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  • 10. November 2010

Museumssterne 2010 für Kunsthalle Basel und Museum am Burghof

Von Tiger Gironimo
Heute Abend um 18 Uhr werden im Historischen Museum Basel: Barfüsserkirche zum letzten Mal Museumssterne verliehen

Museum am Burghof: Jugendliche und SeniorenSie gehen an die Kunsthalle Basel und an das Museum am Burghof in Lörrach und sind mit einem Preisgeld von je 10'000 Franken verbunden. Die Museen haben sich die Sterne mit Angeboten verdient, die behinderte und betagte Menschen am kulturellen Leben teilhaben lassen.

Das Projekt "museumssterne – museen basel offen für Menschen mit einer Behinderung" wurde 2006 von den museumsdiensten basel und der Fachstelle Gleichstellung von Menschen mit einer Behinderung (beide gehören zum Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt) lanciert. Das Projekt wurde auf fünf Jahre angelegt. Heute Mittwoch, 10. November, findet die letzte Preisverleihung statt. Die Museumssterne sind schweizweit einmalig.

Wer sich engagiert, wird prämiert
Innovative Ideen und Engagement sind gefragt. Museen, die sich darin hervortun, reichen ihre Projekte bei den museumssternen ein. Eine Jury, der Betroffene und Fachleute aus den Bereichen Museum, Bau und Marketing angehören, zeichnet überzeugende Projekte aus. Das Preisgeld wird durch Beiträge aus Stiftungen und Behindertenorganisationen ermöglicht. Fürs Jahr 2010 sind Projekte aus der Kunsthalle Basel, dem Museum am Burghof in Lörrach, dem Naturhistorischen Museum Basel und dem Verein Ausstellung 2 Grad eingegangen.

Kunsthalle ohne Schwellen
Die Kunsthalle Basel verdient die Auszeichnung mit dem Projekt "Kunsthalle ohne Schwellen: Workshops für Menschen mit einer Behinderung". Die Kunstvermittlung realisierte das Angebot in den Ausstellungen After Architects und Obstacles to Renewal. Der Workshop ermöglicht Kindern und Jugendlichen, an zeitgenössischer Kunst ihre (Selbst-)Wahrnehmung zu schärfen – in neuer und kreativer Umgebung. Das Angebot ist Teil der grundsätzlichen Bemühungen der Kunsthalle, mit Behinderteninstitutionen eine längerfristige Zusammenarbeit aufzugleisen.

Inhalt und Nachhaltigkeit überzeugen
Die Jury ist von der inhaltlichen Arbeit der Kunstvermittlung überzeugt. Als positiv gewertet werden auch die Weiterentwicklung von bestehenden Gefässen, der Einbezug von Fachpersonen aus der Sozialpädagogik und der kontinuierliche Aufbau eines Netzwerks mit Heimen und Schulen. Dies alles setzt das Engagement der Kunsthalle in einen Rahmen, der auf Nachhaltigkeit angelegt ist.

Museum am Burghof: Auf dem Weg zur Barrierefreiheit
Das Museum am Burghof definiert in seiner Eingabe "Miteinander im Museum" konkrete Massnahmen. Sie gehen von bewährten Formaten aus – Mitmachstationen in der Dauerausstellung ExpoTriRhena, Führungen für Gruppen von Betagten zusammen mit Jugendlichen, Führungen von Kindern für Kinder – und leiten neue Schritte ein: Bauliche Verbesserungen, teilnehmerbezogene Ausstellungsgestaltung – in der aktuellen Ausstellung Eiszeit am Oberrhein gibt es Repliken und eine Reliefkarte zum Anfassen – und Angebote für Schüler/-innen aus Sonderschulen, die den Austausch zwischen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung fördern.

Vorbildlich: Integrativer Ansatz und Besucherorientierung
Die Jury ist vom integrativen Ansatz überzeugt, der Begegnungen zwischen Behinderten und Nichtbehinderten schaffen will. Zudem gefällt, dass die Verantwortlichen im Museum am Burghof auf allen Ebenen – baulich, mit Ausstellungsgestaltung und personaler Vermittlung – die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung mitdenken. Wie bei der Kunsthalle wird die systematische Ausweitung des Netzwerks Museum/Schulen/Heime als positiv gewertet.

Museumssterne – wie weiter?
Die museumssterne wurden beim Start 2006 auf fünf Jahre angelegt. Von 2006 bis 2009 wurden folgende Museen mit einem Museumsstern ausgezeichnet: Basler Papiermühle, Fondation Beyeler, Museum für Gegenwartskunst Basel, Naturhistorisches Museum Basel, Puppenhausmuseum. Im Rückblick kann festgestellt werden, dass das Bewusstsein und Engagement für diese Zielgruppe in den museen basel gestiegen ist. Verbesserungen sind jedoch weiterhin möglich und nötig. Die museumsdienste basel und die Fachstelle Gleichstellung von Menschen mit einer Behinderung laden Museumsmitarbeitende weiterhin zum Erfahrungs- und Ideenaustausch ein. Zudem sind sie daran, die Idee der museumssterne auch in andere Teile der Schweiz zu tragen – erste Kontakte sind geknüpft.

Öffentliche Preisverleihung museumssterne
Mittwoch, 10. November 2020, 18 bis 19 Uhr, danach Apéro. Historisches Museum Basel: Barfüsserkirche, Barfüsserplatz, Basel


Ressort: Uncategorised