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24. Juli 2009
Mit Wut im Bauch und dem Lappen in der Hand: Gebäudereinigerinnen wollen mehr Lohn
Kämpferische Mittagspause in Gottmadigen – IG BAU informiert über die aktuelle Tarifsituation im Gebäudereinigerhandwerk
Der Countdown läuft – es brodelt bei den Gebäudereinigern und -reinigerinnen. Die Beschäftigten der Gebäudereinigung in Baden-Württemberg wollen endlich mehr Geld. Sie wollen mehr Geld und dafür sind sie bereit, zu kämpfen – wenn es sein muss, auch mit einem Streik. Die IG BAU fordert 8,7 % mehr Geld für die Arbeiter, Angestellten und Auszubildenden in der Gebäudereinigung sowie die Angleichung des Ostlohns an das Westniveau. „Die Arbeitgeber haben bislang nur ein dürftiges Angebot für den Osten auf den Tisch gelegt. Durch diese Blockadehaltung stehen die Tarifverhandlungen jetzt kurz vor dem Scheitern.“, so der stellvertretende Regionalleiter der IG BAU Baden-Württemberg Ingo Thaidigsmann. Deshalb machten die Gebäudereingerinnen und Gebäudereiniger ihrem Ärger Luft: Für Freitag, den 24. Juli lädt die IG BAU deshalb zu einer kämpferischen Mittagspause vor der Zentrale der COWA ein. Sie erwartet ca. 50 Gebäudereiniger aus unterschiedlichen Betrieben zu dieser Protestaktion.
„Bisher haben die Arbeitgeber nur ein Angebot von weniger als 2 % pro Jahr für den Osten vorgelegt. Das langt bei den Mini-Löhnen im Gebäudereinigerhandwerk vorne und hinten nicht.“ so Ingo Thaidigsmann.
Die COWA in Gottmadingen wurde dabei mit Bedacht ausgewählt: Der Geschäftsführer des Unternehmens, Thomas Conrady ist gleichzeitig Landesinnungsmeister der Gebäudereinigerinnung und Mitglied der Verhandlungskommission.
„Die Gebäudereiniger wollen wissen, woran sie sind und wie es weitergehen soll“, sagt Ingo Thaidigsmann. Deshalb sei die IG BAU Baden-Württemberg vor Ort, um die Beschäftigen aus erster Hand über den aktuellen Stand im Tarifstreit zu informieren. „Wir rechnen in den kommenden Tagen und Wochen mit Protesten in ganz Baden-Württemberg“, sagt Thaidigsmann. Für den kommenden Mittwoch bereitet die IG BAU eine Aktion vor dem Landtag in Stuttgart vor.