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  • 01. September 2011

IHK: „Schließung der Papierfabrik schwerer Schlag für die Region“

Von IHK Hochrhein-Bodensee

„Die Papierfabrik Albbruck als einer der großen Produktionsbetriebe in der Region ist ein wichtiger Arbeitgeber, nicht nur für die fast 600 Mitarbeiter, sondern auch für viele Zulieferbetriebe im Bereich Holz, Maschinenbau, Logistik und Handwerk. Die Erfahrung zeigt uns, dass bei einer solche Konstellation bis zu 1000 weitere Arbeitsplätze betroffen sein können“, so IHK-Geschäftsführer Dr. Uwe Böhm. Ganz überraschend ist die Krise in der Papierindustrie allerdings nicht: Neue Medien wie eBook und Internet führen zu immer weniger Käufern von gedruckten Medien. Und das hat natürlich Einfluss auf den Papierverbrauch und letztlich auf unternehmerische Entscheidungen.

Der Standort Albbruck hat allerdings nach Überzeugung der IHK im Wettbewerb mit anderen Standorten einiges vorzuweisen. Qualifizierte und junge Mitarbeiter am Standort, eine eigene, effiziente Energieversorgung sowie spezielle Produkte wie Formatpapiere seien echte Pluspunkte, die man bei einer solch weitreichenden Unternehmensentscheidung berücksichtigen sollte, so die IHK.

Das Werk liegt nahe an wichtigen Abnehmerländern wie Frankreich, Italien, Schweiz und Österreich, was bei logistisch anspruchsvollen Produkten, wie denen der Papierfabrik Albbruck, eine Rolle spiele. Die IHK werde daher als Mittler zur Verfügung stehen, um mit den Unternehmensvertretern und der Politik nach möglichen Optionen zu suchen. Die Schließung eines Werkes sollte dabei wirklich nur die allerletzte sein.

Betroffen von einer Schließung wären auch 33 Auszubildende, darunter sind auch sieben Papiermacher, eine Ausbildung, die in der Region nicht sehr verbreitet ist. Elf junge Leute haben gerade erst am ersten September bei der Papierfabrik begonnen. Auf die Berücksichtigung aller Auszubildenden wird die IHK ein besonderes Augenmerk legen, so dass diese keine Nachteile erleiden.

IHK-Präsident Kurt Grieshaber wurde von der Entscheidung der finnischen Konzernleitung der Papierfabrik ebenfalls überrascht und ist als regionaler Unternehmer direkt betroffen. 43 Mitarbeiter sind in der Papierlogistik am Standort Albbruck beschäftigt. Er sieht sich dabei mit den anderen Unternehmern in der Verantwortung, für diese Mitarbeiter eine Lösung zu finden.

Eines macht das ungewisse Schicksal der Papierfabrik in Albbruck allerdings auch deutlich: Eine leistungsfähige Infrastruktur ist für die Region insgesamt wichtig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wenn in einer Konzernstruktur der Abbau von Überkapazitäten auf der Agenda steht, treten die einzelnen Standorte in einen internen Wettbewerb, der gnadenlos ausgetragen wird. Dann entscheidet, wer die besten Karten hat, und dazu zählen nicht nur die strategischen Vorteile eines Werkes und die Qualifikation seiner Belegschaft - beides Kategorien, in denen Albbruck punkten kann -, sondern auch die regionalen Rahmenbedingungen, insbesondere der Verkehrsinfrastruktur. Und da hat sich unsere Region schon zu lange darauf verlassen, dass schon alles gut gehen werde. Wenn ein solches Werk mit hoher erforderlicher Transportkapazität nicht an ein gut ausgebautes Straßennetz angebunden ist, nutzt auch eine attraktive strategische Lage nichts. "Wir dürfen uns nicht auf der nach wie vor guten Wirtschaftsstruktur ausruhen, es muss auch weiterhin in die Verkehrswege investiert werden. Und da ist die Politik gefordert“, sagt dazu IHK - Standortpolitikexperte Dr. Alexander Graf.


Ressort: Uncategorised