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  • 01. April 2011

Die Vernunft und der Fluglärmstreit

Von Bürgerinitiative Flugverkehrsbelastung Landkreis Waldshut e.V.

"Es liegt in der menschlichen Natur, vernünftig zu denken und unvernünftig zu handeln" (Jacques François Anatole Thibault (1844-1924), frz. Dichter)

Flugverkehr, vernünftig betrieben, als wichtiger Teil einer modernen Verkehrsinfrastruktur und die resultierende Belastung sind ein komplexes Thema. Nur mit Vernunft wird eine tolerierbare Integration der Flugverkehrsbelastung in unserem Lebensraum gefunden. Bundesrätin Doris Leuthard stellt am 28. 3. 2011 im Tagesanzeiger fest: "Wir haben den Ausgang der Wahlen zur Kenntnis genommen. Ob die Verhandlungen nun schwieriger werden oder nicht, werden wir sehen. Die Schweiz wird sich wie bisher für ihre Interessen einsetzen." Diese Aussage, besonders der letzte Satz, zeugt nicht von Vernunft!

Die Vernunft und der Fluglärmstreit

Ist es vernünftig, die Entwicklung eines Flughafens zu planen und voranzutreiben, ohne plausible und prüfbare Grundlagen zu wirtschaftlichen Ergebnissen und Konsequenzen für Mensch und Umwelt?

Ist es vernünftig, einen Flughafen über den Bedarf einer Region und der dort lebenden Menschen hinaus zu entwickeln?
Ist es vernünftig, die Akzeptanz von Menschen mit dem Versprechen zu erkaufen, zwangsläufig entstehende Belastungen auf fremdes Staatsgebiet zu verschieben?
Ist es vernünftig, die mit der Ausweitung des Flugbetriebs zwangsläufig entstehenden Belastungen ohne Not auf fremdes Territorium zu verlagern?
Ist es vernünftig, den zu erwartenden Widerstand gegen eine ungerechtfertigte und nicht notwendige Verlagerung von Flugverkehrsbelastungen mit nicht plausiblen Studien überwinden zu wollen?
Ist es vernünftig, „über die Köpfe" der auf Jahrzehnte hinaus belasteten Menschen Tauschgeschäfte ohne Synergie mit der Flugverkehrsbelastung zur Durchsetzung der Belastungsverlagerung anzubieten?
Ist es vernünftig, Gerichtsverfahren ohne große Erfolgschancen durch alle Instanzen voranzutreiben, nur um souveräne Rechte eines fremden Staates auszuhebeln?
Ist es vernünftig, im Grundsatz gute und freundschaftliche Verhältnisse durch einen von der Schweiz begonnenen Streit auf Jahre hinaus zu belasten?
Ist es vernünftig, zum Teil nur gering geschützte 5 Kernkraftanlagen regelmäßig in geringer Höhe im Anflug auf einen Flughafen zu überfliegen?
Ist es vernünftig, aus Angst vor Veränderung von politischen Mehrheitsverhältnissen einen Weg weiterzuverfolgen, der ins Nichts führt?
Ist es vernünftig, ohne Mandat der betroffenen Menschen zu versuchen eine einvernehmliche Lösung eines selbst initiierten „Fluglärmstreits" zu erzielen?

Nein, es ist nicht vernünftig!

Politik ist die Kunst des Machbaren! Fügen wir hinzu: Zur Feststellung des Machbaren ist eine ehrliche Sachbasis notwendig. Erst dann kann die Politik vernünftige Lösungen finden.

Was diktiert die Vernunft?

Belastungen, die ich selbst initiiere und erzeuge, übernehme ich in erster Linie selbst. Nur für Belastungen, die ich trotz aller Anstrengungen nicht selbst übernehmen kann, versuche ich eine Regelung mit meinen Nachbarn zu finden.

Logische, plausible, nachvollziehbare und nachhaltige Erläuterungen und Konzepte sind notwendig. Handelt es sich beim Nachbarn um einen souveränen Staat und ist kein gemeinsames Interesse an der Verlagerung von Belastungen nachweisbar, bleibt nur die Bitte um Tolerierung einer zu definierenden begrenzten Belastung.

Diesen Weg der Vernunft hat die Schweiz bisher nicht beschritten. Bundesrätin Doris Leuthard, stellt am 28. 3. 2011 im Tagesanzeiger fest: "Wir haben den Ausgang der Wahlen zur Kenntnis genommen. Ob die Verhandlungen nun schwieriger werden oder nicht, werden wir sehen. Die Schweiz wird sich wie bisher für ihre Interessen einsetzen."

Die Aussage, im letzten Satz zeugt, besonders vor einer Wahl, nicht von Vernunft!


Ressort: Uncategorised