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18. Februar 2010
Gehäuftes Auftreten von Noroviruserkrankungen im Landkreis Waldshut
Im Winter und Frühjahr treten seit einigen Jahren in Deutschland regelmäßig gehäuft Magen- Darm-Entzündungen durch Noroviren auf. Auch im Landkreis Waldshut registriert das Gesundheitsamt seit Jahresbeginn einen starken Anstieg der gemeldeten Norovirus- Infektionen. Von Krankheitsausbrüchen betroffen sind auch Krankenhäuser und Pflegeheime.
Noroviren verursachen kurze, aber heftige Magen-Darm-Infektionen mit starkem Erbrechen, Bauchkrämpfen und Durchfällen. Die Beschwerden sind normalerweise nach 12-60 Stunden abgeklungen. Die Erkrankung ist sehr unangenehm, aber bei ansonsten gesunden Menschen nicht lebensbedrohlich. Gefahren bestehen insbesondere für kleine Kinder und alte Menschen, wenn durch Erbrechen und Durchfall viel Flüssigkeit und Salze (Elektrolyte) verloren gehen. Schon eine kleine Menge an Viren reicht zur Ansteckung aus. Das Virus ist sehr widerstandsfähig und bleibt außerhalb des menschlichen Körpers über Tage ansteckungsfähig. Die Übertragung erfolgt vor allem als so genannte Schmierinfektion, z.B. über Handkontakt mit Flächen, die durch virushaltigen Stuhl oder Erbrochenes verschmutzt sind. Auch eine Aufnahme virushaltiger Tröpfchen, die beim schwallartigen Erbrechen entstehen, ist möglich. Eine Übertragung kann auch über Lebensmittel erfolgen, die während der Produktion oder Verarbeitung kontaminiert (verschmutzt) wurden.
Zur Vermeidung einer Übertragung durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion sollten folgende Hygienemaßnahmen eingehalten werden: Der direkte körperliche Kontakt zu Erkrankten sollte vermieden werden, da sie während der Erkrankung viele Erreger ausscheiden. Nach Möglichkeit sollte nur eine Person die Pflege und Betreuung übernehmen. Gründliches Händewaschen mit Seife ist eine wichtige Maßnahme, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Zum Abtrocknen der Hände sollte jede Person ein eigenes Handtuch bzw. Einmal- Papierhandtücher verwenden. Beim Auftreten von Norovirus-Erkrankungen ist auch eine Händedesinfektion mit einem viruswirksamen, alkoholischen Desinfektionsmittel eine sinnvolle Maßnahme. Erbrochenes sollte mit Einmalhandschuhen entfernt und die betroffene Fläche gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Ein genereller Einsatz von Desinfektionsmitteln ist im privaten Haushalt allerdings in der Regel nicht erforderlich.