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26. Juni 2026
Paula Santomé erhält Manor Kunstpreis Basel 2027
Der Manor Kunstpreis Basel geht 2027 an Paula Santomé (*1994, Spanien), die Künstlerin lebt und arbeitet in Basel.
Santomé setzt sich mit Fragen von Körperlichkeit, Transformation und Materialität auseinander. Sie entwickelt dafür eine eigenständige Bildsprache, die organische Formen, taktile Qualitäten und poetische Verweise miteinander verschränkt.
Ihr Werk beschreibt sie folgendermassen: «Ich begreife Fiktion und Narration als kraftvolle Werkzeuge, um neue Möglichkeiten zu entwerfen. Ein grundlegender Antrieb für mein Schaffen ist ein anhaltendes Unbehagen gegenüber der Realität, die mich umgibt.»
Santomés Arbeiten reagieren auf stereotype Zuschreibungen sowie bestehende Machtverhältnisse. Ausgangspunkt ist eine forschungsbasierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen ihrer Generation – insbesondere Emanzipation, Widerstand und Resilienz. Dafür greift sie auf persönliche Erfahrungen und überlieferte Mythen zurück, die sie neu montiert und transformiert, um bestehende Ordnungen zu unterlaufen und alternative Vorstellungen von Freiheit sichtbar zu machen.
Paula Santomé, Glass Goddesses IV, 2025, Courtesy of the artist
Santomé verbindet Zeichnung, Relief und Skulptur zu vielschichtigen, oft installativen Arbeiten. Die dafür verwendeten Materialien wie Aluminium, Keramik oder Glas versteht sie nicht bloss als Mittel zum Zweck, sondern als Bedeutungsträger – etwa indem sie traditionelle Techniken wie Basrelief oder Prägung aufgreift und in einen zeitgenössischen Kontext überführt.
Paula Santomé absolvierte 2022 den Master in Fine Arts am Institut Art Gender Nature der HGK FHNW in Basel. Zuvor studierte sie an der Faculty of Fine Arts in Pontevedra (Universität Vigo, Spanien) sowie im Rahmen von Austauschprogrammen in Madrid und Brüssel. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt, darunter bei VITRINE (Basel, 2023), im Kunst Raum Riehen (2025), mehrmals an der Regionale Basel sowie auf internationalen Plattformen wie der New Art Dealers Alliance (NADA) in Miami (2024).
The Mother of the Mother of the Mother, 2026, Foto: Miriam Mora
Mit dem Manor Kunstpreis sind eine Ausstellung und eine Publikation verbunden. Die Ausstellung ist für Herbst 2027 im Kunstmuseum Basel geplant.
Manor Kunstpreis
Der Manor Kunstpreis, der 2022 sein 40-Jahre-Jubiläum gefeiert hat, ist einer der wichtigsten Preise zur Förderung zeitgenössischer Kunst in der Schweiz. Er wurde 1982 von Philippe Nordmann mit dem Ziel ins Leben gerufen, jungen Schweizer Künstler:innen eine Plattform zu bieten. Er wird jedes Jahr von einer Fachjury abwechselnd in den folgenden Städten verliehen: Aarau, Basel, Biel, Chur, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern (für die Zentralschweiz), Schaffhausen, Sitten, St. Gallen und Winterthur. Ein Blick auf die Liste der Preisträger:innen zeigt, dass der Manor Kunstpreis für eine ganze Reihe von Kunstschaffenden den Startschuss für eine internationale Karriere gegeben hat.
Die Fachjury für den Manor Kunstpreis Basel 2027 bestand aus Pierre-André Maus, Chantal Prod’hom, Valerie Nadine Keller, Marion Ritzmann und Kito Nedo.






