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  • 03. Juli 2009

Einer der großen deutschen Künstler der Gegenwart

Von Tiger Gironimo
in Schloss Bonndorf
Johannes Grützke: Bilder


Vom 5. Juli bis zum 30. August 2009 zeigt der Landkreis Waldshut in seinem Kulturzentrum Schloss Bonndorf die Ausstellung „Johannes Grützke: Bilder“.

Der 1937 in Berlin geborene Johannes Grützke zählt zu den profiliertesten deutschen Künstlern der Gegenwart. Als Maler, Zeichner und Druckgrafiker schafft Grützke seit den sechziger Jahren ein Werk, das durch seine Konsequenz ebenso beeindruckt wie durch den Umgang mit seinen Motiven und die Handhabung verschiedener Techniken.



Orientierung an der kunsthistorischen Tradition

Der Kunstkritiker Eduard Beaucamp hat zu Recht darauf hingewiesen, dass Grützkes Bildsprache eine große Affinität zum Manierismus und zum Barock besitzt, zu Künstlern wie Parmigianino und Caravaggio, zu Frans Hals oder Rubens. Grützke selbst bekennt sich zur Orientierung an der kunsthistorischen Tradition, wenn er sagt: „Wir bestehen aus Vergangenheit, Zauber und Mythos.“ Die Meister der Vergangenheit stellten für ihn ganz selbstverständlich ein Gegenüber dar. Sie seien ständig anwesend und daher Gegenwart: „Tizian sitzt neben mir…“

Grützke, der sich zu keinem Zeitpunkt dem Diktat der abstrakten Kunst unterworfen hat, gehört zwar der 68er Generation an, blieb aber letztlich stets ein Einzelgänger, zu dessen wichtigsten Themen das Verhältnis zwischen Individuum und Gruppe zählt: „Grützke übersetzt alles, was er uns sagen will – und seine Kunst ist immer an andere gerichtet, das Publikum ist immer mitgedacht – in menschliche Aktionen, in die Konflikte und Dispute handelnder Figuren“ (Wieland Schmied).

Landrat Tilman Bollacher und Kulturreferent Dr. Jürgen Glocker sagten gegenüber den Medien, die Johannes Grützke gewidmete Ausstellung reihe sich in diejenigen Bonndorfer Präsentationen ein, die in den letzten Jahren wichtigen Positionen der Gegenwartskunst galten. Zu nennen seien beispielsweise jene Ausstellungen, die den Werken von Horst Antes, Stefan Bergmann, Jürgen Brodwolf, Horst Janssen, Jan Peter Tripp, Johannes Vennekamp sowie Christo und Jeanne-Claude galten. Die Bonndorfer Grützke-Schau biete einen guten Einblick in das Schaffen des Berliner Künstlers und versammle neben Ölbildern auch etliche Pastelle: unter anderem Portraits, Selbstportraits und Stillleben.

Die Biografie eines erfolgreichen Künstlers

Johannes Grützke wurde am 30. September 1937 in Berlin als viertes von fünf Kindern geboren und wuchs in Berlin auf. Von 1957 bis 1964 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin bei den Professoren Hans Orlowski und Peter Janssen. Seit 1964 ist er als freier Künstler tätig. Im Jahr 1965 war er Gründungsmitglied der sogenannten „Erlebnisgeiger“, die bei Veranstaltungen und anderen Gelegenheiten, auch in Kneipen, musizieren. Zusammen mit Manfred Bluth, Matthias Köppel und Karlheinz Ziegler gründete Grützke im Jahr 1973 die „Schule der neuen Prächtigkeit“. Von 1976 bis 1977 war er Gastdozent an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Im Jahr 1978 schuf er sein erstes Bühnenbild für die Aufführung des Dramoletts „Dornröschen“ in der Nationalgalerie; der Text folgte Robert Walser, die Komposition stammte von Gerhard Lampersberg. 1979 entwarf Johannes Grützke ein Altarbild für die Schlosskapelle in Gifhorn und erhielt dafür den ersten Preis. Im Jahr 1980 begann seine Zusammenarbeit mit Peter Zadek, die bis 1988 andauerte. Ein Jahr zuvor, 1987, gewann Johannes Grützke den Ideenwettbewerb für ein Wandbild in der Paulskirche in Frankfurt. Das Bild wurde 1991 fertig gestellt und eingeweiht. Das Rundbild ist 33 m lang und 3,33 m hoch und trägt den Titel: „Der Zug der Volksvertreter“.

Von 1992 bis 2002 hatte Johannes Grützke eine Professur für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg inne. Im Jahr 1989 wurde das dreiteilige Majolika-Relief „Morgen brechen wir auf“ an der Ostfassade des Bürgersaals am Konstanzer Stephansplatz zur Erinnerung an die 1848 von Friedrich Hecker angeführte Revolution in Baden enthüllt. In den darauffolgenden Jahren 1999 und 2000 schuf Grützke das Wandbild: „Aus der Geschichte der Unfallchirurgie“ im neuen Hörsaal des Unfallkrankenhauses in Hamburg-Boberg. Im Jahr 2003 erhielt Grützke den Kunstpreis der Stadt Darmstadt. Anlässlich seines 70. Geburtstags wurde Johannes Grützke mit zwei Ausstellungen im Landesmuseum Oldenburg und im Schloss Gottorf geehrt (April bis November 2007).

Im Rahmen der Vernissage der Bonndorfer Ausstellung wird u. a. der Berliner Kunsthistoriker Dr. Gerhard Charles Rump sprechen. Rump ist Privatdozent für Kunstwissenschaft an der TU Berlin und Chef der Redaktion Kunstmarkt der „WELT“.

Die Bonndorfer Grützke-Ausstellung wird unterstützt von: Sto AG, VITA Zahnfabrik (Bad Säckingen), Dunkermotoren GmbH (Bonndorf), Volksbank Hochrhein, OBI Bau- und Heimwerkermarkt GmbH & Co. KG (Waldshut-Tiengen), SLG GmbH (Bernau), Energiedienst AG, SÜDKURIER, MBM Druck Team (St. Blasien) und vom Freundes- und Förderkreis Schloss Bonndorf. Sie ist von Mittwoch bis Freitag jeweils von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen sind über das Kulturamt des Landkreises Waldshut (Telefon  07751/867401, Fax 07751/867499, Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) und über Schloss Bonndorf (Telefon 07703/7978, Fax 07703/919533) erhältlich.


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