
- 18. August 2026
3‘500 kg Quecksilber aus Gärten, Plätzen und Wiesen entfernt
Sanierungen der Lonza AG bei Visp (VS):
Die Lonza AG hat im Raum Visp (VS) Altlasten saniert: Sie hat aus Böden von Gärten, Plätzen und Wiesen insgesamt 3‘500 Kilogramm Quecksilber entfernt. Das Quecksilber gelangte über die Fabrikabwässer der Lonza in den Grossgrundkanal und von da in die Gärten und auf die Landwirtschaftsflächen. Die Sanierung ist ein grosser Erfolg für die Umwelt.
Das Quecksilber stammt von den Lonza-Fabriken in Visp (VS). Das Unternehmen hatte bis Mitte der 1970er-Jahre während Jahrzehnten ihr Chemieabwasser inklusive Quecksilber via den Grossgrundkanal in die Rhone geleitet. Damit der offene Kanal nicht verstopfte, liess ihn die Lonza immer wieder ausbaggern. Die mit Quecksilber und anderen Schadstoffen verschmutzten Sedimente wurden entlang des Kanals abgelagert. Dort holte sie die lokale Bevölkerung ahnungslos zur vermeintlichen Verbesserung der Böden in ihre Gärten. So wurde das Quecksilber grossflächig verschleppt.
2015 gab die Lonza AG bekannt, sie werde im Raum Visp rund 70 belastete Grundstücke sanieren. Damals haben die Ärzte für den Umweltschutz (AefU) und der WWF mit eigenen Analysen aufgezeigt, dass das Unternehmen die Gärten, Spiel- und Sportplätze der Umgebung nicht ausreichend untersucht hatte. Sie machten sich deshalb für zusätzliche Abklärungen stark.
Deutlich mehr Grundstücke belastet
Die zusätzlichen Untersuchungen zeigten, dass deutlich mehr Grundstücke belastet waren. In der Folge hat nun die Lonza während Jahren das Quecksilber in Böden im Siedlungsgebiet wie in der Landwirtschaftszone weitgehend entfernt. Heute sind diese Sanierungen grösstenteils abgeschlossen. Im Total bearbeitete die Lonza im Siedlungsgebiet 174 Parzellen.[1] Dort und im Landwirtschaftsgebiet entfernte sie auf einer Fläche von ca. 175'000 Quadratmetern rund 3’500 Kilogramm Quecksilber. Das entspricht etwa dem Inhalt von 3.5 Millionen alten Fieberthermometern.
AefU und WWF zeigen sich erleichtert über den Abschluss der Sanierungsarbeiten. «Das ist ein grosser Erfolg für die Umwelt und die Gesundheit der Oberwalliser Bevölkerung. Denn für Menschen und Tiere bildete die Quecksilberbelastung der Böden eine stete Gefahr für deren Gesundheit», sagt Martin Forter, Geschäftsleiter der AefU.
Jetzt die Deponie Gamsenried
Allerdings geht die Arbeit nun weiter: Als nächstes muss beim Grossgrundkanal u. A. das Quecksilber entfernt werden. Zudem steht die Sanierung der Lonza-Deponie Gamsenried an. Dieses Jahr soll endlich die Dichtwand gebaut werden, welche die spätere Sanierung ermöglicht. Auch in diesen Projekten werden sich die AefU und der WWF weiterhin für eine gesunde Umwelt sowie eine saubere, sichere und komplette Sanierung einsetzen.
Hintergrundinformationen:
Altlast der Lonza im Wallis:
Tausende Kilogramm Quecksilber aus Gärten, Plätzen und Wiesen entfernt (Oekoskop 1/26)






