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März 05, 2026

PITBULL: I’m Back

Für Herbst 2026 zusätzliche Arena-Konzerte in der DACH-Region bekanntgegeben der globale…

Am Belchen werden Probleme und Lösungsansätze im Umgang mit dem Wolf aufgezeigt

Südschwarzwald – Nachrichten von Wolfsangriffen haben erneut für Verunsicherung seitens heimischer Landwirtschaftsbetriebe gesorgt. Naturschutz, Tourismus und Kommunen sind auf eine Fortführung der Weidetierhaltung angewiesen. Im Münstertal beschreitet man deshalb in Sachen Herdenschutz einen gemeinsamen Weg, der vor allem durch regen Austausch geprägt ist. Hierzu wurde vor Ort mit der Europaabgeordneten Anna Deparnay-Grunenberg (Grüne) diskutiert.

Wolfsrisse in Bernau und Titisee haben jüngst die Debatte um den Schutz von Weidetieren neu entfacht. Die Positionen innerhalb der Debatte sind vielfältig. Umso schwieriger gestaltet sich oft eine fruchtbare Zusammenarbeit verschiedener Akteure. Unbestritten ist, dass der Erhalt der Weidewirtschaft im Schwarzwald auch für Belange von Naturschutz, Forstwirtschaft, Tourismus und Kommunen von hoher Bedeutung ist. Die vom Naturpark Südschwarzwald ins Leben gerufene Arbeitsgruppe Landwirtschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Verflechtung verschiedener Belange stärker in Politik und Gesellschaft zu kommunizieren und lud die Europaabgeordnete Anna Deparnay-Grunenberg deshalb zu einem Vor-Ort-Termin ein.

Schutz für Schaf und Schäfer: Tierfreundliche Wolfsabwehr

DBU fördert Startup Pax Lupus – Vorfall in Hamburg

Osnabrück. Jahrelang waren Wölfe in Deutschland ein seltener Anblick. Nach Zahlen des Bundesamts für Naturschutz (BfN) wächst die Population jedoch seit einiger Zeit – von 128 Rudeln im Jahr 2019 auf nun 219 bestätigte Rudel 2025. Ein aktueller Vorfall, bei dem ein Wolf eine Frau in einer Einkaufspassage in Hamburg-Altona gebissen hat, sorgt derweil für intensive Debatten über den Umgang mit Wölfen. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit 125.000 Euro geförderte Startup Pax Lupus aus Wismar hat derweil ein autonomes System entwickelt, das in freier Natur Wolfs- und Herdenschutz zugleich ermöglicht: Eine mobile Anlage vertreibt Wölfe mit Drohnen, ohne die Tiere zu schädigen.

Arten- und Herdenschutz schließen sich nicht aus

Die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland sei aus Artenschutzperspektive positiv, benötige jedoch ein funktionierendes Management, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. „Denn Wölfe gehören in die Natur, nicht in Städte“, so Bonde zum aktuellen Hamburger Fall. Und in freier Natur komme es auf Schutzmechanismen für das Nebeneinander von Wild- und Nutztieren an, „die sich für die Tierhaltung praktisch und wirtschaftlich umsetzen lassen“. Bonde: „Die Lage der Nutztierhaltung ist ernst zu nehmen. Eine zukunftsfähige Land- und Weidewirtschaft muss mit Wildtieren umgehen, hat gleichzeitig aber auch den Herdenschutz im Blick.“ Ein Ansatz, den das Pax Lupus-Gründungsduo Anna-Karina Kattund Karsten Schmiegelunterstützt. Das Startup entwickelt ein autonomes Herdenschutzsystem zur nicht-tödlichen Abwehr von Wolfsrudeln auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI). Katt: „Viele etablierte Schutzmaßnahmen wie Zäune, Netze und Herdenschutzhunde sind arbeitsintensiv und teils umweltschädigend.“ So seien engmaschige Herdenschutznetze aus Kunststoff kurzlebig und produzieren große Mengen an nicht-recyclebarem Müll. „Außerdem können sich andere Wildtiere wie Rehe, Füchse und Feldhasen darin verfangen. Die Folgen sind nicht selten schwere Verletzungen oder gar Verendungen“, erklärt Katt.

Zunehmende Gefahren für Weidetiere durch Wolfsvorkommen Gemeinsames Herdenschutzprojekt läuft an

Südschwarzwald – Den zunehmenden Herausforderungen durch Wolfsvorkommen und -risse in der Region wollen der Naturpark Südschwarzwald, der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband und die Erzeugergemeinschaft Schwarzwald Bio-Weiderind künftig im Rahmen eines Kooperationsprojektes zum betriebsbegleitenden Herdenschutz begegnen. Dies ist auch im Sinne der Fachleute, die am Freitag, den 3. März 2023, im Kurhaus Schluchsee Einblicke in aktuelle Zahlen, Regelungen und Vorhaben gewährten.

Das Interesse an der zweiten Informationsveranstaltung zum Wolf im Südschwarzwald war nach dem neuerlichen Angriff auf ein Rind und mehrere aktuelle Wolfssichtungen groß. Der Naturpark Südschwarzwald hatte Mitglieder, Verwaltung und Presse am Freitagvormittag eingeladen, um die Entwicklungen rund um die im Schwarzwald anwesenden Wölfe zu diskutieren und den zukünftigen Umgang damit vor allem in der Weidewirtschaft zu thematisieren. Hierzu waren Fachleute des Umweltministeriums, des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV), der Forstlichen Versuchsanstalt Baden-Württemberg (FVA) sowie die Erzeugergemeinschaft Schwarzwald Bio-Weiderind (EZG) vor Ort, um verschiedene Perspektiven zu beleuchten und anschließend in einen Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern zu treten.

Die drei Projektpartner Naturpark, BLHV und Erzeugergemeinschaft gehen nun ein neues Bündnis für den Herdenschutz ein, um Tierhaltende und die Landwirtschaft gemeinsam zu unterstützen. Auf ausgewählten Flächen im Südschwarzwald werden in den kommenden vier Jahren bei zehn Pilotbetrieben geeignete präventive Herdenschutzmaßnahmen erprobt, wobei auf individuelle Lösungen gesetzt wird. Das Vorhaben soll Umsetzungshindernisse und praktische Fragestellungen klären sowie die Unterstützung der landwirtschaftlichen Betriebe optimieren. Die Bedeutung und Umsetzung des Herdenschutzes aus einem verstärkt betriebsinternen Blickwinkel weiterzuentwickeln, schafft eine neue Möglichkeit, Mitglieder der Verbände zu erreichen und diese Erfahrungen in die landesweiten Herdenschutzkonzepte zu integrieren.