel-Lkw über einen frei wählbaren Betrachtungszeitraum. Nutzerinnen und Nutzer können zentrale Eingaben wie jährliche Fahrleistung, Betrachtungszeitraum, Dieselpreis, Strompreis und Fahrzeugkosten anpassen. Zwei voreingestellte Szenarien, Fernverkehr und Regionalverkehr, erleichtern den Einstieg.
Die Ergebnisse werden übersichtlich als Kosten je Kilometer und als kumulierte Gesamtkosten dargestellt. Flottenverantwortliche erkennen dadurch schnell, welche Faktoren die Wirtschaftlichkeit beeinflussen und unter welchen Bedingungen ein E-Lkw Vorteile gegenüber einem Diesel-Lkw erreichen kann.
Vertiefende Wirtschaftlichkeitsbetrachtung möglich
Die erweiterten Einstellungen des Kostenrechners bieten einen noch umfassenderen Einblick: Dort können zusätzliche Annahmen angepasst werden, etwa Kauf oder Leasing, Kapitalkosten, Restwert, Mautanteile, THG-Quote und Lade-Split mit getrennten Strompreisen für Depotladen und öffentliches Laden. Auch Ladeverluste, Wartungs- und Verbrauchswerte, Versicherung und Steuer sowie Investitionen in Ladeinfrastruktur lassen sich individuell ergänzen.
Damit eignet sich das Tool sowohl für einen ersten Einblick als auch für die Vorbereitung interner Abstimmungen und als Orientierung bei Investitionsentscheidungen. Es hilft, zentrale Annahmen sichtbar zu machen und wirtschaftlich sinnvolle Einsatzszenarien für Elektro-Lkw zu identifizieren.
Faktencheck E-Lkw: Praxisdaten statt Bauchgefühl
Der Faktencheck E-Lkw ergänzt den Kostenrechner um Hintergrundinformationen und ist ebenfalls online verfügbar. Er behandelt die wichtigsten Fragen rund um verfügbare Fahrzeugtypen, Reichweiten, Ladeinfrastruktur und dazugehörige Flächen, Energieversorgung sowie Klimabilanz. Der Faktencheck geht darüber hinaus auf Sicherheit, Arbeitsschutz und konkrete Schritte zur Umstellung der Flotte ein.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, welche Einsatzprofile bereits heute mit batterieelektrischen Lkw abgedeckt werden können. Hier helfen Praxisbeispiele aus dem Land. So zeigt sich, dass moderne schwere E-Lkw je nach Batteriegröße und Einsatzprofil Reichweiten von 500 bis 700 Kilometern erreichen. Das Zwischenladen in Lenk- und Ruhezeiten kann in vielen Fällen sinnvoll in bestehende Betriebsabläufe integriert werden.
Umfrage: Positive Erfahrungen mit E-Lkw
Unternehmen, die seit mindestens einem Jahr batterieelektrische schwere Nutzfahrzeuge einsetzen, berichten von hoher Zuverlässigkeit, Kosteneinsparungen, hohem Fahrkomfort und großer Fahrerakzeptanz. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Öko-Instituts. Auch die Reichweiten erfüllen laut Befragung vielfach die Anforderungen im Alltag. 93 Prozent der befragten Unternehmen sind mit ihren E-Lkw zufrieden oder sehr zufrieden.
Die Befragung zeigt zugleich, dass die Markteinführung weiter mit Aufgaben verbunden ist. Besonders relevant bleiben aus Sicht der Unternehmen die hohen Kosten und der Ausbau von Netzanschlüssen für eigene Ladeinfrastruktur. Umso wichtiger ist es, Investitionsentscheidungen und Einsatzbedingungen umfassend zu betrachten.
Diese Tools helfen Flottenverantwortlichen
Für Speditionen, Unternehmen und kommunale Flotten in Baden-Württemberg ist der Umstieg auf elektrische Lkw eine strategische Entscheidung. Neben der Fahrzeugauswahl müssen Ladeinfrastruktur, Netzanschluss, Tourenplanung und Betriebskosten zusammengedacht werden. Der E-Lkw-Kostenvergleich und der Faktencheck der KEA-BW unterstützen Flottenverantwortliche, Geschäftsführungen, Nachhaltigkeitsverantwortliche und kommunale Einrichtungen dabei, geeignete Einsatzbereiche zu identifizieren und Investitionen vorzubereiten. Beide Anwendungen stehen online kostenfrei zur Verfügung.
Kostenvergleichsrechner E-Lkw: www.kea-bw.de/Elektro-LKW-Kostenrechner
Faktencheck E-Lkw: https://www.kea-bw.de/faktencheck-e-lkw
Ansprechpartner für das Thema E-Lkw bei der KEA-BW sind:
Julian Lotz:
Luis Karcher:






