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05. Februar 2010
Berufsschulzentrum Stockach entwickelt Ideen für ein nachhaltiges Europa
Stockach – Im Rahmen der Initiative Jugend denkt Europa haben Schülerinnen und Schüler des Berufsschulzentrums Stockach vier Tage lang innovative Ideen für die europäische Energieversorgung von morgen entwickelt. Heute stellten die Jugendlichen die Ergebnisse des Workshops in Form einer fiktiven Parlamentsdebatte vor Lehrern, Eltern und Projektpaten vor.
„Europa muss seine Ressourcen schützen und stärker auf regenerative Energien setzen“, fordern die Mitglieder der Partei „Green Angels“. Um dieses Ziel zu erreichen wollen die „grünen Engel“ zum Beispiel Start und Landung beim Flugverkehr stärker versteuern, den Emissionshandel mit Zertifikaten ausbauen, Energiekonten für Haushalte und Unternehmen einführen und eine PS-Steuer erheben. Außerdem setzt sich die Partei dafür ein, dass bei Neu- und Umbauten verstärkt auf regenerative Energien geachtet wird.
Die „Green Angels“ sind eine von drei fiktiven Parteien, die Schülerinnen und Schüler des Berufsschulzentrums Stockach gegründet haben. Im Rahmen eines Innovationsspiel der Initiative Jugend denkt Europa entwickelten sie Ideen für eine nachhaltige Energieversorgung in Europa.
So verspricht die DWP, die „Deutsche Wirtschaftspartei“, mehr Wachstum. Durch ein vereinfachtes Steuerwesen, weniger Bürokratie und mehr Deregulierung erhofft sich die Partei Steuereinnahmen, mit denen Bildungsprojekte und regenerative Energien gefördert werden können. Arbeit, Familie und Umwelt sowie soziale Gerechtigkeit sind die Schwerpunkte der AFU, der „Arbeit, Familie und Umweltpartei“. Der CO2-Ausstoss soll laut Parteiprogramm verringert werden, stattdessen sollen regenerative Energien zum Einsatz kommen. Außerdem fordert die Partei geringere Steuern und mehr Einsatz für die Bildung. Zusätzlich will sie durch europaweite Einheitssteuern für Unternehmen für einen besseren und gerechteren wirtschaftlichen Rahmen sorgen.
Prominente Unterstützung bei Ihren Diskussionen erhielten die Jugendlichen von der „echten“ Politik: Bei der heutigen Ergebnispräsentation waren die Bundestagsabgeordneten aus Konstanz, Andreas Jung (CDU) und Peter Friedrich (SPD) zu Gast und diskutierten gemeinsam mit den Jugendlichen ihre Visionen.
Jugend denkt Europa ist ein Projekt der Robert Bosch Stiftung, realisiert von IFOK. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler aller Schultypen der Jahrgangsstufen neun bis zwölf. Ziel der Initiative ist es, junge Menschen aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten am europäischen Dialog zu beteiligen und ihnen eine Möglichkeit zu geben ihre Vision für Europa zu gestalten. In der Pilotphase 2008 haben bereits über 700 Jugendliche mitgemacht – aus Tschechien und Slowenien, aus Estland, Dänemark und Deutschland sowie aus Großbritannien und Spanien.
Kernstück von Jugend denkt Europa sind die Innovationsspiele, bei denen die Jugendlichen Ideen für eine nachhaltige Energieversorgung der Zukunft entwickeln. Projektpaten und Experten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft unterstützen die Schülerinnen und Schüler während der viertägigen Workshops. Die Jugendlichen gründen im Rahmen des Innovationsspiels fiktive Parteien und entwickeln ein eigenes Wahlprogramm. Abschluss ist eine fiktive Parlamentsdebatte, in der die Jugendlichen ihr Konzept verteidigen. Die besten Ideen aus den Innovationsspielen fließen in einen gemeinsamen Aktionsplan „New Energy for Europe“ ein, der an die europäische Ratspräsidentschaft übergeben wird.
Weitere Informationen unter www.jugend-denkt-europa.eu