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  • 28. November 2008

Betrug - „Offizielle Gewinnbenachrichtigung“ von Loteria Primitiva

Von Tiger Gironimo

Konstanz - Wer nicht spielt kann nicht gewinnen, ein altes Sprichwort mit an sich klarer Botschaft. Ein 73-jähriger Mann aus Konstanz hatte zwar nicht bei einem angeblichen spanischen Lottoveranstalter gespielt, aber Ende April trotzdem eine bunt gestaltete „Offizielle Gewinnbenachrichtigung“ von Loteria Primitiva, gepickt mit vielen Fehlern erhalten. Um an die gewonnenen gut 700000 € zu kommen, die bei einer spanischen Sicherheitsfirma deponiert seien, war ein Rückruf nach Spanien notwendig.



Als der Geschädigte bereits über 8000 € für Depot-, Aufbewahrungs- und Notargebühren anonym über eine Reisebank überwiesen hatte und der Gewinn immer noch nicht ausbezahlt werden konnte, suchte er Anfang Juli einen fachkundigen Beamten der Kriminalpolizei auf.
Dieser versuchte dem „Gewinner“ klar zu machen, dass es in dieser Sache sicher keinen Gewinn gibt und er Opfer eines üblen Vorausgebührenbetruges geworden war. Eindringliche Appelle keine weiteren Gelder zu transferieren folgten.

Letzte Woche teilte eine Frau dem gleichen Kriminalbeamten einen ähnlichen Sachverhalt mit, bei dem ein Mann nicht nur sämtliche Vermögensbestände der Familie aufgebraucht, sondern Kredite in Höhe von über 30000 € aufgenommen hatte um Kosten der Sicherheitsfirma, Einfuhrsteuern, Voraussteuern, etc. zu bezahlen, damit er den Gewinn von einer dreiviertel Million erhalten könne.
Das Problem der Mitteilerin war, dass der Mann gewillt war weitere Schulden zu machen, um vom Veranstalter weitere Kosten vor der anstehenden Gewinnauszahlung zu befriedigen.
Wie sich herausstellen sollte, war die Hilfe suchende Frau die Tochter des 73-Jährigen, dem im Juli schon eine eindeutige Botschaft mitgegeben wurde.

Der 73-Jährige hatte seinen Besuch bei dem Kriminalbeamten der Familie jedoch verschwiegen.
Mit Informationsmaterial über Machenschaften der sogenannten Nigeria Connection wird nun versucht den 73-Jährigen von der Sinnlosigkeit weiterer Geldtransfers zu
überzeugen. Behörden, angefangen vom Bundeskriminalamt warnen vor den schon jahrelangen Machenschaften. Suchmaschinen im Internet werfen innerhalb weniger Sekunden nahezu so viele „negative“ Einträge aus wie der Gewinn in Euro überhaupt sein soll. Ein typisches Phänomen bei dererlei Betrügereien ist, dass sich die Geschädigten nicht eingestehen wollen, dass sie einen Fehler gemacht haben, bzw. Betrügern aufgesessen sind. Des Öfteren werden sogar heimlich Gelder überweisen, in der Hoffnung am Ende doch Recht gehabt zu haben.

Da die Betrüger Diskretion fordern, muss davon ausgegangen werden, dass angezeigte Taten nur die Spitze eines Eisberges wiedergeben.
Eine Anzeige wegen Vorausgebührenbetrug gegen Unbekannt wurde gefertigt.


Ressort: Uncategorised