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Landesgartenschau Neuss 2026 zieht erfolgreiche Bilanz
Die Landesgartenschau endet, das neue "Grüne Herz" für Neuss schlägt weiter ©LAGA GmbH_Alexander Raubal
  • 11. Oktober 2026

Landesgartenschau Neuss 2026 zieht erfolgreiche Bilanz

Von Monika Steuten I Katja Feller

750.000 Besuche und ein neues „Grünes Herz“ für Neuss

Am 11. Oktober schließt die Landesgartenschau Neuss 2026 nach sechs Monaten ihre Tore – doch das „Grüne Herz“ der Stadt schlägt weiter. Das 38 Hektar große Gelände der ehemaligen Galopprennbahn hat sich nachhaltig in einen lebendigen Stadtpark verwandelt. Mit rund 750.000 Besuchen wurde das prognostizierte Ziel in Höhe von 650.000 Besuchen deutlich übertroffen.

„Rund 750.000 Besuche sind ein großer Erfolg für die Landesgartenschau in Neuss. Wir haben uns als Stadt mit Tradition und hoher Lebensqualität der gesamten Region präsentiert. Von der Landesgartenschau ist ein starker Impuls für die Entwicklung der Stadt an den Rhein und zur Stärkung der Innenstadt ausgegangen, der zusätzlichen Wohnraum und neue Arbeitsplätze schafft. Die Umwandlung der ehemaligen Galopprennbahn in einen dauerhaften Stadtpark für alle hat viele Menschen zum Mitmachen aktiviert, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Identifikation mit der Stadt gestärkt. Wir haben mit der Landesgartenschau den Menschen in unserer Region ‚Neuss wie noch nie‘ präsentiert. Mit dem neuen Stadtpark schlägt nun für uns alle ein ‚Grünes Herz Neuss – für immer‘“, zieht Bürgermeister Reiner Breuer am Sonntag eine positive Bilanz und zeigt sich dankbar für einen außergewöhnlichen Landesgartenschau-Sommer.

Der Erlös aus den Ticketverkäufen in Höhe von 6,6 Mio. Euro konnte planmäßig erreicht werden. Mit fast 15 Prozent Anteil sind Kinder und junge Erwachsene häufiger vertreten als sonst bei Landesgartenschauen üblich.

Besucherstärkster Tag war Samstag, der 3. Oktober, mit 9.500 Einlässen. Publikumsmagnete waren an diesem Tag insbesondere die Drohnenshow ‚The Secret Garden‘ von Klaus Gendrung, die eindrucksvollen Illuminationen des Hammfeldhofs von Stefan Hollenberg sowie der Brauchtumstag ‚Schützen wie noch nie – Tag der Schützen & Musik mit großem Biwak‘ des Mitmachvereins GRÜNES HERZ NEUSS sowie des Neusser Bürger-Schützenvereins, der Stadtteile und Klangkörper, die tausende Menschen in ihren Bann zogen.

„Es ist beeindruckend, was in Neuss in wenigen Jahren Vorbereitungszeit mit der Landesgartenschau 2026 auf die Beine gestellt wurde: Die LAGA hat Menschen zusammengebracht, die Stadt Neuss weiter belebt und neue Orte der Erholung wie den neuen Stadtpark geschaffen, in dem sich die Menschen auch in Zukunft sehr gerne aufhalten werden. Landesgartenschauen wie in Neuss sind ein wichtiger Beitrag zu einer nachhaltigen grünen Stadtentwicklung und sie verbessern die Lebensqualität vor Ort. Ich danke allen Beteiligten sehr herzlich für ihren großen Einsatz: Das Engagement, die Begeisterung und das Herzblut waren und sind hier in Neuss deutlich spürbar“, sagte Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW, bei der offiziellen Spatenübergabe zur Landesgartenschau 2029 an die Stadt Kleve am Nachmittag.

„Eine Landesgartenschau ist dann erfolgreich, wenn sie nicht nur für einige Monate wirkt, sondern einer Stadt dauerhaft etwas mitgibt. Sie schafft neue Räume, bringt Menschen zusammen und leistet damit einen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft. Außerdem ist Natur in der Stadt wertvoll für die Lebensqualität der Menschen. Das sind wichtige Impulse für die Stadtentwicklung. Genau das ist in Neuss gelungen. Aus dem ehemaligen Rennbahngelände ist ein neuer grüner Mittelpunkt entstanden. Es ist ein Ort, der bleiben, sich weiterentwickeln und das Leben in der Stadt bereichern wird“, unterstrich auch André Kuper, Präsident des Landtags NRW.

Aus einem Großprojekt wird ein lebendiger Ort für Begegnung, Natur, Freizeit und Bewegung

Aus dem ehemaligen Rennbahngelände ist ein echter Identifikationsort geworden. „Wir waren nicht nur Landesgartenschau, sondern auch Stadtpark seit Tag eins“, erläutert Annette Nothnagel, Geschäftsführerin der Landesgartenschau Neuss 2026 GmbH. Und dann weiter: „Die Menschen haben den neuen Park mit Leben gefüllt, ihn geprägt und für sich entdeckt: Hier wurde gefeiert und geheiratet, gespielt und Sport getrieben, entspannt und genossen. Dass die Menschen diesen Raum so positiv und intensiv angenommen haben, ist das schönste Kompliment für alle Beteiligten.“

Die Ergebnisse der Besucherbefragung, die im Park durchgeführt wurde, untermauern dies: Rund 77 Prozent der befragten Besucherinnen und Besucher bewerteten die Landesgartenschau mit ‚sehr gut‘ oder ‚gut‘. Gärten und Blumen waren dabei zentrale inhaltliche Höhepunkte, besonders die Schau- und Themengärten, der Rosengarten und die Dahlien.

Service und Angebote überzeugten und wurden besonders gut bewertet, insbesondere die umfangreichen Sport- und Spielmöglichkeiten und das große Veranstaltungsprogramm. Die RP-Seeterrasse war für viele ein persönliches Highlight als Platz für den Sundowner. Die durchschnittliche Verweildauer von 4,5 Stunden zeigt die hohe Aufenthaltsqualität.

Hervorgehoben in den Antworten wurde auch die Freundlichkeit der Ansprechpartner vor Ort. Einen Großteil trugen sie dazu bei: Über 120 ehrenamtliche Volunteers begrüßten an den Eingängen, verliehen fast tausendmal Mobilitätshilfen wie E-Mobile, Rollstühle und Rollatoren und 2.500mal Bollerwagen, gaben Informationen vor und auf dem Gelände, und unterstützten als Kletter-Guides auf das 30 Meter hohe, begehbare Kunstwerk im Rheinvorland ASA NISI LAGA von Christian Odzuck. Sie haben das Erlebnis auf der Landesgartenschau durch ihr Engagement maßgeblich mitgeprägt.

Der Park als Bühne mit über 3.000 Veranstaltungen

Die Landesgartenschau Neuss 2026 bot ein abwechslungsreiches und vielfältiges Programm und verwandelte den neuen Stadtpark in eine große Bühne. Ob große Show oder kleines Highlight, der ganze Park bot Raum für Erlebnisse. Über 3.000 Veranstaltungen luden zum Staunen, Lachen, Mitmachen und Genießen ein. Von Comedy und Kultur über Sport und Musik bis hin zu Gartenwissen und Bildung: Für alle war etwas dabei.

Das UNESCO-Welterbe Niedergermanischer Limes feierte seinen 5. Geburtstag auf dem Gelände und die I. Roemercohorte Opladen schlug dazu Anfang August ihr Lager auf und gab besondere Einblicke in das römische Leben.

Fast jeden Montag wurde mit wachsender Begeisterung der zahlreichen Teilnehmenden an der Sparkassen-Bühne Line Dance unter Anleitung der Tanzschule Görke getanzt.

Der Sundowner an der RP-Seeterrasse mit DJ und Live-Musik, organisiert von Neuss Marketing und GRÜNES HERZ NEUSS, entwickelte sich zu einem überaus beliebten Veranstaltungsformat, das auch über die Landesgartenschau hinaus bestehen bleiben wird. Im November wird es eine Winter-Edition geben.

Die HerbstLichter begeisterten im September und Oktober mit Laserinszenierungen, Drohnen-Shows und Lichtinstallationen. Weitere Highlights waren die Auftritte von Guildo Horn, MiA, der Deutschen Kammerakademie Neuss (Variations on Buenos Aires), dem Orchester der Landesregierung Düsseldorf e.V. (Sounds of Hollywood – Legenden der Filmmusik), der Big Band der Bundeswehr (Swing trifft Uniform) u.v.m.

Besucherstärkste Veranstaltung mit 1.600 Besucherinnen und Besuchern war das Dino-Metal-Konzert von HEAVYSAURUS zum Weltkindertag am 20. September. Über 3.600 Künstlerinnen und Künstler waren auf der Landesgartenschau aktiv. Allein vor der Sparkassen-Bühne wurden dafür im gesamten Veranstaltungszeitraum 55.000 Stühle auf- und abgebaut. Rund 10 Kilometer Bratwurst (Fleisch und vegan) wurden dabei verspeist und umgerechnet 76 Badewannen Kaffee, 45 Badewannen Rhabarberschorle und neun Badewannen Spritzgetränke getrunken.

Der Neusser HERZENSSOMMER 2026 der GRÜNES HERZ NEUSS-Community

Über 850 Veranstaltungen hat der Mitmachverein GRÜNES HERZ NEUSS im Rahmen der Landesgartenschau mit zahlreichen Vereinen, Initiativen und Akteuren aus der gesamten Stadt konzipiert und realisiert. Von Kunst und Kultur über Sport und Gesundheit bis hin zu Natur, Nachhaltigkeit, Vielfalt, Heimat, Geschichte und Brauchtum war das Programm so vielfältig wie die Stadt selbst. Besonders wichtig war dabei, unterschiedliche Menschen, Gruppen, Initiativen und Vereine aus allen Stadtteilen miteinander in Kontakt zu bringen und ihnen eine Bühne zu geben.

„Die Neusserinnen und Neusser lieben ihren Park und identifizieren sich mit ihrem ‚Grünen Herz‘! Seit der Gründung als bürgerschaftlicher Mitmachverein hat GRÜNES HERZ NEUSS eine Community mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern aufgebaut und den neuen Park sowie die Landesgartenschau geprägt: Menschen zusammenbringen, Ideen aus den unterschiedlichsten Themenbereichen ermöglichen, Gemeinschaft schaffen und die gesamte Stadtgesellschaft aktivieren. Das hat die LAGA zu einer Neusser LAGA gemacht. Für uns endet dieses Engagement nicht mit dem Ende der Landesgartenschau. Das GRÜNE HERZ schlägt weiter“, so Sandra Maria Breuer, Co-Vorsitzende GRÜNES HERZ NEUSS.

Zu den beliebtesten Formaten gehörten ‚Yoga für alle‘ mit Yogimotion, die Führung ‚Geschichten aus dem alten Geläuf‘ mit dem ehemaligen Jockey Reinhard Ording, Aquarellmalen mit Antje Rometsch, Upcycling-Workshops, Führungen mit der Grünen Dame mit Susanne Lüpertz, die Modellfahrten der Schiffsmodellbauer auf dem See und viele mehr. Zu den emotionalen Höhepunkten zählte insbesondere die Übergabe der Herzensbäume.

Mit dem Open Call NEUSS und dem NEUSSER Herzensprogramm, gefördert von der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Neuss, initiierte der Verein in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Neuss ein vielschichtiges Kulturprojekt mit einer Kunstroute mit 20 Stationen und rund 80 Beiträgen von 40 Akteurinnen und Akteuren aus bildender und darstellender Kunst, digitalen Medien sowie partizipativen und interkulturellen Projekten.

So entstand ein Vorgeschmack darauf, dass die Neusserinnen und Neusser ihren Park auch nach der Landesgartenschau mit Leben füllen können. Für GRÜNES HERZ NEUSS geht es nahtlos weiter, denn das Herz hört nicht auf zu schlagen. Termine für den Herbst und Winter wurden bereits gesetzt, wie die oben genannte Winter-Edition des Sundowners am See im November.

Die Lichtkirche – ein Projekt, das Menschen bewegt und über ein Dutzend Paare getraut hat

Mehr als 480 Veranstaltungen haben in und rund um die Lichtkirche stattgefunden. Was als ökumenisches Projekt der Kirchen begann, wurde zu einem besonderen Ort der Begegnung – offen für alle Menschen, unabhängig davon, ob sie sich der Kirche verbunden fühlen oder einfach neugierig vorbeikamen, weil es dort „abends so schön leuchtete“.

Ein besonderer Tag war der 6. Juni 2026, an dem mehr als ein Dutzend Paare – vom Niederrhein, aus dem Ruhrgebiet und sogar aus Dresden – die Möglichkeit nutzten, sich in der Lichtkirche trauen zu lassen. Weitere Höhepunkte waren das Konzert von Judy Bailey, die Beteiligung der ambulanten Hospizbewegung mit den bewegend gestalteten Holztafeln, die Schöpfungswoche, die Aktionswoche von Caritas und Diakonie, die Beete mit Pflanzen mit biblischer Geschichte, kreative Aktionen von KiTas, Schulen, Senioreneinrichtungen und zahlreiches mehr. Auch die Glocken verlockten so manchen Besucher zum selbst Läuten.

Zu einem besonders berührenden Bestandteil der Lichtkirche wurde die ‚Bank der guten Erinnerung‘. Besucherinnen und Besucher konnten dort Gedanken, Erinnerungen, Wünsche und persönliche Botschaften hinterlassen. Bereits nach drei Tagen war die Bank vollständig beschrieben.

„Die Lichtkirche hat gezeigt, wie lebendig und vielfältig Kirche sein kann, wenn sie zu den Menschen geht“, lautet die Bilanz der Verantwortlichen um Dr. Ulrike Nienhaus. „Sie war ein Ort zum Zuhören, zum Mitmachen, zum Nachdenken und zum Singen und sie lud ein zu Gottesdiensten, Mittagsgebeten und zahlreichen liturgischen Angeboten.“

Mit dem Ende der Landesgartenschau schließt auch die Lichtkirche ihre Türen. Als bleibendes Zeichen bleibt das Kreuz und Kunstwerk ‚Durch das Kreuz die Welt sehen‘ von Karl B. Loeffen. Es soll an die Aktivitäten der Lichtkirche erinnern und Glauben, Kunst und den Blick auf die Welt verbinden.

Natur entdecken, Zukunft gestalten: Das Grüne Klassenzimmer der Landesgartenschau Neuss 2026

Das Grüne Klassenzimmer im Zukunftsgarten NRW machte die Landesgartenschau Neuss 2026 zu einem Ort des Entdeckens, Ausprobierens und gemeinsamen Lernens. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bildeten den Rahmen des vielfältigen Bildungsprogramms. Praxisnahe Workshops und interaktive Angebote machten Nachhaltigkeit erlebbar und ermutigten die Teilnehmenden, ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen und die Zukunft aktiv mitzugestalten.

Ein wichtiger Partner bei der Gestaltung und Umsetzung des Zukunftsgartens NRW war die Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA). Ein engagiertes Team und vielfältige Partner aus Umweltbildung, Gartenbau, Landwirtschaft und Wissenschaft machten Natur und Nachhaltigkeit praktisch erlebbar. Besonders gut kamen die Workshops ‚Mein Traumgarten in der Kiste‘ des Verbands der Garten- und Landschaftsbauer NRW und ‚Expedition Weizenkorn: Vom Acker in die Mehltüte‘ des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes e. V. an. Auch die Angebote vom Lernort Natur der Kreisjägerschaft Neuss waren sehr beliebt.

Besondere Höhepunkte waren der Bodenaktionstag in Kooperation mit der NUA, das BNE-Aktionswochenende, das gemeinsam mit dem BNE-Regionalzentrum durchgeführt wurde, und die Fachtage der Gartenfreunde Rheinland. Sie öffneten den Lernort für Gäste aller Altersgruppen und luden zum Mitmachen und regen Austausch ein.

Gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen zeigte das Grüne Klassenzimmer, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung Menschen zusammenbringt, Neugier weckt und Mut macht, die Zukunft aktiv mitzugestalten.

Grüne Expertise in Gartenbau und Landespflege

Grün ist nicht nur Dekoration, sondern Infrastruktur: Die Landesgartenschau zeigt im Kleinen, was Städte angesichts von Klimawandel und Verdichtung brauchen: Bäume, Stauden, begrünte Flächen, klimaangepasste Pflanzen, Schatten und Wasserspeicherung. Mehr Grün allein reicht jedoch nicht. Entscheidend sind die richtigen Pflanzen am richtigen Standort und eine langfristig gesicherte Pflege und Bewässerung. Hierfür braucht es die Erfahrung und das Fachwissen von Gärtnerinnen und Gärtnern. Hinter all dem Grün stehen Betriebe, Menschen und sehr viel Fachwissen.

Die Landesgartenschau ist damit auch Schaufenster für die Leistungsfähigkeit des Gartenbaus. In jedem Quadratmeter der 38 Hektar steckt gärtnerische Expertise – von Zukunftsbäumen und zeitgemäßen Pflanzungen bis hin zu moderner Grabgestaltung.

„Jede Landesgartenschau ist für uns Gärtnerinnen und Gärtner eine große Bühne. In Neuss konnten wir besonders deutlich erlebbar machen, was Grün heute leisten kann. Der heiße und trockene Sommer hat uns einiges abverlangt. Gleichzeitig hat er gezeigt: Grün ist der Schlüssel für eine lebenswerte und klimaangepasste Stadt. Bäume und Pflanzen brauchen Wasser, Pflege und Menschen, die wissen, was sie tun. Besonders gefreut hat mich, wie viele Besucherinnen und Besucher unsere Beratung gesucht haben. Die Menschen wollen grüne Städte und ein grünes Zuhause – dabei helfen wir ihnen“, betont Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau NRW.

„Die Wohlfühlgärten der Mitgliedsbetriebe des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW gehörten mit zu den beliebtesten Ausstellungsbereichen der Landesgartenschau. Sie zeigten anschaulich, dass klimaangepasste und nachhaltige Freiraumgestaltung keinen Verzicht bedeutet, sondern attraktive, vielfältige und lebenswerte Orte schafft“, ergänzt Josef Mennigman, Präsident des VGL NRW.

Stärkung der Sichtbarkeit der Stadt und der Innenstadt

Neuss ist eine der ältesten Städte Deutschlands und blickt auf über 2.000 Jahre Geschichte bis in die Römerzeit zurück. Die Neusser Landesgartenschau fand in direkter Nähe zur Innenstadt statt. Besucher und Besucherinnen der LAGA waren daher im Innenstadtbild täglich sichtbar. Auch viele Führungen endeten auf dem Markt oder Münsterplatz. Besonders profitierten Gastronomie und Anbieter von Produkten, die gerne als Mitbringsel gekauft werden. Auf großes Lob stieß die liebevolle florale Gestaltung der Neusser City. Insbesondere die Blumenkugeln und der Blumenpavillon dienten als beliebte Fotomotive.

Über 1.000 Touren, über 100 Tourguides, über 22.000 Gäste: Die Touren von Neuss Marketing wurden mit 4,9 von 5 möglichen Punkten hervorragend bewertet und trugen maßgeblich dazu bei, wichtige Informationen und Hintergrundwissen zu vermitteln. Die weiteste Besuchsgruppe kam aus Südkorea.

Das große Potenzial an begeisterten Tourguides soll auch für die Zukunft ausgeschöpft werden. Ein neues Programm mit den beliebtesten Touren und neuentwickelten Formaten (u.a. Nachwächterführung, Hafenführung) ist bereits im Angebot. Die ‚LAGA-Führung‘ bleibt und wird modifiziert zur Tour ‚Von der Rennbahn zum Stadtpark Grünes Herz‘. Für den neuen Stadtpark ist Neuss Marketing aktuell in der Akquisition größerer Veranstaltungen wie Musikfestivals, Messen, Sportveranstaltungen, Märkte und vieles mehr.

Das Ziel, Neuss als Reiseziel stärker auf der touristischen Landkarte zu etablieren, ist aufgegangen. Bereits für den Zeitraum April bis Ende Juni lässt sich ein signifikanter Anstieg der Übernachtungszahlen festmachen. Im Durchschnitt ist dies ein Plus von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch die Region profitiert: Plus 24 Prozent der Übernachtungen im Rhein-Kreis Neuss. Der Wohnmobilstellplatz hatte 700 Buchungen und über 1.000 Übernachtungen

„Die Aufgabe des Stadt-Marketings liegt nun darin, den Schwung aus dem Großereignis Gartenschau mitzunehmen für die Stärkung der Innenstadt sowie zur weiteren Attraktivitätssteigerung des Tourismusstandorts Neuss“, so Jürgen Sturm, Geschäftsführer Neuss Marketing, über die zukünftigen Planungen.

Nachnutzung, Pflege und Sicherheit

Das Nachnutzungskonzept ermöglicht einen fließenden Übergang von der Landesgartenschau zum dauerhaften Stadtpark gemäß den Planungen der Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH: Attraktive Parkbereiche bleiben nutzbar, weitere Flächen kommen schrittweise hinzu und der Baustellenbetrieb wird möglichst konfliktarm von der öffentlichen Nutzung getrennt.

Die Umgestaltung des Parks erfolgt abschnittsweise. Am 12. Oktober 2026 beginnt die Umbauphase. Temporäre Ausstellungsaufbauten wie die Beiträge im Gartenland, die Friedhofsgärten, das Oase Eventzelt, die Hochbeete werden ab- und umgebaut. Die Flächen werden durch Wiesen, Schotterrasen, Heckenstrukturen sowie einige zusätzliche Baum- und Staudenpflanzungen in den endgültigen Zustand versetzt. Ergänzt werden weitere Bänke, Abfallbehälter, Poller und Fahrradabstellmöglichkeiten. Der Park wird für eine Woche geschlossen. Bereits ab dem 19. Oktober 2026 sollen zentrale Park-Highlights wie Sporthain, Aktionshain, Rosengarten, Seeterrasse und Naturhain dauerhaft zugänglich sein.

Weitere Bereiche werden mit fortschreitendem Bauablauf sukzessive geöffnet. Die vollständige Herstellung mit der Nutzbarkeit aller Bereiche wird im Frühjahr 2027 abgeschlossen sein. Nächstes Jahr im April wird dann mit einem großen Frühlingsfest die neue Parksaison eingeläutet.

Der Betrieb des neuen Stadtparks wird auch zukünftig durch die LAGA GmbH organisiert, sodass eine zentrale Steuerung aller Aktivitäten auf dem Gelände, die aktive Bespielung des Geländes mit attraktiven Events, die werterhaltende Pflege der Grünanlagen sowie die Sicherheit und Sauberkeit des Parks gewährleistet sind. Zur Durchführung der Pflege der Grünanlagen, Bäume, Spiel- und Sportanlagen wird die LAGA GmbH einen Vertrag mit Stadtgrün Neuss abschließen.

Das zukünftige Sicherungsmodell basiert auf einem Zusammenspiel aus technischer Überwachung, betrieblichen Kontrollen und einem bedarfsgerechten externen Sicherheitsdienst.

Der neue Stadtpark hat sich bereits während der Landesgartenschau als vielfältig nutzbarer Ort für Sport, Naherholung und kulturelle Veranstaltungen etabliert, dessen Einzugsgebiet bereits heute deutlich über die Stadt Neuss hinausreicht. Die Durchführung kleinerer Veranstaltungen über das ganze Jahr hinweg durch die LAGA GmbH und die ehrenamtlichen Akteure – wie GRÜNES HERZ NEUSS und im Sommerbrauchtum der Neusser Bürger-Schützenverein – wird ein wesentliches Element für den lebendigen Stadtpark bleiben. Zukünftig soll der Park darüber hinaus auch ein Standort für Großevents sein – federführend durch Neuss Marketing in Kooperation mit der LAGA GmbH.

Die LAGA geht. Das Gefühl bleibt. Das ‚Grüne Herz‘ schlägt weiter

Mit dem neuen zentralen Stadtpark ‚Grünes Herz‘ ist ein 38 Hektar großer, grüner Erholungsraum mitten in Neuss entstanden. In direkter Nachbarschaft sollen in den kommenden Jahren rund 1.500 neue Wohnungen entstehen. Damit bildet die Landesgartenschau den gelungenen städtebaulichen Auftakt für ein modernes Neuss.

Und auch wenn die Tore der Landesgartenschau Neuss 2026 am 11. Oktober offiziell schließen, ist das keineswegs das Ende. Der Stadtpark ‚Grünes Herz‘ bleibt als bleibender Wert erhalten. Er wird auch künftig ein zentraler Ankerpunkt für das Leben in Neuss sein – für Kinder, Jugendliche, Familien und Menschen jeden Alters – mit künftigen Freizeitaktivitäten, Veranstaltungen und unzähligen neuen Geschichten, die hier noch geschrieben werden – heute und über Generationen hinweg.


Ressort: Reise und Verkehr

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